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Grippe, RSV und Corona: „Impfungen retten Leben“

Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Während Menschen in Europa nach wie vor an dem Coronavirus erkranken, verbreiten sich zusätzlich weitere Atemwegserkrankungen: die Grippe (Influenza) und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Daher raten Expert:innen zu einer Impfung.

Angesichts einer Welle von RSV- und Grippeinfektionen in Europa haben führende Gesundheitsexpert:innen Risikogruppen zur Impfung gegen Grippe (Influenza) und Covid-19 aufgerufen. Gemeinsam stellen die Erreger eine Gefahr für die Gesundheitssysteme und Bevölkerungen dar. „Das unterstreicht, wie wichtig es für gefährdete Gruppen ist, sich gegen Influenza und Covid-19 impfen zu lassen, und wie wichtig es für alle ist, sich und andere vor Infektionen zu schützen„, hieß es am Donnerstag in einem gemeinsamen Statement von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, WHO-Regionaldirektor Hans Kluge und der Direktorin der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, Andrea Ammon.

Grippe und RSV: Steigende Krankheitsfälle seit Oktober

Während sich die Influenza-Viren A und B gerade schon früh in Europa ausbreiteten, sei Covid-19 weiterhin eine Bedrohung. Außerdem mache das besonders für Säuglinge gefährliche Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) zunehmend Sorgen.

Seit Oktober würden in Europa immer mehr – vor allem ältere – Menschen mit Grippe in die Krankenhäuser kommen, berichteten die Expert:innen. Rund 20 Länder hätten zudem seit Oktober eine steigende Anzahl von RSV-Fällen registriert.

Die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) ist nach Daten der Online-Befragung „GrippeWeb“ im Vergleich zur Vorwoche nochmals gestiegen. In der vergangenen Woche lag sie laut RKI bei etwa 8,2 Millionen – und damit deutlich über dem Bereich der Vorjahre. Gründe für Arztbesuche wegen einer akuten Atemwegsinfektion sind demnach Influenzaviren, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) und zu einem geringeren Anteil das Coronavirus.

Grippe, RSV und Corona: Maßnahmen beeinflussen die Verbreitung

Vor dem Hintergrund dieses Mixes aus verschiedenen Atemwegserkrankungen sei es schwierig, vorauszusehen, wie sich die Lage in diesem Winter entwickeln könnte. Deshalb mahnten die Gesundheitsexpert:innen an, Impfprogramme und Bereitschaftsmaßnahmen in den europäischen Ländern zu verstärken: „Wir können es nicht oft genug sagen: Impfungen retten Leben.“ Auch jede:r Einzelne könne mit Maßnahmen wie Händewaschen, Maskentragen und Abstandhalten dazu beitragen, dass sich die Infektionen weniger stark verbreiteten.

Corona-Inzidenz stagniert

Der Rückgang der Corona-Inzidenz scheint vorerst gestoppt. Laut dem jüngsten RKI-Bericht im Wochenvergleich stagniert sie – und andere Atemwegserkrankungen legen zu. „Der Infektionsdruck ist im Herbst in allen Altersgruppen generell hoch, da auch die Verbreitung von akuten Atemwegsinfektionen durch den häufigeren und längeren Aufenthalt in Innenräumen schlechter zu verhindern ist“, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht zur Entwicklung der Corona-Pandemie.

Bundesweit sei die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche gleich geblieben, heißt es. In der Woche zuvor war die Corona-Inzidenz im gleichen Zeitraum noch um 17 Prozent gesunken. Die Zahl der Krankenhausbehandlungen von Menschen mit einer schweren akuten Atemwegsinfektion und Covid-19 ging ebenfalls nicht weiter zurück.

Mit Blick auf aktuellere Zahlen hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Mittwoch auf Twitter geschrieben: „Jetzt beginnt die Winterwelle.“ So weit geht das RKI in seinem Bericht zur vergangenen Woche nicht. Aber es schreibt: „Aktuell zeichnet sich eine Plateaubildung ab.“ Am Freitagmorgen gab das RKI die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 205,0 an. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 201,9 gelegen (Vorwoche: 190,8; Vormonat: 279,1).

Die Inzidenzen liefern allerdings nur ein unvollständiges Bild der Infektionslage. Expert:innen gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus. Die meisten Ergebnisse des Wochenberichts beziehen sich auf die vergangene Woche.

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