„Nach Corona nicht zur Normalität zurück“: Offener Brief von 200 Prominenten und Wissenschaftler*innen

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Foto: CC0 Public Domain / Pixabay und Screenshot Le Monde

Wenn die Corona-Krise vorbei ist, muss sich grundsätzlich etwas an unserer Lebensweise ändern – das fordern 200 einflussreiche Persönlichkeiten in einem offenen Brief. Mit dabei sind Stars wie Madonna und Robert De Niro, zahlreiche Wissenschaftler*innen und Nobelpreisträger*innen.

Nach wochenlangen Lockdowns lockern die ersten Staaten ihre Corona-Beschränkungen. Bis die Welt wieder komplett zur Normalität zurückkehren kann, wird es aber noch eine ganze Weile dauern. Wenn es soweit ist, darf es nicht so weitergehen wie bisher, sagen 200 Prominente und Intellektuelle in einem offenen Brief.

„Wir glauben, es ist undenkbar, zum Normalzustand zurückzukehren“, heißt es in dem Schreiben. Die Pandemie sei eine Tragödie, aber zugleich auch eine Chance für die Menschheit, zu überprüfen, was wirklich wichtig ist.

Weg vom „Streben nach Konsum“

„Die andauernde ökologische Katastrophe ist eine Meta-Krise. […] Anders als eine Pandemie, egal wie schlimm sie ist, wird ein globaler ökologischer Kollaps unmessbare Konsequenzen haben“, steht in dem Brief. Das Schreiben sei ein „feierlicher Appell“ an die Staatsoberhäupter der Welt – aber auch an alle Bürger*innen – die unnachhaltige Lebensweise aufzugeben.

„Das Streben nach Konsum und Besessen-Sein von Produktivität haben uns dazu gebracht, den Wert des Lebens an sich zu verleugnen: das von Pflanzen, Tieren und das von einer großen Zahl an Menschen. Umweltverschmutzung, Klimawandel und die Zerstörung unserer verbleibenden Naturgebiete haben die Welt an ihre Belastungsgrenze gebracht.“

Klimaschutz Klimawandel Eisbär Polarbär
Die Erderwärmung zerstört Lebensräume. (Foto: Pixabay / CC0 / Skeeze)

„Wir brauchen eine radikale Transformation“

Es reiche daher nicht aus, nur einige „Anpassungen“ vorzunehmen, das Problem liege im System an sich. „Die radikale Transformation, die wir brauchen – auf allen Ebenen – verlangt Tapferkeit und Mut. Sie wird nicht ohne massiven und entschlossenen Einsatz funktionieren. Wir müssen jetzt handeln.“

Verfasst wurde der Brief von der französischen Schauspielerin Juliette Binoche und dem Astrophysiker Aurélien Barrau. Zu den 200 Unterzeichner*innen gehören Schauspieler*innen, Regisseur*innen, Sänger*innen, Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und eine Reihe von Nobelpreisgewinner*innen. Bekannte Namen sind unter anderem Madonna, Penélope Cruz, Cate Blanchett, Adam Driver, Robert De Niro und Jane Fonda. Der Brief wurde am Mittwoch in der französischen Tageszeitung „Le Monde“ veröffentlicht.

Utopia meint: Das „sechste Massensterben“, die Klimakrise, Ausbeutung von Menschen in Ländern des globalen Südens: Die Art und Weise wie wir leben und konsumieren, ist zerstörerisch – das war schon vor der Corona-Krise bekannt. Die Pandemie hat uns gezwungen, innezuhalten. Zugleich zeigt sie uns, dass wir auf viele Dinge verzichten und aus der Konsumspirale ausbrechen können.

Aber wie sieht eine dauerhafte Alternative aus? Was muss sich konkret ändern? Dazu haben sich 174 Wissenschaftler*innen Gedanken gemacht und einen 5-Punkte-Plan für die Welt nach Corona entwickelt. Ihre Forderungen: Ein Ende des wirtschaftlichen Wachstumszwangs, Umverteilung von Wohlstand, ökologisches und nachhaltiges Landwirtschaften, weniger Konsum und Reisen sowie Schuldenerlässe. Mehr dazu: Post-Corona-Manifest: 174 Wissenschaftler*innen veröffentlichen 5-Punkte-Plan

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