Öko-Test Basilikum-Pesto: Mehr als die Hälfte stark mit Mineralöl und Pestiziden belastet

Fotos: Öko-Test

Öko-Test kritisiert Basilikum-Pestos verschiedener Hersteller: Im Test sind mehr als die Hälfte der 20 Pestos wegen Mineralöl-Rückständen und Pestiziden durchgefallen. „Gut“ oder gar „sehr gut“ ist kein einziges Produkt.

Nudeln mit Pesto schmecken lecker und sind schnell zubereitet. Basilikum-Pesto ist dabei eines der beliebtesten Pestos und in jedem Supermarkt zu finden. Doch sehr empfehlenswert scheint es nicht zu sein: Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 20 verschiedene grüne Pestos auf Schadstoffe getestet und zieht ein desaströses Fazit: „sehr gut“ oder „gut“ ist kein einziges Basilikum-Pesto, über die Hälfte ist sogar durchgefallen. Der Grund sind immer Mineralöl-Verunreinigungen und hohe Pestizid-Rückstände. Aber auch Weichmacher sind in einigen Pestos enthalten – das ist aus unterschiedlichen Gründen problematisch.

Pasta-Gerichte als schnelles Abendessen - zum Beispiel Weizennudeln mit Basilikum-Pesto.
Nudeln mit Basilikum-Pesto sind lecker – leider kann Öko-Test kaum ein Pesto empfehlen. (Foto: CC0 / Pixabay / Andy333)

Basilikum-Pesto mit Mineralöl-Rückständen belastet

Erhöhte Mineralöl-Gehalte sind in jedem getesteten Basilikum-Pesto ein Problem: Sowohl in Discounter-Produkten als auch in Produkten teurer Marken wie Barilla hat Öko-Test Mineralöl-Rückstände (MOSH) gefunden. In acht Pestos sind die Gehalte an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH/MOSH-Analoga) sogar besonders hoch, darunter das bereits genannte Barilla Pesto alla Genovese.

Diese MOSH-Verbindungen stehen in der Kritik, weil sie sich im Fettgewebe anreichern können – die gesundheitlichen Langzeitfolgen sind dabei noch unklar. Gleich acht grüne Pestos sind zudem mit MOAH verunreinigt, darunter das Bertolli Pesto Verde. Einige der MOAH-Verbindungen stehen im Verdacht krebserregend zu sein, schreibt Öko-Test.

Unklar ist, wie genau die Mineralöl-Rückstände in das Pesto gelangen. Möglichkeiten gibt es viele: So kann Schmieröl an Produktionsanlagen dafür verantwortlich sein oder einzelne Zutaten wie Parmesan und Olivenöl. In früheren Tests hatte Öko-Test in beiden Zutaten Mineralöl-Rückstände nachgewiesen (mehr lesen: Olivenöl-Test und Parmesan-Test). Auch Pestizide auf Basis von Paraffinöl und Abgasen könnten laut Öko-Test schuld an der erhöhten Menge Mineralöl sein.

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Basilikum-Pesto ohne Pestizide? Gibt es!

Und zwar bei Bio-Produkten. Da hier synthetische Pestizide ohnehin verboten sind, konnten alle Bio-Basilikum-Pestos zumindest dahingehend überzeugen. Einer der beiden Testsieger („befriedigend“) ist daher auch ein Bio-Pesto: Bei Ppura Genovese Pesto Bio ist auch der Gehalt der Mineralöl-Rückstände nicht ganz so hoch wie bei den meisten anderen Pestos. Das trifft aber leider nicht auf alle Bio-Produkte zu. Die anderen getesteten Bio-Pestos sind wegen ihrer hohen Mineralöl-Verunreinigungen durchgefallen, darunter das Pesto von Alnatura.

Bio-Pesto ist dennoch besser, wie ein Blick auf die Basilikum-Pestos aus konventionellen Zutaten zeigt: Sie sind häufig stark mit Pestiziden belastet. Rückstände zehn verschiedener Pestizide hat Öko-Test zum Beispiel im Barilla Pesto alla Genovese nachgewiesen, darunter auch das Insektengift Deltamethrin. Es schädigt Bienen und das, obwohl Basilikum eigentlich eine besonders bienenfreundliche Pflanze ist.

Auch im Oro D‘Italia Pesto Verde stecken sieben verschiedene Pestizide. Zwar hat Öko-Test nur sehr geringe Mengen an Pestiziden nachweisen können, die auch alle unterhalb der Grenzwerte liegen. Das Problem laut Öko-Test: Niemand weiß, wie diese Pestizide zusammen wirken. Hinzukommt, dass es für die Kombination einer Vielzahl an Pestiziden keine Grenzwerte gibt – diese seien nur für jedes einzelne Pestizid festgelegt. Zu bedenken ist auch: „Die Menschen, die das Basilikum anbauen, bekommen möglicherweise mehr von den Pestiziden ab“, warnt Öko-Test.

Basilikum
Basilikum gibt es auch ohne Pestizide. (Foto: CC0 / Pixabay / kkolosov)

Öko-Test: Umstrittene Weichmacher im Basilikum-Pesto

Basilikum-Pesto ist immer im Glas erhältlich – und hier kann der Deckel zum Problem werden: Die Dichtungen enthalten oft bedenkliche Weichmacher. Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte der Pesto-Hersteller verzichten mittlerweile auf PVC, wie aus den Test-Ergebnissen hervorgeht. PVC-Deckeldichtungen stehen in der Kritik, weil die enthaltenen Weichmacher leicht in fetthaltige Lebensmittel übergehen können. In fünf Pestos mit einem PVC-Deckel haben die Experten auch Weichmacher nachgewiesen.

Den besonders bedenklichen Weichmacher Diethylhexylphthalat (DEHP) hat Öko-Test im Bio-Pesto von Alnatura entdeckt sowie in dem herkömmlichen Pesto der Kaufland-Eigenmarke K-Classic. Laut Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) kann DEHP die Fortpflanzungsorgane schädigen und so „die Fortpflanzungsfähigkeit und die Entwicklung des Kindes im Mutterleib beeinträchtigen“. In Spielzeug und Kosmetika ist der Stoff schon verboten – in Lebensmitteln hat er dann erst recht nichts zu suchen.

Tipp: Pesto am besten selber machen

Überzeugen konnte bei Öko-Test kein einziges Basilikum-Pesto. Wir empfehlen daher, zum Beispiel mit unserem Rezept Basilikum-Pesto einfach selber zu machen. Wer einen Garten oder Blumenkasten hat, kann dort Basilikum anpflanzen und so Pestizide vermeiden. Samen oder Stock kann man einfach in Bio-Qualität kaufen.

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Alle Details findest du in der Ausgabe 06/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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(1) Kommentar

  1. Seit Jahrzehnten sind Weichmacher wie auch Parabene ein Problem. Beides hormonell wirksame Stoffe. Warum wird nicht endlich der Zusammenhang zwischen diesen Stoffen und den zahlreichen „neuen Geschlechtern“ erforscht?