Beeindruckendes Video: Eine kurze Geschichte, wie Plastik unsere Welt verändert hat

Foto: Screenshot YouTube (National Geographic)

Erst seit den 50er-Jahren produziert die Menschheit Plastik in großem Stil, seitdem hat sich viel getan. Ein sehenswertes Video von Geographic zeigt den Werdegang von Plastik – und wie Plastik unsere Gesellschaften tiefgreifend gewandelt hat.

„A Brief History of How Plastic Has Changed our World“, heißt der Clip von National Geographic, also „Eine kurze Geschichte, wie Plastik unsere Welt verändert hat“. In sechseinhalb Minuten zeigt das Video alte Werbespots, Nachrichtensendungen, sowie andere Filmaufnahmen und liefert interessante Fakten rund um Plastik – allerdings stets aus amerikanischer Perspektive.

Zum Beispiel beschreibt es, wie es mit dem Plastik überhaupt angefangen hat: Während des Zweiten Weltkriegs entdeckte das amerikanische Militär, wie vielseitig der Kunststoff einsetzbar ist. Als der Krieg vorbei war, suchten die großen Plastik-Hersteller nach neuen Kunden – und entdeckten den Haushaltsmarkt.

Verrückt nach Plastik

Bald fand Plastik Eingang in die amerikanischen Haushalte. Werbespots im Fernsehen informierten die Zuschauer über die vielen vermeintlichen Vorteile von Plastik. Ende der 50er-Jahre gelang der Firma Tupperware der Durchbruch mit ihren Kunststoff-Haushaltsartikeln. Spätestens dann war Plastik nicht mehr wegzudenken, die Menschen waren verrückt danach, heißt es in dem Video. Das zeigt sich auch in den Werbungen aus der Zeit, bei Slogans wie: „Um den Plastik-Weihnachtsbaum zu schmücken: Plastik-Dekoration“.

Hier das Video:

Flasche von Coca-Cola und Monsanto

In den 60er-Jahren steigerte sich die Plastik-Produktion laut dem Video dann um 400 Prozent (weltweit). 1979 produzierte die Menschheit erstmals sogar mehr Plastik, als Stahl. In den 70er-Jahren kamen aber auch die ersten Bedenken auf – etwa über Bisphenol-A.

Ein besonders spannendes Detail aus dem Video: 1975 entwickelte Coca-Cola gemeinsam mit Monsanto eine besonders „leichtgewichtige“ Plastikflasche. Sie enthielt allerdings Acrylnitril, was jedoch giftig ist. Die Flasche wurde erst zwei Jahre später verboten. Acrylnitril wurde 30 Jahre lang für Essens- und Getränkeverpackungen genutzt, bevor das Verbot kam.

Ärger um die Plastiktüte

Ein anderes Problem, das nun immer deutlicher wurde: der viele Plastikmüll. Trotzdem machten die Menschen weiter wie bisher, der Plastikkonsum stieg an.

2007 beschloss San Francisco, das Problem nicht länger zu ignorieren und führte ein Verbot von Plastiktüten ein. Die amerikanische Plastik-Lobby fand das gar nicht gut. Mit viel Lobbyarbeit und großzügigen Zahlungen erwirkte sie in einigen Bundesstaaten ein vorsorgliches Verbot, Plastiktüten zu verbieten – unter dem Vorwand, den Konsumenten und die Lebensmittelgeschäfte zu schützen. Das heißt: Diesen Staaten ist es verboten, Plastiktüten zu verbieten.

Anti-Plastik-Kampagne von National Geographic

Wie die Lage heute ist, ist bekannt. Hunderttausende Tonnen Plastik schwimmen in gigantischen Müllstrudeln in den Ozeanen. Meerestiere fressen das Plastik, verfangen sich darin und sterben an den Folgen. Weltweit wird nur etwa ein Fünftel des Plastiks recycelt, der Rest wird verbrannt oder landet in der Umwelt.

Das Video von National Geographic zeigt eindrucksvoll, wie es so weit kommen konnte – und welche Rolle Medien, Werbung und Politik dabei gespielt haben. Der Clip ist Teil einer größer angelegten Kampagne von National Geographic gegen Plastik. In der Mai-Ausgabe der englischsprachigen Magazins ist Plastik sogar das Titel-Thema. Es ist schön zu sehen, dass sich immer mehr Medien tiefer mit dem Plastik-Problem auseinandersetzen.

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(2) Kommentare

  1. Das Video beschreibt genau das Angebot-Nachfrage-Problem, welches ich erst kürzlich in einem Beitrag ausführlich geschildert habe. Die Manipulation der Konsumenten, die wie Mäuse in die Falle tappen. Tupperware stellt sicherlich nicht das Hauptproblem dar bei der kritischen Betrachtung im Hinblick auf die massenhafte Plastikproduktion. Immerhin sollen die Produkte dieser Marke laut Bewertung vieler Käufer tatsächlich auf Langlebigkeit ausgerichtet sein, das ist zumindest ein, wenn auch kleiner Trost.
    Die Herstellung von Einmalartikeln aus Kunststoff sollte als erstes der Vergangenheit angehören und müsste daher schnellstens gestoppt werden. Zusätzlich sollte man die Bereiche ins Auge fassen, bei denen alternative Materialien möglich sind, wie den Bereich FLASCHEN, DEKORATIONEN oder auch SPIELWAREN. Hier sind in erster Linie die Konzerne der entsprechenden Industriezweige gefragt. Und wenn es wirklich Plastik sein muss, dann doch bitteschön wenigstens recyclebares inklusive seiner konsequenten Wiederverwertung.
    Was war eigentlich gegen die Strohsterne und Walnüsse am Weihnachtsbaum einzuwenden, warum muss die Deko denn unbedingt aus Kunststoff sein? Wir sollten uns wirklich mehr auf das besinnen, was wir tatsächlich zum Leben brauchen. Und kaum zu glauben: Es ging doch tatsächlich auch irgendwann schon einmal ganz ohne diesen unsäglichen Stoff mit einer Verfallszeit von mehreren Hundert Jahren, mit dem wir unsere Umwelt unnötigerweise belasten und vernichten.

    Zur Vervollständigung hier noch der Link zu meinem oben genannten Beitrag:
    https://community.utopia.de/foren/thema/verantwortung-fuer-umwelt-und-zukunft/

    Wenn ich schon mal dabei bin und weil es ebenfalls zu diesem Thema passt, für alle, die es eventuell interessieren könnte, hier noch zwei weitere Links zu meinen Songtexten:
    https://community.utopia.de/foren/thema/neuer-songtext-wach-doch-endlich-auf/
    https://community.utopia.de/foren/thema/neuer-songtext-rescue-me-im-your-planet/

  2. Leider ist plastik zu billig und verschmutzt die ganze welt. Weltweit muesste man strikter sein. Vorallem die usa sollten ihren tuetenwahnsinn in den supermaekten abstellen