Rasierschaum im Test: Öko-Test findet Mikroplastik und kritische Duftstoffe

Fotos: Öko-Test; Colourbox.de

Öko-Test hat Rasierschaum und Rasiergel namhafter Hersteller auf Problemstoffe getestet. Vor allem Mikroplastik und PEG kommen immer wieder vor, aber auch potenziell gesundheitsschädliche Duftstoffe hat Öko-Test nachgewiesen.

40 Prozent aller Männer nutzen Rasierschaum, so die Verbrauchs- und Medienanalyse VuMA 2019. Doch mit welchem Rasierschaum schmiert man sich nicht gleich eine Handvoll Problemstoffe in die Bartstoppeln? Öko-Test hat 20 Rasierprodukte getestet, zehnmal Rasierschaum und zehnmal Rasiergel.

Unter den getesteten Rasiermitteln finden sich namhafte Hersteller wie Gillette, Wilkinson und Nivea, aber auch Eigenmarken von Rossmann, dm, Aldi und Naturkosmetik-Marken. Die Test-Ergebnisse sind gemischt: Zwar kann Öko-Test sechs Produkte uneingeschränkt empfehlen. Doch zwei sind im Test komplett durchgefallen.

Rasierschaum im Test: Sechs Sieger bei Öko-Test

Einmal nicht aufgepasst und schon hat man sich beim Rasieren geschnitten. Damit keine kritischen Stoffe an die Wunde gelangen, sollest du sicherheitshalber zu Rasierschaum oder Rasiergel ohne problematische Inhaltsstoffe greifen. Viermal kann Öko-Test Rasierschaum im Test empfehlen, zweimal auch Rasiergel.

  • Naturkosmetik hat die Nase vorn: Beide getesteten Rasierschäume aus zertifizierter Naturkosmetik sind unter den Testsiegern („sehr gut“).
  • Der „Sante Rasierschaum Homme II Bio-Caffeine & Açai“ ist einer von den beiden Naturkosmetik-Testsiegern und Natrue-zertifiziert. Der Rasierschaum ist im Prinzip frei von bedenklichen Inhaltsstoffen, wie alle anderen enthält er aber Duftstoffe.

Beim Rasierschaum und auch beim Rasiergel konnten neben Markenprodukten im Test auch preiswerte Eigenmarken überzeugen. Das Rasiergel von Kaufland „Bevola Men Rasiergel Sensitiv für empfindliche Haut“ ist zum Beispiel ebenfalls „sehr gut“.

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Rasierschaum und Rasiergel: Öko-Test findet PEG

Ein häufiger Problemstoff bei Rasierschaum und Rasiergel ist Polyethylenglucol (PEG). PEG-Verbindungen stehen auch auf unserer Liste der schlimmsten Inhaltsstoffe in Kosmetik. Sie kommen bei Rasierschaum und Rasiergel sehr häufig vor. PEG und PEG-Derivate werden meist aus klimaschädlichen Erdöl hergestellt. Aber auch für die eigene Gesundheit ist PEG ein Risiko: Es kann die natürliche Hautbarriere durchlässiger für Schadstoffe machen. In 14 der 20 getesteten Rasierprodukte hat Öko-Test PEG/PEG-Derivate nachgewiesen. Betroffen ist zum Beispiel der „Balea Men Fresh Rasierschaum für normale Haut“ von dm. Die beiden Naturkosmetikprodukte sind jedoch frei von PEG: Der Stoff ist in Naturkosmetik nicht erlaubt.

Mikroplastik in Rasierschaum und Rasiergel

In gleich sechs Produkten kritisiert Öko-Test „synthetische Polymere“. Wir bezeichnen sie als Mikroplastik – Öko-Test jedoch nicht, weil es sich nicht um feste Partikel handelt (mehr dazu hier: Was ist Mikroplastik? – Eine Definition). Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND dagegen sprechen in all diesen Fällen von Mikroplastik und wir von Utopia schließen uns dem an. Denn viele von ihnen sind biologisch nicht oder nur schwer abbaubar und reichern sich in der Natur an. Mikroplastik steckt zum Beispiel im „Wilkinson Sword Protect Gel Sensitive“ und im „Nivea Men Protect & Care Rasiergel für normale Haut“.

Nachhaltig im Bad
Gute Rasiermittel sollten ohne Mikroplastik, PEG und kritische Duftstoffe auskommen. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - Patrick Coddou)

Doch was hat Mikroplastik im Rasiergel zu suchen? Einige Hersteller setzen es ein, um die Haut vor Verletzungen durch die Rasierklingen zu schützen. Denn sie gleiten dann möglicherweise besser über die Haut. Doch das ist kein triftiges Argument– schließlich beweisen andere Marken, dass Rasiergel und Rasierschaum auch ohne Mikroplastik auskommen können.

Kritische Duftstoffe entdeckt

Die beiden Schlusslichter im Test („Palmolive Men Classic Rasierschaum“ und „Wilkinson Sword Protect Gel Sensitive“) enthalten den problematischen Duftstoff Lilial. In Tierversuchen hat sich herausgestellt, dass er möglicherweise fortpflanzungsschädigend ist. Außerdem haben die Expert*innen die künstliche Moschus-Verbindung Galaxolid (HHCB) in beiden Produkten nachgewiesen. Der Stoff reichert sich im Fettgewebe an – mit bisher unbekannten Auswirkungen.

Nicht unbedingt kritisch – außer für Menschen mit sehr empfindlicher Haut – , aber unnötig: In allen Rasiermitteln steckt Parfum. Dabei wäscht man sich den Schaum nach der Rasur ja ohnehin vom Gesicht und viele nutzen zudem noch ein Aftershave.

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Alle Details findest du in der Ausgabe 08/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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