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Blütenpollen: Was du über das Superfood der Bienen wissen musst

Blütenpollen Biene Superfood
Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign

Blütenpollen gelten als Superfood, weil sie viele gesunde Inhaltsstoffe enthalten. Doch welche Wirkung haben sie genau und wie entstehen sie eigentlich? Erfahre hier alles Wissenswerte über Blütenpollen.

Blütenpollen: Wie enstehen sie und werden geerntet?

Blütenpollen entstehen aus dem Blütenstaub: Bienen sammeln ihn aus den Staubgefäßen von Pflanzen und reichern ihn anschließend mit Nektar und Enzymen an. Dadurch verklebt der Blütenstaub zu größeren Körnchen. Was wir als Pollen bezeichnen, ist also eine Ansammlung von tausenden winzigen Staubkörnern, die zusammen ein sogenanntes Höschen bilden. Ein Höschen ist ein sechs bis zehn Milligramm schweres Korn.

Die Bienen geben dem Blütenstaub nicht nur Nektar und Enzyme zu, damit er handlich wird und sie ihn in kleinen Portionen zum Bienenstock zurückbringen können. Ein bestimmtes Enzym sorgt auch dafür, dass die Blütenpollen haltbar werden und vor Keimen und Gärprozessen geschützt sind. Die Enzyme machen den Blütenstaub zu einem Nahrungsmittel, das auch für den Menschen genießbar ist und aufgrund seiner Inhaltsstoffe als Superfood gilt.

Eigentlich dienen Blütenpollen aber natürlich dem Bienenvolk als Nahrung: Bienen versorgen damit ihren Nachwuchs und legen Blütenpollen-Vorräte für schlechte Zeiten an. Deswegen sollten Imker:innen nur einen Bruchteil der Blütenpollen für den menschlichen Verzehr sammeln. Das Einsammeln gelingt den Imker:innen mittels eines speziellen Vorsatzes, den sie am Eingang des Bienenstocks anbringen. Wenn die mit der Ernte beladenen Bienen diesen Vorsatz passieren, verlieren sie einen Teil ihrer mitgebrachten Blütenpollen. Dann können sie einfach aufgesammelt werden.

Blütenpollen-Inhaltstoffe: Das steckt in den kleinen Körnern

Bienen sammeln Blütenstaub und reichern ihn an - so entstehen Blütenpollen.
Bienen sammeln Blütenstaub und reichern ihn an – so entstehen Blütenpollen.
(Foto: CC0 / Pixabay / maria-anne)

Blütenpollen sind seit einiger Zeit als Superfood bekannt, also als ein sehr nährstoffreiches Lebensmittel. Laut einer Studie von 2015 („Bee Pollen: Chemical Composition and Therapeutic Application“) setzen sich Blütenpollen aus etwa 250 Komponenten zusammen. Die genaue Zusammensetzung dieser Komponenten variiert je nach Herkunft der Blütenpollen, den Pflanzen, von denen die Bienen sie sammeln, sowie klimatischen Bedingungen. Als einige dieser Komponenten führt eine Übersichtsstudie von 2009 zum Beispiel die folgenden auf:

Blütenpollen sind auch sehr proteinreich. Der Gehalt an Eiweiß kann schwanken, doch laut der Studie von 2015 beträgt er etwa 23 Prozent. Diese beachtliche Menge ist nicht verwunderlich, denn der Bienennachwuchs ist auf Nahrung angewiesen, die viel Protein liefert.

Die Studie schlüsselt auch auf, dass Blütenpollen zu etwa zehn Prozent essentielle Aminosäuren enthalten. Diese Proteinelemente sind lebenswichtig, weil der Körper sie nicht selbst produzieren kann. Deswegen sind wir auf eine ausreichende Zufuhr von essentiellen Aminosäuren über unsere Ernährung angewiesen. 

Außerdem findet sich laut der Studie eine Bandbreite an Vitaminen in Blütenpollen: So enthalten die Kügelchen Provitamin A sowie die Vitamine E, D, B1, B2, B6 und C. 

Hinsichtlich der Mineralstoffe listet der Medical Tribune Blütenpollen beispielsweise als gute Zink-Lieferanten auf. Sie enthalten außerdem Kupfer und Eisen

Neben all den gesunden Inhaltsstoffen können sich jedoch auch weniger erwünschte Stoffe in den Blütenpollen befinden: Beispielsweise können sie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln aufweisen. Auch kommen gefährliche Pyrrolizidinalkaloide darin vor, bei Blütenpollen aus Europa ist die Menge laut Expert:innen jedoch unbedenklich.

Blütenpollen: Diese Wirkung haben sie

Blütenpollen sollen bei Heuschnupfen helfen können - oder die Allergie verstärken.
Blütenpollen sollen bei Heuschnupfen helfen können – oder die Allergie verstärken.
(Foto: CC0 / Pixabay / sweetlouise)

Diese Fülle an Nährstoffen soll Blütenpollen zu regelrechten Wunderhelfern für die Gesundheit machen. Den kleinen Kügelchen wird unter anderem nachgesagt, dass sie 

  • das Immunsystem stärken und die Vitalität steigern, 
  • Muskeln aufbauen und versorgen,
  • die Knochen stärken, 
  • Asthma und Allergiesymptome bekämpfen,
  • die sexuelle Leistungsfähigkeit verbessern,
  • Verdauungsprobleme beheben,
  • bestimmten Krankheiten vorbeugen und ihre Symptome lindern könnten, zum Beispiel Erkältungen oder Magen-Darm-Beschwerden.

Solchen Gesundheitsversprechen solltest du jedoch skeptisch gegenüberstehen: Die tatsächliche therapeutische Wirkung von Blütenpollen ist bisher nämlich wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Tests ließen sich bisher allenfalls an Labortieren durchführen.

Einer dieser Tests ergab beispielsweise, dass Blütenpollen bei Ratten mit Osteoporose tatsächlich die Knochendichte erhöhen können. Eine weitere Studie an Mäusen stellte fest, dass die in den Blütenpollen enthaltenen Flavonoide großes gesundheitserhaltendes Potential haben: Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die sich antioxidativ auf den Körper auswirken. Wissenschaftler:innen konnten außerdem nachweisen, dass eine Zubereitung aus Blütenpollen entzündungshemmend und schmerzlindernd auf Mäuse wirkt. Untersuchungen, die all diese Ergebnisse und Wirkungsweisen auch beim Menschen gesichert nachweisen können, stehen jedoch noch aus. 

Blütenpollen gelten darüber hinaus als Mittel, um Allergien gegen Blütenstaub zu behandeln und sollen beispielsweise einen positiven Effekt auf Menschen mit Heuschnupfen haben. Einige Studien haben jedoch ergeben, dass eine Behandlung mit Blütenpollen auch das genaue Gegenteil herbeiführen kann, nämlich verstärkte allergische Reaktionen. Deswegen ist es besonders für Allergiker:innen wichtig, Blütenpollen nur unter fachkundiger medizinischer Anleitung auszuprobieren. 

Blütenpollen: Empfehlungen für Kauf und Verzehr

Blütenpollen kannst du oft direkt von Imker:innen beziehen.
Blütenpollen kannst du oft direkt von Imker:innen beziehen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Blütenpollen einnehmen

Blütenpollen sind ein Naturprodukt, dessen genaue Inhaltsstoffe variieren können. Somit lässt sich auch nicht allgemeingültig voraussagen, wie sie individuell wirken können. In jedem Fall ist es wichtig, die Blütenpollen genau nach Angabe des Herstellers einzunehmen. Grundsätzlich solltest du zunächst mit einer niedrigen Dosierung starten und sie dann langsam erhöhen. 

Blütenpollen kaufen

Wenn du Blütenpollen einmal ausprobieren möchtest, empfehlen wir dir, beim Einkauf ein paar Dinge zu beachten:

  • Blütenpollen sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, zum Beispiel als Granulat, in Kombination mit anderen Bienenprodukten (zum Beispiel in Gelée Royal oder Propolis), in Kapselform oder in Trinkampullen. Achte bei diesen Produkten darauf, ob und welche Zusatzstoffe sich darin befinden.
  • Möchtest du reine Blütenpollen kaufen, kannst du sie direkt von einer Imkerei beziehen. Viele davon bieten Blütenpollen inzwischen standardmäßig an und beantworten auch gerne alle Fragen darüber, wo die Bienen ihre Pollen gesammelt haben.
  • Wenn du Blütenpollen regional kaufst, vermeidest du auch, dass Emissionen durch den Transport der Körnchen anfallen: Oft stammen importierte Blütenpollen zum Beispiel aus Griechenland oder Spanien.
  • Achte darauf, Bio-Blütenpollen zu kaufen. Diese stammen aus kontrolliert biologischer Bienenzucht und Imkerei. Vielleicht hast du einen Imker vor Ort – oder du suchst online nach einer ökologischen Imkerei. Ökologisch zu imkern bedeutet beispielsweise, dass die Bienen ihr eigenes Wabenwerk bauen dürfen. Indem die dich für Bioprodukte entscheidest, reduzierst du aber auch die Möglichkeit, dass sich Pestizidrückstände in den Blütenpollen befinden – Bio-Imker müssen ihre Bienenstöcke nämlich nach speziellen Vorgaben aufstellen. Dabei muss gewährleistet sein, dass sich in einem Umkreis von drei Kilometern Nektar- und Pollentrachten befinden, die im Wesentlichen aus ökologischen Kulturen, und/oder Wildpflanzen und/oder Kulturen bestehen, die nach Methoden mit geringer Umweltbelastung behandelt werden. Das gibt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau verbindlich vor.

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