Dampfbad: Wie gesund es ist und was du beachten solltest

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Ein wärmendes Dampfbad ist ein bewährtes Hausmittel bei verschiedenen Beschwerden. In der arabischen Welt und der Türkei ist es Teil der Badekultur. Hier erfährst du, wie ein Dampfbad funktioniert und wie es sich von Sauna unterscheidet.

Dampfbäder gab es schon zur Zeit der alten Römer. Auch im ehemaligen Gebiet des osmanischen Reiches (wie der Türkei oder dem Iran) erfreuten sich sogenannte „Hamams“ großer Beliebtheit. Die Bäder haben auf der ganzen Welt verschiedene Ausführungen und Namen: Nebelsauna, Schwitzhütte, die russische Banja, das japanische Sento oder das österreichische Caldarium. 

Dampfbäder findest du in vielen Spa-Bereichen von Hotels, speziellen Wellness-und-Saunalandschaften, Schwimmbädern und einigen Fitness-Studios. Ein Besuch im Dampfbad funktioniert ähnlich wie ein Besuch in der Sauna: Mit nichts als einem Handtuch bekleidet setzt du dich in einen geschlossenen Raum, in dem es etwa 50 Grad warm ist.

Beim Dampfbad gibt es aber zusätzlich Wasserdampf, der die Feuchtigkeit im Raum erhöht. Hier kannst du zur Ruhe kommen und entspannen. Wie bei einem Saunagang ist danach eine kalte Wechseldusche angesagt: den Wechsel zwischen heiß und kalt solltest du mehrmals wiederholen.

Was du vor einem Besuch im Dampfbad beachten solltest:

  1. Vorher duschen. So trägst du keine Bakterien in den Raum hinein.
  2. Immer ein Handtuch unterlegen. Schließlich sitzt und schwitzt du dort, wo später auch andere Gäste sitzen.
  3. Schlappen mitnehmen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit ist das Risiko für Keime und vor allem für Fußpilz sehr hoch.

Vorteile des Dampfbads: Darum ist es gut für die Gesundheit

Dampfbaden stärkt das Immunsystem - nicht nur in der kalten Jahreszeit.
Dampfbaden stärkt das Immunsystem – nicht nur in der kalten Jahreszeit.
(Foto: CC0 / Pixabay / EstonianSaunas)

Dampfbäder können bei vielen verschiedenen gesundheitlichen Problemen helfen – auch vorbeugend. Da die Hitze im Dampfbad so groß ist, aktiviert der Körper verschiedene Mechanismen, um sich abzukühlen: Die Blutgefäße in der Haut weiten sich, der Körper produziert Schweiß und die Lungenaktivität erhöht sich.

Ein Dampfbad kann bei folgenden Problemen helfen:

  • Immunerkrankungen: Laut Heidrun Holstein von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wird der Körper im Dampfbad in ein „künstliches Fieber“ versetzt. Dies regt das Immunsystem dazu an, Krankheitserreger abzutöten.
  • Reine Haut: Die Blutgefäße in deiner Haut weiten sich und auch deine Poren öffnen sich. Der im Gesicht produzierte Schweiß hilft der Reinigung der Haut.
  • Erkältung und Atemwegserkrankungen: Die Schleimhäute werden befeuchtet, die Zugabe von ätherischen Ölen wie Eukalyptusöl erhöhen diesen Effekt. Bei Kindern mit Bronchitis wurden nach 24 Stunden eindeutig weniger Atemprobleme festgestellt. Die Krankheit heilte auch viel schneller.
  • Hoher Blutdruck: Im Rahmen einer Studie haben Sportler im Dampfbad ein Hormon (Aldosteron) ausgeschüttet, dass den Blutdruck bei ihnen merklich senkte. Achtung: Wer unter Herz-Kreislauf-Problemen leidet, sollte jedoch trotzdem vorsichtig sein: Gerade dieses System wird im Dampfbad beansprucht.
  • Beruhigende Wirkung: In derselben Studie fanden die Forscher heraus, dass auch das Stresshormon Cortisol bei den Sportlern abnahm.
  • Muskelverspannung: Die sehr warme Temperatur im Dampfbad mit anschließend kalter Wechseldusche regt die Durchblutung stark an. Sie sorgt auch dafür, dass die Muskeln sich entkrampfen.
  • Beugt Muskelkater vor: Studien haben gezeigt, dass ein Dampfbad lästigem Muskelkater vorbeugen kann. Die feuchte Hitze dringt tief in deine Muskeln ein und stellt ihre Leistungsfähigkeit schneller wieder her. 
  • Gelenkbeschwerden: Wärme soll bei Gelenkproblemen helfen. Ihr wird nachgesagt, dass sie die Flexibilität und die Kraft der Gelenke erhöht.

Wann du ein Dampfbad vermeiden solltest

Einem schwachen Herzen kann ein Dampfbad generell gut tun, einen Anfänger jedoch überfordern.
Einem schwachen Herzen kann ein Dampfbad generell gut tun, einen Anfänger jedoch überfordern.
(Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Ein Dampfbad ist nicht für jeden geeignet: Wer gesund und fit ist und regelmäßig Sport treibt, muss sich keine Sorgen machen. Doch gibt es Risikogruppen, die keine Dampfbäder machen sollten.

  • Personen mit starken Herz-Kreislauf-Beschwerden: Als Dampfbad-Einsteiger mit hohem Blutdruck oder einem schwachen Herzen kann das Dampfbad deinen Kreislauf überfordern. Wenn du an einer Herzschwäche leidest, solltest du einen Dampfbad-Besuch also vorher mit einem Arzt absprechen. Wenn du geübt bist im Sauna- oder Dampfbadgang, kannst du dies natürlich auch weiter tun. Grundsätzlich ist ein Dampfbad sehr gesund fürs Herz.
  • Bei Entzündungen der Organe und grippalen Infekten solltest du deine Körpertemperatur nicht zusätzlich erhöhen.
  • Wer unter HIV oder einer anderen Immunschwäche leidet, sollte im Dampfbad vorsichtig sein. In der feuchten Umgebung können sich leicht Keime bilden, die von der Temperatur nicht abgetötet werden.
  • Schwangere sollten immer mit einem Arzt absprechen, ob ein Gang ins Dampfbad empfehlenswert ist.
  • Kinder haben meist keine Probleme in einer Sauna oder einem Dampfbad. In Finnland ist das gemeinsame Schwitzen von Anfang an „Familiensache“. Doch es ist empfehlenswert, den Dampfbadgang  kurz zu halten.

Sauna oder Dampfbad – die Unterschiede

Sowohl Sauna als auch Dampfbad haben erhebliche Vorteile für deine Gesundheit.
Sowohl Sauna als auch Dampfbad haben erhebliche Vorteile für deine Gesundheit.
(Foto: CC0 / Pixabay / TheUjulala)

Zwischen einem Dampfbad und einer Sauna gibt es zwei große Unterschiede:

  1. Temperatur: In einer Sauna herrscht eine sehr hohe Temperatur von 70 bis 100 Grad Celsius. In einem Dampfbad sind es meist nur 50 Grad.
  2. Luftfeuchtigkeit: In einer Sauna herrscht eine sehr trockene Luft. Im Dampfbad ist dagegen die Luftfeuchtigkeit ausgesprochen hoch – bis zu 100 Prozent. So hoch also, dass sich Tröpfchen in der Luft und auf der Haut bilden.

Laut einer polnischen Studie gibt es einen weiteren Unterschied zwischen den beiden Schwitzhütten: Um gegen die Überhitzung zu kämpfen, setzt der Körper verschiedene Kühlungsmechanismen ein. Wenn die Luft jedoch zu feucht ist, kann der Schweiß auf der Haut schwerer verdampfen. Dies führt dazu, dass der Körper sich stärker erhitzt – obwohl ein Dampfbad eine niedrigere Temperatur hat. Die Probanden wiesen folgende Unterschiede im Dampfbad auf: 

  • einen erhöhten Puls und Blutdruck,
  • eine erhöhte rektale Körpertemperatur,
  • ein erhöhtes Stressempfinden durch die Hitze,
  • eine geringere Abnahme des Körpergewichts.

Wenn du abnehmen bzw. entwässern möchtest, hilft dir daher auch eine Trockensauna besser: Die Probanden verloren nach der Trockensauna doppelt so viel Gewicht.

Beachte: Ob Sauna oder Dampfbad: Du solltest in keiner der beiden mehr als 15 Minuten verbringen. Deine Körpertemperatur sollte nicht um mehr als ein Grad Celsius ansteigen. Dies könnte vor allem für Herzpatienten oder Menschen mit Kreislaufschwäche schnell gefährlich werden. In jedem Fall empfiehlt Rolf-Andreas Pieper vom Deutschen Sauna-Bund bloß ca. acht bis zwölf Minuten in Sauna oder Dampfbad zu verbringen. Danach sollte man immer eine Wechseldusche (für Risikogruppen und Anfänger nicht zu kalt) vornehmen. So lässt sich der Prozess bis zu dreimal wiederholen. 

Für Zuhause: Gesichtsdampfbäder

Ein Gesichtsdampfbad kann sowohl bei Erkältungen und verstopften Poren helfen.
Ein Gesichtsdampfbad kann sowohl bei Erkältungen und verstopften Poren helfen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Gesichtsdampfbäder sind ein altes Hausmittel, dass vor allem bei zwei Arten von Beschwerden helfen soll:

  • Erkrankungen der Atemwege (z.B. Erkältung, Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung)
  • Hautprobleme (z.B. Pickel, gereizte Haut, verstopfte Poren)

Die feinen Tröpfchen der heißen und feuchten Luft des Dampfbades gelangen in den Mund- und Rachenraum, die Nase und die Nebenhöhlen. Dadurch können sie helfen, den Schleim zu lösen. Nach einem Gesichtsdampfbad husten wir häufig schneller ab und die Nase läuft.

Ein Gesichtsdampfbad mit Kamille soll außerdem dabei helfen, die Entzündungen zu lindern. Kamille wird ein entzündungshemmender Effekt nachgesagt. Auch verschiedene ätherische Öle wie Eukalyptusöl können dabei Linderung verschaffen. Asthmatiker und Kinder sollten diese Öle jedoch vermeiden.

Bei schlechter Haut soll ein Dampfbad die Poren öffnen und die Haut mit Feuchtigkeit versorgen können. Sogar kleine Falten sollen dadurch gemindert werden können. Auch hier kannst du Kamille gegen Entzündungen in der Haut einsetzen, aber auch verschiedene Kräuter können helfen. Denke immer daran, dein Gesicht vorher zu reinigen und vor allem von jeglichem Make-Up zu befreien.

Wie du ein Dampfbad für eine reine Haut vorbereitest, erklären wir dir hier:

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