9 häufige Fehler, die Erkältungen noch schlimmer machen

Foto: Pixabay CC0

Die Nase läuft, der Hals kratzt und der Kopf schmerzt: Eine Erkältung erwischt im Winter fast jeden. Damit sie schnell wieder vergeht, gibt es viele Hausmittel die helfen – aber auch einige, die das Gegenteil bewirken.  

Eine einfache Erkältung ist zwar relativ harmlos, wer leichtsinnig ist oder sie nicht richtig behandelt riskiert , den ganzen Winter mit einer Schnupfnase zu verbringen. Deshalb solltest du diese zehn Fehler bei einer Erkältung unbedingt vermeiden:

1. Nasenspray falsch verwenden

Nasenspray verschafft dir bei einer verstopften Nase schnelle Linderung – dennoch solltest du vorsichtig sein und das Spray nicht allzu oft und lange anwenden. Haben sich deine Schleimhäute erst an die Wirkstoffe gewöhnt, kann es passieren, dass die Nasenschleimhäute sogar stärker anschwellen.

Wer dann weiter Nasenspray benutzt, riskiert einen chronischen Schnupfen. Die gereizten Nasenschleimhäute können austrocknen und ihre Abwehrfunktion nicht mehr erfüllen – was wiederum den Weg frei für Keime macht. Nasensprays solltest du deshalb allerhöchstens eine Woche lang verwenden. Noch besser: Selbst gemachtes Nasenspray verwenden.

2. Kräftig Schnäuzen und Nasenschleim hochziehen

Eine laufende Nase ist unangenehm, ständiges schniefen und hochziehen auch. Irgendwie muss man den Nasenschleim aber loswerden. Heftig zu Schnäuzen ist allerdings nicht hilfreich, weil man das Sekret dabei in die Nebenhöhlen bis zur Ohrtrompete presst. Im schlimmsten Fall kann das zu zu einer Nebenhöhlen- und Mittelohrentzündung führen.

Den Nasenschleim stattdessen hochzuziehen und über den Rachen runterzuschlucken ist aber auch nicht sinnvoll. Das infektiösen Sekret kann so eine Rachen- oder Halsentzündung auslösen. Besser: Das Nasensekret abtupfen oder die Nase mit wenig Druck putzen.

3. Im Bett bleiben

Wer erkältet ist, fühlt sich häufig schlapp und müde – und verkriecht sich deshalb am liebsten im Bett. Das hilft dem Körper bei einer einfachen Erkältung aber nur bedingt. Besser ist es, sich warm einzupacken und zwischendurch eine Runde spazieren zu gehen. Das ist gut für den Kreislauf und die gereizten Nasenschleimhäute. Bei Fieber gilt das nicht – hier ist Bettruhe nötig und angemessen.

Nachhaltig schlafen: Matratze, Bettdecke, Kissen, Bettwäsche
Ist zwar verlockend, während einer Erkältung sollte man aber nicht die ganze Zeit im Bett verbringen.  (Foto: © Saimen. / photocase.com)

3. Niesen unterdrücken

Niesen ist laut, unappetitlich – und uns in der Öffentlichkeit deshalb unangenehm. Dabei sind wir aber nicht zum Spaß mit dem Niesreflex ausgestattet. Er sorgt dafür, die Nase von Fremdkörpern wie Staub, Viren und Bakterien zu befreien. Wer das Niesen unterdrückt, richtet den Druck, der die Fremdkörper eigentlich aus dem Körper rausschleudern soll nach innen.

So kann im Ohr ein Überdruck entstehen, der unangenehm ist. Worauf man beim Niesen dennoch achten sollte: nicht in die Handflächen Niesen, sondern in die Armbeuge. So verschont man seine Mitmenschen vor herumfliegenden Viren und Bakterien oder einem kontaminierten Handschlag.

5. Warme Milch mit Honig trinken

Eine Erkältung bringt meist auch Husten mit sich. Warme Milch mit Honig klingt dabei wohltuend – ist bei Husten aber nicht hilfreich. Das Getränk regt die Schleimbildung im Rachen an und fördert den Husten so sogar. Stattdessen sollte man lieber zu Tees greifen, Ingwer, Salbei und Thymian helfen besonders gut.

6. Zu früh wieder Sport machen

Wer erkältet ist, sollte keinen Sport treiben, denn Sport bei einer Virusinfektion schadet dem Körper: Bei einer Erkältung arbeitet das Immunsystem härter als sonst, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Die Anstrengung beim Sport ist ein zusätzlicher Stressfaktor. Braucht unser Immunsystem seine Reserven dafür auf, kann es nichts mehr gegen die Krankheitserreger tun. Ähnliches gilt für bakterielle Infektionen.

Hinzukommt: Bei einem grippalen Infekt kann Sport dazu führen, dass die Erreger das Herz angreifen und eine Herzmuskelentzündung verursachen ­– und diese kann mitunter sogar lebensgefährlich sein. Vor allem bei Fieber sollte man auf keinen Fall Sport treiben.

Bei einer leichten Erkältung kannst wieder Sport treiben, sobald die Symptome abklingen. Nach fiebrigen Infekten sollte man mindestens eine Woche pausieren. Höre auf deinen Körper und treibe nur so viel Sport, wie dir gut tut.

Natriummangel kann entstehen, wenn du nach dem Sport zu viel Flüssigkeit zu dir nimmst.
Sport bei einer Erkältung ist nicht empfehlenswert.  (Foto: CC0/pixabay/ID 5239640)

7. Erkältung mit Antibiotika behandeln

Antibiotika wirken nur gegen bakterielle Infektionen, Erkältungen sind aber in den allermeisten Fällen Virus-Infektionen. Hier bringen sie nichts, sondern schaden sogar: Denn je häufiger Antibiotika eingesetzt werden, desto größer ist das Risiko, dass Bakterien gegen die Medikamente resistent werden. Besser sind natürliche Antibiotika in Form von Heilpflanzen.

8. Erkältung ausschwitzen

Eine gute Idee ist es, sich bei einer Erkältung in die heiße Badewanne zu setzen, sich danach warm einzupacken und mit einer Wärmflasche ins Bett zu legen. Keine gute Idee hingegen ist es, die Erkältung in der Sauna ausschwitzen zu wollen. Die heiße Luft belastet den ohnehin schon schwachen Kreislauf zusätzlich. Ein Saunabesuch begünstigt außerdem, dass sich Keime besser vermehren. Wer erkältet ist, sollte die Sauna also lieber meiden.

9. Arbeiten gehen

Eine Erkältung fesselt einen meist nicht gleich ans Bett. Dennoch ist es sinnvoll, die ersten zwei bis drei Tage einer Infektion zuhause zu bleiben – in dieser Zeit ist die Ansteckungsgefahr am größten. Klingen die Symptome ab, kann man wieder arbeiten gehen. Es empfiehlt sich allerdings, noch etwas Abstand zu Kollegen, Freunden und Familienmitgliedern zu halten, bis alle Beschwerden vorbei sind.

Übrigens: Heiße Zitrone trinken …

… verschlimmert deine Erkältung zwar nicht, aber: Zitronen enthalten viel Vitamin C, ihr regelmäßiger Verzehr stärkt das Immunsystem und ist hilft, eine Erkältung wieder loszuwerden. Heiße Zitrone wird dabei gern als bewährtes Hausmittel gelobt – dabei gibt es nur leider ein entscheidendes Problem: Vitamin C ist hitzeempfindlich und geht in heißem Wasser verloren. Statt also Zitronensaft mit kochendem Wasser zu mischen, solltest du lauwarmes Wasser verwenden. Optimal ist eine Temperatur von 40 Grad Celsius.

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(2) Kommentare

  1. Lustig: hier steht
    „5. Warme Milch mit Honig trinken
    Eine Erkältung bringt meist auch Husten mit sich. Warme Milch mit Honig klingt dabei wohltuend – ist bei Husten aber nicht hilfreich. Das Getränk regt die Schleimbildung im Rachen an und fördert den Husten so sogar.“
    unter https://utopia.de/ratgeber/milch-mythen/ schreibt ihr aber:
    Mythos #6: Milch verschleimt uns […] Hier gilt jedoch komplette Entwarnung: in keiner einzigen Studie konnte festgestellt werden, dass der Konsum von Milchprodukten zu Schleimbildung führt. Weder im Bereich der Atemwege noch im Verdauungstrakt. Milch verschleimt uns nicht.
    …kein Wunder, dass der Mythos (wenn er denn einer ist?) weiterlebt, wenn er immer wieder neu belebt wird…

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