Echter Ökostrom von unabhängigen Anbietern

Echter Ökostrom
Foto: buba mara Quelle: photocase.com

Du würdest gerne zu Ökostrom wechseln, weiß aber nicht zu welchem Anbieter? Utopia macht es dir einfach und zeigt die wenigen Anbieter mit echtem Ökostrom. Hinter den meisten angeblich grünen Tarifen stecken nämlich die großen Atomkonzerne.

Ökostrom wird nicht mit Atomkraft- oder Kohle-Kraftwerken erzeugt. Stattdessen nutzen Stromproduzenten erneuerbare Energien wie Sonne, Wind, Wasser oder nachhaltig erzeugte Biomasse.  Derzeit bieten rund 800 Stromversorger Tarife mit grünem Strom an. Ganz schön viele, wie soll man sich zurechtfinden? Ganz einfach! Damit in Deutschland der vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien gelingt, müssen sie massiv ausgebaut werden. Dafür engagieren sich aber nur wenige Stromproduzenten.

Der falsche Ökostrom der Atomkonzerne

Die meisten „Ökostrom-Anbieter“ stehen in eigentumsrechtlichen Verbindungen zu den großen vier Atomkonzernen. Vattenfall, E.on, EnBW und RWE produzieren fast 80% des Stroms in Deutschland. Sie sind an einigen hundert regionalen Stromversorgern beteiligt. Für den Vertrieb ihres „Ökostroms“ haben sie außerdem einige „grüne“ Tochterunternehmen gegründet.

Zwar betreiben die Konzerne tatsächlich einige Öko-Kraftwerke, aber hilft es der Umwelt, wenn sie weiterhin hauptsächlich auf Atom und Kohle setzen? Nach wie vor investieren sie ihr Geld in Atom- und Kohlekraftwerke und versuchen, die Energiewende mit Lobbyarbeit und Lügen auszubremsen.

„Ökostrom“ aus alten Kraftwerken nutzt der Umwelt nichts

Eine andere Taktik von angeblichen Ökostrom-Anbietern: Sie sortieren sauberen Wasserstrom aus ihrem konventionellen Angebot und bieten ihn separat als Ökostrom an.  Meist handelt es sich dabei um Strom, der im Ausland mit alten Wasserkraftwerken produziert wird. Strom aus Wasserkraftwerken ist zwar guter Strom, aber ein zusätzlicher Nutzen für die Umwelt entsteht nur dann, wenn Ökostrom konventionell erzeugten Strom vom Markt verdrängt. Das geschieht, wenn der Anbieter in neue umweltschonende Kraftwerke investiert – und das tun nur wenige. Lies dazu auch den Beitrag: Was du über Ökostrom wissen solltest (aber keiner laut sagen mag).

Es gibt nur wenige echte Ökostrom-Anbieter

In Deutschland gibt es nur vier Anbieter, die bereits seit vielen Jahren bundesweit „echten” Ökostrom anbieten und von Umweltorganisationen uneingeschränkt empfohlen werden: EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom. Alle vier treiben den Ausbau der erneuerbaren Energie voran und sind unabhängig von den Atomkonzernen. Polarstern und Mann Naturenergie sind zwei neuere Unternehmen, die ebenfalls echten Ökostrom anbieten. Die NGO Robin Wood empfiehlt sie allerdings mit einer kleinen Einschränkung: beide bieten ihren Ökostrom zu regional unterschiedlichen Preisen an. Die Bürgerwerke sind ein Zusammenschluss von Energiegenossenschaften, der sich insbesondere für eine reginale Energieversorgung in Bürgerhand einsetzt.

Egal für welchen Anbieter du dich aus der Utopia-Bestenliste entscheidest, du triffst eine gute Wahl. Lass dich von den Bewertungen der Utopia-Community inspirieren.

Welche Ökostrom-Zertifikate sind hilfreich?

Es gibt eine ganze Reihe von Ökostrom-Zertifikaten mit unterschiedlichen Kriterien und von unterschiedlicher Glaubwürdigkeit (siehe Ökostrom-Label: die wichtigsten Siegel im Vergleich). Wir empfehlen dir, dir die Suche nach dem richtigen Ökostrom-Anbieter nicht komplizierter als nötig zu machen. Wähle einfach einen Anbieter aus der Utopia-Bestenliste.

Was ist mit Ökostrom von Stadtwerken?

Eine einzelne Bewertung der 800 deutschen Stadtwerke gibt es nicht, weil sie zu aufwendig ist. Campact schreibt im Buch „Abschalten!“, dass sich einige kommunale Energieversorger glaubwürdig und wirkungsvoll für die Energiewende engagieren. Die meisten würden aber viel zu wenig in den Ausbau erneuerbarer Energien oder sogar in Kohlekraftwerke investieren. Bei rund einem Viertel der Stadtwerke seien Atomkonzerne oder ihre Tochterunternehmen Anteilseigener.

Utopia hat sich 2015 aber 12 größere Stadtwerke angeschaut: mehr im Beitrag Wie gut ist Ökostrom von den Stadtwerken?

Weiterlesen auf Utopia.de:

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(103) Kommentare


    • Das ist richtig, deshalb ist auch mancher Ökostrom ein Mogelpaket.
      Wie genau funktioniert euer Modell ? Woher kommt der Ökostrom?
      Wie wird er produziert?

  1. Der Strom ist bei uns zu 100% ÖKO, da legen wir sehr viel Wert darauf, so kaufen wir auch keinen Strom, der von Staudämmen kommt, da die auch nicht gut für die Natur sind.
    Der Strom kommt aus Norwegen, Deutschland und Österreich.
    Unser Ziel ist, dass der Strom nur noch dezentral erzeugt wird, also direkt beim Verbraucher um lange Wege zu vermeiden und den Trassenbau zu reduzieren.
    Wir unterstützen unsere Kunden Selbstversorger zu werden, so bieten wir auch Schlüsselfertige Nullenergiehäuser schon ab 200.000 € an, die keine Energie mehr von außen benötigen! In Österreich stehen davon schon mehr als 100 Häuser, die Beweisen, dass die Energiewende kein Scherz ist.
    Bitte habt Verständnis, dass ich in Foren zurückhaltend schreibe und die Firma hier nicht Preis gebe, da ich keine Lust auf Schlammschlachten habe und der Atomlobby auch kein Futter geben werde. Wer mehr wissen will, kann mich gerne anschreiben. [E-Mail-Adresse entfernt v. Utopia-Team]

  2. Wir beziehen seit längerer Zeit Strom von Proengeno (früher Strommixer), einem unabhängigen Ökoenergie-Anbieter, der 1989 von 14 Privatpersonen gegründet wurde. Wir sind bestens zufrieden, insbesondere, da wir nicht von einer der Großkonzerne beliefert werden.

  3. So jetzt ist es amtlich ,die insolvenz ist abgewendet prokon wird eine genossenschaft !!! jetzt kommt es auf die leute an wir brauchen jede unterstützung !! deshalb jetzt wechseln !!! und natürlich anteile kaufen , sollen wohl ca. 50.- € kosten ,steht noch nicht ganz fest . das ist auch der GLS-bank zu verdanken die mit an bord ist .
    also los !!!

  4. Hallo liebes Utopia-Team, in diesem Artikel habt ihr den Ökostromanbieter „Bürgerwerke eG“ vergessen. In eurer Bestenliste kommt er aber vor (sogar recht weit vorne). Da sollte er vielleicht auch in diesem Artikel noch Erwähung finden, oder? 🙂
    Liebe Grüße!

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