Glycerin: Was du über den Pflegezusatz für Haut und Haar wissen musst

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Glycerin findet sich in vielen kosmetischen Produkten für Haut und Haar. Doch welche Risiken birgt Glycerin und ist es giftig? Wir klären die wichtigsten Fakten rund um den Pflegezusatz.

Bei Glycerin (auch unter dem Begriff Glycerol bekannt) handelt es sich um einen 3-wertigen Alkohol. Glycerin wird durch unterschiedliche Methoden gewonnen und kann dabei tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sein. Zudem findet Glycerin nicht nur in Kosmetika, sondern auch in zahlreichen anderen Produkten Anwendung. Es kommt unter anderem in Medikamenten, Shisha-Tabak, Frostschutzmittel, Schuhcreme und Futtermittel als Inhaltsstoff vor.

Welche Formen von Glycerin gibt es?

Viele herkömmliche Kosmetika enthalten Glycerin.
Viele herkömmliche Kosmetika enthalten Glycerin. (Foto: CC0 / Pixabay / Bru-nO)

Je nach Herstellungsmethode wird Glycerin in pflanzliches, tierisches, konventionelles und Bio-Glycerin unterschieden:

  • Glycerin pflanzlichen Ursprungs entsteht hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Herstellung von Bio-Diesel.
  • Glycerin tierischen Ursprungs wird aus tierischen Fetten gewonnen.
  • Konventionelles Glycerin ist synthetisch erzeugt und basiert auf Erdöl.
  • Bio-Glycerin, das zum Beispiel in Naturkosmetik vorkommt, wird aus Pflanzen gewonnen. Auch wenn diese Glycerin-Variante als besonders hautfreundlich gilt, solltest du berücksichtigen, dass Bio-Glycerin häufig auf Palmöl basiert.

Auswirkungen von Glycerin auf den Körper

Bio-Shampoo kann auch Glycerin enthalten
Bio-Shampoo kann auch Glycerin enthalten (Foto: Foto: CC0/Pixabay/saponifier; Colourbox.de)

In Kosmetikprodukten wird Glycerin hauptsächlich eingesetzt, um Feuchtigkeit zu binden. Dies hat zwei Gründe:

  1. Einerseits hält es die Feuchtigkeit im Pflegeprodukt selbst fest, um zu vermeiden, dass Duschgel oder Zahncreme austrocknen.
  2. Andererseits soll es die Elastizität der Haut beibehalten oder sogar erhöhen und sie vor dem Austrocknen schützen. Zudem schont es die Haut vor den in Shampoo und Duschgel enthaltenen Tensiden und mildert deren austrocknende Wirkung.

Häufig stehen Kosmetika mit Glycerin jedoch in der Kritik: Grund dafür ist die Annahme, dass Glycerin die Haut austrocknet, obwohl es in erster Linie das Gegenteil bewirken soll. Tatsächlich kann Glycerin die Haut ab einer Konzentration von 30 Prozent austrocknen, so verschiedene Studien. Bei sehr niedriger Luftfeuchtigkeit binden Glycerine nicht die Feuchtigkeit aus der Luft, sondern entziehen sie dem Bindegewebe. So wird die Haut von innen ausgetrocknet und Glycerin bewirkt das Gegenteil seines eigentlichen Zwecks. In den meisten Kosmetikartikeln wird Glycerin jedoch mit einer maximalen Konzentration von zehn Prozent verwendet.

Empfehlung: besser auf Glycerin verzichten

Naturkosmetik mit nachvollziehbaren Inhaltsstoffen als Alternative zu Palmöl und Co.
Naturkosmetik mit nachvollziehbaren Inhaltsstoffen als Alternative zu Palmöl und Co. (Foto: CC0 / Pixabay / silviarita)

Je nach Zusammensetzung und Konzentration kann Glycerin in Kosmetikprodukten für Haut und Haare bedenklich sein. Du solltest aber auf jeden Fall die Herkunft des verwendeten Glycerins hinterfragen und zum Beispiel auf Produkte verzichten, die auf Palmöl oder tierischen Fetten basieren. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, hast du außerdem eine große Auswahl an natürlichen Produkten, die ganz ohne Glycerine auskommen.

Beachte dabei, dass sich auch in Naturkosmetik teilweise Palmöl versteckt, weil das Bio-Glycerin oft auf Palmöl basiert. Möchtest du kein Glycerin aus tierischen Fetten, kannst du als „vegan“ deklarierte Produkte verwenden.

Tipp: Kosmetik einfach selber machen – so kannst du nicht nur auf Glycerin, sondern auch auf den Verpackungsmüll verzichten.

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