Hands-on-Mentalität: So kannst du sie erlernen und nutzen

Bei einer Hands-on-Mentalität werden Probleme sofort angegangen
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Eine Hands-on-Mentalität wünschen sich viele Firmen von ihren künftigen Arbeitnehmer:innen, wenn sie Stellen ausschreiben. Wir verraten dir, was hinter diesem Social Skill steckt.

Hands-on-Mentalität steht in etwa für „Ärmel hochkrempeln und anpacken“. Personen, die über eine solche Mentalität verfügen, handeln lieber, statt sich lange mit der Theorie aufzuhalten. Sie achten im Berufsalltag aktiv darauf, ob sich eine Aufgabe stellt und erledigen diese dann rasch, ohne zu zögern – auch wenn die Angelegenheit nicht unbedingt ihrer Berufsbeschreibung entspricht. Gerade dieses praxisorientierte Arbeiten schätzen viele Arbeitgeber:innen sehr. Angestellte mit Hands-on-Mentalität gehen ihrem Beruf selbstständig und zuverlässig nach und schaffen es, Vorhaben in die Tat umzusetzen. 

Eine Hands-on-Mentalität vereint Eigenschaften wie Erfahrung, Kreativität, Durchsetzungsvermögen, Eigeninitiative, Selbstbewusstsein, Hilfsbereitschaft und Kritikfähigkeit. Für die Karriere gilt Hands-on-Mentalität als eine der wichtigsten Kompetenzen. Gerade in Berufen, in denen eigenständig gehandelt werden muss, ist sie von Vorteil. Vor allem gilt das für Führungskräfte und Personen, die Personalverantwortung haben. Aber auch im Einzelhandel und kreativen oder sozialen Berufen ist eine Hands-on-Mentalität wichtig.

Selbstständig zu handeln und Probleme aktiv anzugehen ist aber auch im Privatleben von Nutzen und hilft dir, Ziele umzusetzen. Zum Beispiel, wenn du ein neues Hobby erlernen willst und dafür Struktur brauchst, wenn du endlich deine Steuererklärung erledigen oder ein großes Umbauprojekt im Garten angehen möchtest. Sachen auf die lange Bank zu schieben, ist für Menschen mit Hands-on-Mentalität keine Option. Egal, in welchem Bereich: Sie erkennen aktiv Probleme und versuchen sie zu lösen.

Hands-on-Mentalität: So kannst du sie dir aneignen

Eine Hands-on-Mentalität lässt sich erlernen.
Eine Hands-on-Mentalität lässt sich erlernen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Firmbee)

Nicht jede:r ist zum Macher oder zur Macherin geboren. Das ist vollkommen in Ordnung: Auch zurückhaltende, besonnene Menschen, die in Ruhe nachdenken, bevor sie sich an eine Aufgabe machen, sind wichtige Mitglieder eines Teams. Trotzdem kannst du es schaffen, dir zumindest in Teilen eine Hands-on-Mentalität anzueignen. Denn einige Handlungsweisen, durch die sich diese Mentalität auszeichnet, können alle gut umsetzen. 

So gewöhnst du dir eine Hands-on-Mentalität an:

  • Biete deine Hilfe an, wenn du gerade Luft hast und merkst, dass Kolleg:innen überfordert sind oder zu viele Aufgaben auf einmal bewältigen müssen. Damit zeigst du Engagement.
  • Eigne dir Wissen an und bilde dich freiwillig weiter. Du kannst dich zum Beispiel über neue Computerprogramme informieren oder dich in komplexere Themengebiete einlesen. Gibt es in deiner Arbeit Angebote zur Fortbildung, kannst du diese wahrnehmen.
  • Entscheidungen zu treffen ist nicht immer einfach. Doch auch deine Entscheidungsstärke kannst du trainieren – zum Beispiel, indem du Optionen eingrenzt oder eine Nacht über das Problem schläfst.
  • Versuche auch in stressigen Situationen, dein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Zur Stressbewältigung kannst du zum Beispiel To Do-Listen für den Tag anlegen und deine Aufgaben priorisieren. So weißt du genau, an welchen Punkt du dich zuerst machen solltest und was noch etwas warten kann. 
  • Denke mit und höre nicht zu sehr auf den Spruch „Aber das haben wir schon immer so gemacht“, wenn du einen einfacheren oder effektiveren Weg der Umsetzung gefunden hast.
  • Bringe dich in Gespräche oder Besprechungen ein. Stelle Fragen und präsentiere deine Ideen. Traust du dich nicht, in einer größeren Runde das Wort zu ergreifen, kannst du deine Ideen vielleicht auch zuerst im Gespräch mit Vorgesetzten oder Kolleg:innen zur Sprache bringen. Auch das kann dich voranbringen, da du Initiative zeigst. 

Jenseits des Arbeitsalltags ist es genauso gut möglich, eine Hands-on-Mentalität erlernen – zum Beispiel, indem du dir ein Ehrenamt suchst. Auch dabei musst du eher aktiv mitanpacken, als dich mit theoretischen Überlegungen zu befassen. Du kannst auch Freund:innen oder Familienmitgliedern deine Hilfe anbieten, wenn du merkst, dass sie mit etwas überfordert sind. Dadurch trainierst du ebenfalls deine Hands-on-Mentalität.

Hands-on-Mentalität: Die Nachteile

Eine Hands-on-Mentalität kann zu Überstunden verleiten.
Eine Hands-on-Mentalität kann zu Überstunden verleiten.
(Foto: CC0 / Pixabay / lukasbieri)

Hands-on-Mentaliät ist zwar gefragt auf dem Arbeitsmarkt, allerdings birgt dieser Social Skill auch Nachteile, unter anderem diese:

  • Wenn du dich immer aktiv einbringst, kann das den Eindruck vermitteln, dass du jede Aufgabe gerne übernimmst. Sage auch öfter nein, wenn du etwas nicht machen möchtest, einen schlechten Tag hast oder dir alles zu viel wird. Rutschst du zu sehr in Richtung Toxic Positivity ab und beklagst dich nicht, können Arbeitgeber:innen daraus womöglich schlussfolgern, dass sie dir alles zumuten können. 
  • Übernimmst du immer wieder zusätzlich Aufgaben, kann das dazu führen, dass du Überstunden machen musst. Darunter leidet dein Privatleben.
  • Neigst du zur Hands-on-Mentalität und handelst schnell und direkt, kann das auch zu Konflikten mit Kollegen und Vorgesetzten führen. Denn nicht immer sind alle Teammitglieder einer Meinung, was die beste Handlungsmöglichkeit angeht. Wie du mit Konflikten im Büro umgehst, erklärt dir unser Ratgeber zum Thema Konfliktmanagement.
  • Mit einer Hands-on-Mentalität kann es dir auch passieren, dass du berufliche Probleme mit ins Privatleben nimmst, weil du dich so sehr mit dem Lösen von Problemen beschäftigst. Dabei ist es sehr wichtig, hin und wieder auch eine Auszeit zu nehmen
  • Schnelles und effektives Handeln hat zwar viele Vorteile – oft geraten dabei aber auch Details und Feinheiten aus dem Blick. Es lohnt sich daher, wenn du dich nicht immer nur auf dein Bauchgefühl verlässt, sondern auch auf dein theoretisches Wissen zurückgreifst. 

Besser, als sofort dein Können unter Beweis zu stellen und dich für jeden Einsatz zu melden, ist es, eine Balance zwischen Hands-on-Mentalität und Besonnenheit zu finden. Auch wenn du eher der Typ Macher:in bist, solltest du nicht an deine Grenzen gehen. Manchmal lohnt es sich, noch einmal über eine Sache nachzudenken oder Kolleg:innen um Rat zu bieten, bevor du eine Entscheidung triffst.

Und wenn du eher zurückhaltend oder introvertiert bist, solltest du dich nicht zu sehr unter Druck setzen, eine Hands-on-Mentalität zu entwickeln. Denn nicht jede Aufgabe erfordert diesen Soft Skill. Auch wenn eine Hands-on-Mentalität im Jobprofil gewünscht ist, bedeutet das nicht, dass du sie ständig umsetzen musst. Denn im Berufsleben geht es auch um Ausgewogenheit. 

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