Instant-Kaffee: Wie gesund und nachhaltig ist der Kaffee-Ersatz?

instant-kaffee: Eine bequeme und schnelle Alternative
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Instant-Kaffee ist die wohl bequemste Zubereitungsform von Kaffee. Doch was unterscheidet ihn von herkömmlichem Kaffee? Wir klären, wie der Kaffee-Ersatz in Sachen Nachhaltigkeit und Gesundheit abschneidet.

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen
Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen (Foto: CC0 / Pixabay / Engin_Akyurt)

Mit rund zwei Tassen pro Tag ist Kaffee das beliebteste Getränk der Deutschen – so der Deutsche Kaffeeverband. Zwar bleibt Instant-Kaffee für die meisten eher die zweite Wahl – trotzdem ist er längst mehr als nur Ersatzprodukt in Krisenzeiten.

Das Pulver wurde 1890 in Neuseeland erfunden und in der Nachkriegszeit – vor allem als Nestlé-Produkt – zum Verkaufsschlager. Wie ein Blick in die Supermarktregale zeigt, hat sich das Produkt bis heute gehalten. Kenner werden wohl weniger zu der günstigen Alternative greifen, denn während der Kaffee trocknet gehen Aromen und Koffein verloren. Doch sein Preis und die einfache Zubereitung überzeugen viele.

Wie wird Instant-Kaffee hergestellt?

Instant-Kaffee: Von der Bohne zum Pulver
Instant-Kaffee: Von der Bohne zum Pulver (Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)

Instant-Kaffee, ist nichts anderes als getrocknetes Kaffeeextrakt. Dabei wird aus gemahlenen Bohnen Kaffee extrahiert und getrocknet, damit man ihn länger lagern kann. Nach europäischem Reinheitsgebot dürfen bei der Produktion nur geröstete Kaffeebohnen und Wasser als Extraktionsmittel verwendet werden. Instant-Kaffee enthält also keinerlei Zusatzstoffe – er unterscheidet sich lediglich in der Herstellung.

So wird der Kaffeeextrakt gewonnen:

  1. Nachdem sie bei etwa 200 – 230°C geröstet wurden, werden die Kaffeebohnen zunächst gemahlen. Der Mahlgrad der Bohnen beträgt rund zwei Millimeter und ist damit deutlich gröber als herkömmliches Kaffeepulver.
  2. Dieser Mahlkaffee wandert anschließend in eine Extraktionsanlage, in der Wassertemperaturen von bis zu 200°C herrschen. Damit Wasser bei dieser Temperatur nicht verdampft, muss mit hohem Druck gearbeitet werden. In der Anlage werden nun die löslichen Bestandteile des Mahlkaffees herausgelöst – übrig bleibt der „Dünnsaft„. Dieser Vorgang findet in sogenannten Perkolatoren statt.
  3. In der Eindampfungsanlage wird dem gewonnen Kaffeeextrakt Wasser entzogen und es entsteht der „Dicksaft„.
  4. Im letzten Schritt wird der Kaffeeextrakt getrocknet, wobei es hierfür zwei unterschiedliche Verfahren gibt:

1. Sprühtrocknung: Das Kaffeeextrakt wird im oberen Teil eines Sprühturms zu feinen Tröpfchen zerstäubt. Von unten wird heiße und trockene Luft eingeblasen, die das Wasser im Extrakt verdampfen lässt. Übrig bleibt das sprühgetrocknete Instant-Pulver. Dieses sehr feine Pulver wird häufig durch Agglomeration zu dem typischerweise groben Instant-Pulver weiterverarbeitet. Bei diesem Prozess wird das Pulver angefeuchtet, damit es zusammenklebt.

2. Gefriertrocknung: Zwar ist diese Art des Trocknens schonender und Aromen bleiben besser erhalten, allerdings ist es auch aufwändiger und teurer. Das Extrakt wird dabei mit Luft oder CO2 aufgeschäumt und auf rund -5°C heruntergekühlt. In seiner Konsistenz ähnelt es damit Softeis. Anschließend wird es bei -50°C tiefgefroren, gemahlen und gesiebt. In einem Vakuumtrockner wird das Wasser umgewandelt – es geht direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Übrig bleibt Instant-Kaffeepulver.

Wie gesund ist löslicher Kaffee?

Instant-Kaffee enthält weniger Koffein
Instant-Kaffee enthält weniger Koffein (Foto: CC0 / Pixabay / veerasantinithi)

Insgesamt unterscheidet sich Instant-Kaffee aus gesundheitlicher Sicht kaum vom Kaffee aus der Maschine. Allerdings enthält löslicher Kaffee etwas weniger Koffein, weil er so aufwändig verarbeitet wurde. Doch er wird ebenso aus Kaffeebohnen gewonnen – Inhaltsstoffe und Kaloriengehalt sind somit weitestgehend dieselben. Zusatzstoffe sind nach europäischem Reinheitsgebot nicht erlaubt. Bei Instant-Pulver für Cappuccino oder andere Kaffeegetränke solltest du allerdings vorsichtig sein, denn diese enthalten oft zusätzlichen Zucker.

Manche Stoffe liegen im Schnellkaffee in konzentrierterer Form vor: Der Acrylamidgehalt ist in Instant-Kaffee aufgrund der Verarbeitungsprozesse etwas höher – die Substanz steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Während Röstkaffee rund 180 Microgramm per Kilo enthält, sind es nach einer Studie des NCBI in löslichem Kaffeepulver 360 Microgramm. Aber: Dieser Unterschied relativiert sich – für eine Tasse löslichen Kaffee benötigst du deutlich weniger Kaffeepulver als für herkömmlichen Kaffee.

Ein kleiner Nachteil bei löslichem Kaffee ist die geringere Menge an Antioxidantien. So geht beispielsweise der gesunde Stoff Chinin durch Extraktionsverfahren und Trocknung verloren – er hilft gegen Krämpfe und erhöhten Blutzucker. Instant-Kaffee enthält auch weniger Magnesium als andere Kaffeearten.

Achtung: Bei konventionellem Kaffeeanbau werden große Mengen an Pestiziden gespritzt und Kaffeebauern müssen unter schlimmen Bedingungen arbeiten – einen Kaffee mit Fair-trade-Siegel kannst du ruhigen Gewissens genießen. Wirf doch einmal einen Blick auf unsere Bestenliste.

Wie nachhaltig ist Instant-Kaffee?

Reife Kaffeebohnen am Strauch
Reife Kaffeebohnen am Strauch (Foto: CC0 / Pixabay / skeeze)

Vorteile: 

  • Nur wenig Pulver nötig: Das Extraktionsverfahren, durch welches das Instant-Pulver gewonnen wird, ist äußerst ergiebig. Das heißt, das Pulver ist sehr konzentriert und du benötigst weniger Kaffeepulver für eine Tasse, als bei herkömmlichem Kaffee.
  • Energiesparend durch einfache Zubereitung: Für die Zubereitung werden nur eine Tasse, ein Löffel und heißes Wasser benötigt. Wasser kochen im Wasserkocher verbraucht deutlich weniger Energie als das Betreiben einer Kaffeemaschine.
  • Weniger Abfälle: Lediglich die Verpackung des Kaffeepulvers muss entsorgt werden. Denn Filter, Pads oder Kapseln werden für die Zubereitung nicht benötigt.

Nachteile: 

  • Aufwändige Herstellung: Das Kaffeepulver zu extrahieren und zu trocknen verbraucht viel Energie.
  • Herkunft der Bohnen weniger nachvollziehbar: Wenn du ganze Kaffeebohnen kaufst, entscheidest du bewusst, welche Kaffeesorte du einkaufst. Bei löslichem Kaffee ist es schwieriger festzustellen, wo er herkommt und wie er angebaut wurde – meist werden Arabicabohnen und die etwas günstigere Robusta gemischt, die Bohnen stammen häufig von unterschiedlichen Kaffeebauern. Deshalb solltest du gerade hier auf Fairtrade- und Bio-Siegel achten.

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(1) Kommentar

  1. Instant-Kaffee: Welche Art von Kaffee du auch trinkst, er schädigt deinen Leib und deine Seele! Du mußt das nicht glauben, aber die Jesusoffenbarung des Propheten Jakob Lorber erklärt das wie folgt im Buch: [HS.01_004,02] (=Heilkraft des Sonnenlichts)
    Kaffee aber ist bei weitem das schlechteste, was der Mensch sich aus der Pflanzenwelt zu seinem Genusse erwählt hat. Diese Frucht ist bloß für Pferde, Esel, Kamele und dergleichen Tiere mehr auf der Erde geschaffen und belebt sie und macht ihre Nerven stark. Bei den Menschen aber, die ihn genießen, wirkt diese Feigbohne ganz entgegengesetzt; sie verdirbt das Blut ungemein. Und da dieses der Seele viel Mühe macht, solche nur für das grobe Vieh bestimmten seelischen Potenzen aus dem Leibe zu schaffen, so wird sie müde, träge, nachlässig, oft düster, mürrisch und traurig. Ich sage euch: Eine Tasse voll mit Zucker versüßter Mistjauche getrunken, wäre dem menschlichen Leibe bei weitem gesünder als die braune Brandsuppe dieses groben Tierfutters.
    03 Ich habe euch die Schädlichkeit des Kaffees nun bloß deswegen gezeigt, weil Ich es nur zu gut sehe und weiß, wie sehr besonders die weibliche Menschheit an diesem Eselsfutter hängt, ihrer Natur aber nicht leichtlich etwas schädlicher ist als eben der Genuß dieses Getränkes! Und es macht auch nicht leichtlich irgend etwas den Leib – besonders den weiblichen – für eine heilsame Medizin unempfänglicher als eben dieser Kaffee.

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