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Kaffeesorten im Überblick: Worauf du beim Kauf achten solltest

Kaffee-Sorten im Überblick
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Couleur

Ob Cappuccino, Espresso oder Americano – Kaffee ist beliebter denn je. Wir geben dir einen Überblick über die wichtigsten Kaffeesorten und zeigen dir, worauf es beim Kauf ankommt.

Kaffee ist für viele der Muntermacher am Morgen oder der obligatorische Abschluss eines leckeren Essens. In Deutschland erfreut sich Kaffee großer Beliebtheit: Täglich werden etwa 0,4 l Kaffee pro Kopf und Tag konsumiert. Dementsprechend groß ist die Auswahl im Kaffeeregal der Supermärkte.

Wir erklären dir:

  • welche Kaffeearten es gibt und wie daraus verschiedene Kaffeesorten entstehen
  • wie Kaffee angebaut wird
  • welche Probleme es im konventionellen Kaffeehandel gibt und
  • worauf du als Verbraucher beim Kaffeekauf achten solltest.

Überblick der Kaffeearten: Coffea Arabica an der Spitze

Coffea Arabica macht den größten Anteil am weltweiten Kaffeemarkt aus.
Coffea Arabica macht den größten Anteil am weltweiten Kaffeemarkt aus. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / fadhilasqar)

Weltweit gibt es über 100 verschiedene Kaffeearten, die sich in ihrer biologischen Grundlage unterscheiden.

  • Mit einem Anteil von etwa 70% am weltweiten Kaffeehandel ist Coffea Arabica die mit Abstand dominierende Kaffeeart. Sie zeichnet sich durch einen vergleichsweise niedrigen Koffeingehalt und ihr charakteristisches Aroma aus. Die Arabica wird in Gebieten mit tropischem Klima zumeist in hochgelegenen Regionen angebaut. Die größten Anbaugebiete befinden sich unter anderem in Brasilien, Kolumbien und Mittelamerika.
  • Im Vergleich zum Arabica-Kaffee ist der Robusta-Kaffee (Coffea canephora) deutlich widerstandsfähiger und schnellwachsender. Dies beschert ihm mit knapp 30% Marktanteil den zweiten Platz der meistgehandelten Kaffeearten weltweit. Er hat jedoch einen höheren Säuregehalt und schmeckt weniger aromatisch, weshalb er oft für die Produktion von Billigkaffee verwendet wird.
  • Andere Kaffeearten wie Liberica und Maragogype haben nur einen sehr kleinen Marktanteil. Die Maragogype-Bohne ist besonders säurearm und hat einen geringen Koffeingehalt. Die Liberica-Bohne hingegen hat ein herbes Aroma und vergleichsweise viel Koffein.

Innerhalb der verschiedenen Kaffeearten gibt es eine große Anzahl Unterarten, die sich in ihrem charakteristischen Geschmack unterscheiden und zur Kaffeevielfalt betragen.

Kaffeeart ist nicht gleich Kaffeesorte

Kaffeesorten unterscheiden sich vor allem in ihren Herstellungsverfahren und Anbaubedingungen.
Kaffeesorten unterscheiden sich vor allem in ihren Herstellungsverfahren und Anbaubedingungen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay /Comfreak)

Doch wie kommt es nun, dass wir prinzipiell nur zwei verschiedene Kaffeearten haben, uns aber vor dem Kaffeeregal vor lauter Kaffeesorten nicht entscheiden können? Die Kaffeeart ist lediglich die Basis der verschiedenen Kaffeesorten, der Sortenreichtum resultiert aus verschiedenen Anbaubedingungen und Herstellungsprozessen:

  • Der Boden und das Klima beeinflussen den Reifungsprozess und damit den Geschmack
  • Nach der Ernte gibt es verschiedene Methoden, die Kaffeebohne vom Fruchtfleisch zu trennen und zu trocknen
  • Röstungsdauer: Espressobohnen werden deutlich länger geröstet als Kaffeebohnen

Oftmals sind bestimmte Kaffeesorten sogenannte Blends, also eine Mischung aus verschiedenen Kaffeesorten. Durch die Mischung werden neue Geschmacksrichtungen erzeugt oder es wird so sichergestellt, dass bestimmte Kaffeesorten immer exakt gleich schmecken.

Für verschiedene Arten der Kaffeezubereitung eignen sich oft bestimmte Kaffeesorten. Für Siebträgermaschinen verwendest du am besten lang gröstete Espressobohnen, für die French Press oder die Filterkaffeemaschine eignen sich besonders kürzer geröstete Kaffeebohnen.

Ist teurer Kaffee guter Kaffee?

Teurer Kopi Luwak Kaffee wird zu Lasten von Schleichkatzen produziert.
Teurer Kopi Luwak Kaffee wird zu Lasten von Schleichkatzen produziert. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / 7854)

Diese Frage können wir mit einem bedingten „Nein“ beantworten, denn so einfach ist es leider nicht. Qualitativ hochwertiger Kaffee ist tendenziell zwar teurer als Kaffee von schlechterer Qualität, jedoch ist der Preis weder ein Garant für hohe Qualität noch für Umweltfreundlichkeit.

Die Kaffeesorte Kopi Luwak ist beispielsweise verhältnismäßig teuer, jedoch aus Sicht der Umwelt höchst bedenklich. Diese Kaffeebohnen wandern durch den Verdauungstrakt von Schleichkatzen und erhalten so ihr charakteristisches Aroma. Die Schleichkatzen werden jedoch unter fragwürdigen Umständen in Käfigen gehalten und oft nur mit Kaffeebohnen gefüttert, was zu einem erheblichen Nährstoffmangel führt.

Reine Kaffeesorten, die aus einem bestimmten Anbaugebiet stammen und nicht mit anderen Bohnen gemischt werden, haben auch oft einen höheren Preis. Dafür weißt du als Verbraucher, wo dein Kaffee herkommt und bekommst zumeist hochwertige Kaffeebohnen.

Risiken und Probleme im konventionellen Kaffeeanbau

Kaffeeanbau in Mischwäldern ist verträglicher für die Umwelt als der Anbau in Monokulturen.
Kaffeeanbau in Mischwäldern ist verträglicher für die Umwelt als der Anbau in Monokulturen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / sarangib)

Der Anbau, die Ernte und die Verarbeitung von Kaffee ist sehr arbeits- und kostenintensiv. Der konventionelle Handel mit Kaffee birgt einige Probleme:

  • 80% des Kaffees wird von Kleinbauern produziert, die weniger als 10 Hektar Land besitzen. Die Kleinbauernfamilien haben durch die niedrigen Ernteerträge oft nur weniger als 2 Dollar pro Tag zum Leben.
  • Etwa die Hälfte des Kaffeemarkts wird von internationalen Röst- und Handelsfirmen dominiert. Diese bestimmen den Preis, bei dem die Kaffeebauern kein Mitspracherecht haben.
  • Steigende Kosten für den Anbau und Schädlinge, die durch den Klimawandel vermehrt auftreten, stellen die Kaffeebauern vor große Probleme.

Zudem wird Kaffee oft in Monokulturen angebaut, welche mit Pestiziden vor Schädlingsbefall geschützt werden müssen und den Boden auslaugen. Kaffee, der in Mischwäldern angebaut wird, ist widerstandsfähiger und trägt zu einer nachhaltigeren Landnutzung bei.

Fairtrade: Für mehr Gerechtigkeit im Kaffeehandel

Mit dem Kauf von fair gehandeltem Kaffee, erkennbar an dem Fairtrade-Siegel, unterstützt du die Kaffeebauern in vielerlei Hinsicht. Fairtrade schafft verlässliche ökonomische, ökologische und soziale Standards:

  • Die Bauern sind in Kooperativen organisiert, teilen sich somit Kosten und haben eine stärkere Verhandlungsposition.
  • Ein Mindestpreis sichert das tägliche Einkommen und schafft Planungssicherheit.
  • Fair gehandelter Kaffee ist nachverfolgbar und stammt 1:1 aus einer Kaffeekooperative.
  • Der Kaffee wird umweltschonend angebaut und damit werden natürliche Ressourcen geschützt.

Es gibt verschiedene Anbieter, die fair gehandelte und ökologisch produzierte Kaffeebohnen vermarkten. Auf der Fairtrade-Webseite findest du ausführliche Informationen rund um das Fairtrade-Siegel.

Weniger ist mehr – warum Kaffee ein (seltenes) Genussmittel sein sollte

Für die Produktion von einer Tasse Kaffee wird sehr viel Wasser verbraucht.
Für die Produktion von einer Tasse Kaffee wird sehr viel Wasser verbraucht. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Engin_Akyurt)

In Anbetracht des hohen Kaffeekonsums weisen wir an dieser Stelle darauf hin, dass die Kaffeeherstellung viel Wasser verbraucht. Für die Herstellung von 1 Tasse Kaffee werden 140 Liter Wasser verbraucht (das sogenannte virtuelle Wasser). Weltweit werden sehr große Mengen an Kaffee gehandelt, so dass 6% des global gehandelten virtuellen Wassers nur auf Kaffee entfallen. Zwar wird Kaffee in regenreichen tropischen Regionen angebaut, doch durch den Klimawandel kann es zunehmend auch zu Dürren kommen, bei denen fehlendes Wasser durch künstliche Bewässerung ausgeglichen werden muss. Die Kaffeeproduktion ist demnach sehr ressourcenintensiv.

Aus Sicht der Umwelt empfehlen wir, weniger, aber dafür qualitativ hochwertigen und fair gehandelten Kaffee zu trinken.

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(2) Kommentare

  1. So wie es Rebsorten gibt, gibt es auch verschiedene Arabica-Sorten, Robusta-Sorten usw. Bei Arabica sind z.B. sehr bekannt Bourbón, Castillo, Caturra, Typica, … Diese Sorten schmecken verschieden, wie eben auch Rebsorten unterschiedliche Weine liefern.
    Diese Information würde den ansonsten sehr guten Artikel noch etwas besser machen.

  2. Lieber jwagenknecht,

    vielen Dank für Ihren freundlichen Hinweis. Wir nehmen Ihre Anregung gerne in den Artikel auf.

    Herzliche Grüße aus Utopia
    Ines Viertl

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