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Kaffee bei Öko-Test: Dallmayr, Tchibo, Jacobs & Co. sind „mangelhaft“

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Fotos: ÖKO-TEST

Kaffee ist das liebste Getränk der Deutschen – doch bei weitem nicht unbedenklich: Im aktuellen Kaffee-Test bemängelt Öko-Test nicht nur krebserregende Schadstoffe im Getränk, sondern auch mangelndes Verantwortungsbewusstsein der Hersteller.

Vor zwei Jahren hatte Öko-Test Espresso in ganzen Bohnen untersuchen lassen – in der aktuellen Ausgabe (November 2021) sind nun 20 gemahlene Kaffees an der Reihe, sechs davon mit Bio-Siegel. Leider auch wieder mit von der Partie: der Schadstoff Acrylamid, der bereits in den Espressi gestört hatte.

Neu im Fokus der Kritik: die bedenkliche Flüssigkeit (Methyl-)Furan, die vom Labor in allen Kaffees im Test in, laut Öko-Test, „erhöhten“ Dosen festgestellt wurde.

Acrylamid und Furan im Kaffee-Test

Acrylamid bildet sich, wenn Kaffeebohnen geröstet werden, und erhöht laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) das potenzielle Krebsrisiko. (Methyl-)Furane wiederum könnten laut Efsa langfristig die Leber schädigen. In Tierversuchen erzeugten hohe Furan-Dosen sogar Krebs.

Die gute Nachricht: Bei einem erwachsenen Menschen, der täglich vier Tassen Kaffee trinkt, werden nicht dieselben Furan-Werte (pro Kilo Körpergewicht) erreicht, die sich in Tierversuchen als schädlich erwiesen hatten, so Öko-Test. Dennoch wünschen sich die Verbraucherschützer:innen zukünftig einen größeren „Sicherheitsabstand“ zu potentiell kritischen Furan-Schwellenwerten und werteten alle Kaffees im Test entsprechend ab.

Neben der Schadstoff-Analyse, die bei Öko-Test standardmäßig zum Programm gehört, wurden alle Kaffees auch sensorisch – also geschmacklich und geruchlich – geprüft. Hier schmeckten den Expert:innen mehr als die Hälfte der Bohnengetränke, die im Teilbereich „Sensorik“ entsprechend „gut“ oder sogar „sehr gut“ abschnitten.

Kaffee-Anbau: in der Regel unfair

Der bittere Nachgeschmack stellte sich bei den Tester:innen erst ein, als es darum ging, sich mit den Arbeitsbedingungen im Kaffeeanbau und dessen Umweltfolgen auseinanderzusetzen. Dazu hatte Öko-Test Fragebögen an die Hersteller verschickt.

„Nach wie vor beziehen die Kaffee-Kleinbauern und -Plantagenarbeiter keine existenzsichernden Einkommen“, so eines der ernüchternden Ergebnisse; sowie: „Kein Anbieter vermag bisher die Entwaldung sicher auszuschließen.“

Klatsche für Dallmayr, Jacobs und Tchibo

Die selbsternannten Premium-Marken Dallmayr Classic, Eduscho Gala (von Tchibo) und Jacobs Krönung (oben im Bild) gehörten zu einer Reihe von Produkten, die besonders herbe Kritik einstecken mussten. Alle drei fielen mit „mangelhaft“ durch.

Die Gründe: erhöhte Acrylamid- und teilweise auch Furan-Werte; auch im Teilbereich „Kaffeeanbau und Transparenz“ mussten die bekannten Hersteller Federn lassen: Tchibo und Jacobs sind laut Öko-Test „mangelhaft“, Dallmayr sogar „ungenügend“, was den transparenten und fairen Anbau betrifft. Den Riesenröstereien gelang es weder, Lieferketten nachzuweisen, hochgefährliche Pestizide oder die Entwaldung wertvoller Flächen zu verbieten noch existenzsichernde Löhne zu zahlen, so die Kritik.

Fairer Bio-Kaffee einziger Testsieger

Ausgesprochen positiv stach hingegen ein fairer Bio-Kaffee von Gepa heraus (natürlich auch auf unserer Kaffee-Bestenliste zu finden). Gepa, seit Jahrzehnten als Importeur fair gehandelter Lebensmittel bekannt, gelang es als einzigem Produzenten, im Testbereich „Kaffeeanbau und Transparenz“ mit „sehr gut“ abzuschneiden.

Wegen erhöhter Furan-Werte – die allerdings, siehe oben, alle Kaffees im Test betrafen – erhielt Gepa Faires Pfund Bio Kaffee** die Gesamtnote „gut“, war damit aber immer noch klarer Testsieger. Du findest den Kaffee (der sich auch als Weihnachtsgeschenk eignet) direkt im Gepa-Onlineshop**.

Weitere Test-Ergebnisse:

  • Alnatura Kaffee gemahlen (bio) erhielt nur das Gesamturteil „ausreichend“. Die Kritik: „mangelhafte“ Inhaltsstoffe sowie nur „befriedigende“ Ergebnisse bei Sensorik und Anbau/Transparenz.
  • Dennree kräftig-aromatischer Kaffee filterfein gemahlen (bio) war insgesamt „befriedigend“, bei „guten“ Ergebnissen in den Bereichen Sensorik und Inhaltsstoffe.
  • Melitta Auslese Klassisch, Röstkaffee gemahlen erhielt die Gesamtnote „ausreichend“.

Am besten: bio und fair zugleich

Gut zu wissen: Insgesamt bestanden die sechs Bio-Kaffees den Kaffee-Test im Schnitt etwas besser als ihre herkömmlichen Kollegen. Die Ergebnisse von Öko-Test bestätigen damit, was Utopia-Leser:innen ohnehin wissen: Dass es sich lohnt, auf „bio“ und „fair“ zu setzen. Konkret heißt das:

  • Kaffee, der ein EU-Bio-Siegel trägt, wird unter besseren Umweltbedingungen angebaut als konventioneller Kaffee.
  • Kaffee mit einem Fairhandels-Siegel (z.B. Fairtrade International, Hand in Hand, Gepa fair+, WFTO) belegt, dass im Kaffeeanbau bessere Arbeitsbedingungen herrschen und höhere Löhne gezahlt werden.

Am besten ist natürlich: bio und fair zugleich. Entsprechende Kaffees findest du, mit Bewertungen aus der Utopia-Community, in unserer Bestenliste Kaffee.

Alle Details findest du im Öko-Test Magazin 11/2021 sowie online auf www.ökotest.de.

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