Kartoffelwasser nicht wegschütten: So kannst du es noch verwenden

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Kochst du Kartoffeln, dann landet das Kartoffelwasser meist direkt im Abfluss. Dabei kannst du den Sud noch vielseitig weiterverwenden. Wir zeigen dir, für welche Zwecke du Kartoffelwasser nutzen kannst.

Kartoffelwasser: Viel zu schade zum Wegkippen

Kartoffeln eignen sich als Beilage zu vielen Gerichten, doch das Kartoffelwasser wird nach dem Kochen meistens direkt weggeschüttet. Genau wie Nudelwasser kannst du den stärkehaltigen Sud aber noch vielseitig einsetzen. Durch das Kochen gehen nämlich viele wertvolle Inhaltsstoffe aus den Kartoffeln in das Wasser über, darunter zum Beispiel Mineralstoffe.

Ein häufiger Grund dafür, dass das Kartoffelwasser weggekippt wird, ist die Sorge vor dem giftigen Pflanzenstoff Solanin. Dieser kommt vor allem in der Kartoffelschale, in grünlichen Stellen und den Keimen und Augen vor. Für Kartoffelwasser gibt aber eine Aussage der Deutschen Gesellschaft für Ernährung Entwarnung: Demnach enthält die Kartoffelknolle selbst nur verschwindend wenig Solanin. Schälst du die Kartoffeln also gründlich vor dem Kochen, kannst du das Kartoffelwasser unbesorgt weiterverwenden. Ein paar Ideen dafür stellen wir dir im Folgenden vor.

1. Pflanzen gießen mit Kartoffelwasser

Kartoffelwasser enthält viele Mineralstoffe, die es zum idealen Dünger für deine Pflanzen macht.
Kartoffelwasser enthält viele Mineralstoffe, die es zum idealen Dünger für deine Pflanzen macht.
(Foto: CC0 / Pixabay / Ratfink1973)

Wie bereits erwähnt enthält Kartoffelwasser Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Phosphor. Diese nützen nicht nur dem menschlichen Körper. Für deine Pflanzen ist der Sud ebenfalls ein ideales natürliches Düngemittel, da die Inhaltsstoffe sie beim Wachstum und der Blütenausbildung unterstützen. Lasse das Kartoffelwasser dafür einfach gut auskühlen und fülle es in eine Gießkanne. Anschließend kannst du die Pflanzen wie gewohnt mit dem Sud gießen. Darüber hinaus liefert Kartoffelwasser deinen Pflanzen nicht nur wichtige Nährstoffe, es soll sogar gegen Blattläuse helfen.

Wichtig: Möchtest du das Kartoffelwasser als Dünger verwenden, solltest du es nicht salzen. Die meisten Pflanzen reagieren sehr empfindlich auf zu viel Salz im Boden.

2. Unkraut bekämpfen mit heißem Kartoffelwasser

Du bist ist es satt, mühselig Unkraut zu jäten? Dann kannst du das heiße Kartoffelwasser als natürlichen Unkrautvernichter nutzen und direkt nach dem Kochen auf das unliebsame Gewächs gießen. Die Hitze des Wassers bekämpft die oberirdischen Teile des Unkrauts. Die Stärke aus den Kartoffeln verstopft dagegen die Pflanzenporen und sorgt dafür, dass das Kraut eingeht. Im Anschluss musst du nur noch die Wurzeln aus der Erde entfernen.

Übrigens: Viele Pflanzen, die als Unkraut verschrien sind, können tatsächlich sehr nützlich sein. Giersch enthält zum Beispiel sehr Vitamin und du kannst ihn zu Pesto oder anderen Giersch-Rezepten verarbeiten.

3. Kartoffelwasser zum Putzen verwenden

Mit Kartoffelwasser kannst du schmutzige Pfannen säubern.
Mit Kartoffelwasser kannst du schmutzige Pfannen säubern.
(Foto: CC0 / Pixabay / fotoblend)

Wenn du nach dem Kochen noch Kartoffelwasser übrig hast, kannst du es als Putzmittel weiterverwenden. Bratpfannen und Oberflächen aus Kunststoff kannst du mit dem heißen Sud gut säubern. Feuchte dafür einfach einen Schwamm oder ein Tuch mit dem Kartoffelwasser an und wische die Oberflächen gründlich ab. Wische eventuell mit klarem Wasser nach, um Stärkereste zu entfernen.

Auch bei einem verstopften Abfluss kannst du zum Kartoffelsud greifen. Schütte das Kartoffelwasser dafür möglichst heiß in den Abguss, um die Verschmutzungen wegzuspülen.

4. Kartoffelwasser beim Kochen und Backen

In der Küche kannst du Kartoffelwasser zum Beispiel beim Brotbacken verwenden.
In der Küche kannst du Kartoffelwasser zum Beispiel beim Brotbacken verwenden.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Auch in der Küche kannst du Kartoffelwasser weiterverwenden. Um Suppen oder Soßen zu strecken, kannst du das Wasser einfach direkt einrühren. Dadurch wird auch der Geschmack deiner Gerichte intensiver. Wenn du beim Brotbacken einmal etwas anderes ausprobieren willst, kannst du die flüssige Zutat im Rezept mit Kartoffelwasser ersetzen und dem Endprodukt ein Kartoffelaroma geben.

Weiterlesen auf Utopia.de:

English version available: Potato Water: 4 Ways to Save and Use It

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(6) Kommentare

  1. Vielen Dank für den „wertvollen“ Beitrag.
    Kartoffelwasser zum Blumen gießen, soso… was ist mit dem Salz im Wasser (?), keinesfalls möchte ich das meinen Pflanzen zumuten, ach ja – daher der Tipp kein Salz zu verwenden, nur: schmecken die Kartoffeln dann nicht wirklich. Auch der Gebrauch als Unkautvernichter scheint mir kaum ökologisch; heißes salziges Wasser, fast kochend ausgegossen, ist bestimmt gut geeignet um Mikroben und Kleinstlebewesen im Boden ebenfalls zu töten, aber egal, hauptsache kein Unkraut und mit ein paar Zeilen den Beitrag aufgebläht.
    Gut geeignet scheint mir aber die Verwendung – wie im allgemeinen ja üblich – das Wasser einfach in den Ausguss zu schütten, soll sogar gegen Verstopfungen im Abfluss helfen (wer’s glaubt, ich schraub lieber mal den Syphon ab und bevorzuge die mechanische Reinigung…).

  2. Hinlänglich bekannt… nicht immer so gesund… was für Phrasen… Ja, ich koche meine Salzkartoffeln IMMER mit Salz, koche gerne und esse gerne lecker, zwar salzarm aber immerhin MIT Salz. Sie können ja gerne das heiße Wasser in den Garten gießen (ich hör die Mikroben jetzt schon schreien) und zu allem was hier als so ökologisch beschrieben wird jubeln und ja sagen… das ändert nichts an meiner Meinung, dass viele der ach so tollen Haushaltstipps die ich hier in den letzten Jahren gelesen (und zum Teil auch gestestet) habe, ganz einfach für die Tonne sind. Mehr möchte ich nicht zum Ausdruck bringen, aber auch nicht weniger!

  3. Ich koche meine „Salzkartoffeln“ nicht, sondern dämpfe sie. Und zwar gleich eine Menge für mehrere Mahlzeiten – wegen der Energieeffizienz und der erwünschten resistenten Stärke. Und wenn man eine geschmackvolle Kartoffelsorte ausgewählt hat, braucht man fast gar kein Salz – nur einen Hauch zum Drüberstreuen.
    Außerdem:
    Im Vergleich zum Garen in Salzwasser komme ich dabei auch noch mit wesentlich weniger Kochwasser aus, welches ich nach dem Abkühlen guten Gewissens der Gießkanne übergeben kann. Also =>> durch etwas Überlegen ein beachtlicher Mehrfachnutzen.

  4. Kartoffeln nur mit ca. 1 cm Wasser im Topf kochen.(mit Deckel). Die Kartoffeln sind gar, wenn alles Wasser verkocht ist, egal wieviel Kartoffeln.
    Überhaupt gehen durch Kochen vo Gemüse mit zuviel Wasser viele Nährstoffe beim abgießen verloren.