Kerzen selber machen und aus Resten neue Kerzen gießen

Kerzen selber machen / Kerzen gießen
Foto: Pixabay / CC0 / GregMontani

Klimafreundliche Kerzen sind schwer zu finden, warum also nicht mal Kerzen selber machen? Wir zeigen dir hier, wie du aus alten Kerzenresten ganz einfach neue Kerzen gießen kannst.

Kerzen sind aus der Winterzeit schwer wegzudenken. Doch Kerzen sind ökologisch nicht ganz unproblematisch. Es gibt dafür viele Lösungen und Kerzen aus „besseren“ Materialien – Details dazu liest du im Ratgeber Kerzen. Eine andere Möglichkeit ist, seine Kerzen zum Beispiel aus Resten selbst zu gießen. Und das macht auch noch Spaß!

Kerzen selber machen: Zutaten

Zum Kerzen selber machen brauchst du nur folgende Zutaten:

  • Alte Kerzenreste,
  • etwas Garn oder Faden (100% Baumwolle) für den Kerzendocht,
  • eine Konservendose (o. ä.),
  • eine leere Klopapier-Rolle oder alte Tee- oder Kaffeetassen bzw. Einmachgläser und
  • einen Zahnstocher (zur Stabilisierung des Kerzendochts).

Kerzen selber machen: Anleitung

1. Erhitzen

Die Wachs- und Kerzenreste nach Farben sortieren und im Wasserbad in einer Metalldose erhitzen. Darauf achten, dass das kochende Wasser nicht zu hoch spritzt und in das Wachs kommt. Übrige Dochtreste und ähnliche Verunreinigungen mit einer Gabel aus dem flüssigen Wachs fischen.

2. Verzwirbeln

Den Baumwollgarn (wenn er noch zu dünn ist) zu einer Kordel flechten bzw. fest verzwirbeln. Die Kordel in heißes Wachs tauchen und abkühlen lassen.

Es gibt verschiedene Varianten, Kerzen selber zu machen. Wir zeigen dir hier drei verschiedene.

Variante 1: Kerzen gießen

1. Eingießen

Den Kerzendocht mit Hilfe der quer aufliegenden Zahnstocher mittig in die Papprolle einspannen, diese möglichst gerade in ein mit Sand gefülltes Gefäß drücken. Das heiße, flüssige Wachs vorsichtig eingießen.

Wenn du verschiedene Farben verwenden möchtest, gieße die erste Farbe zu einem Drittel oder zur Hälfte in die Papprolle, lass das Wachs ein wenig trocknen und gieße dann die nächste Farbe nach. So erhältst du ein Muster wie unten auf dem Bild zu sehen ist.

Kerzen selber machen und aus Kerzenresten selbst gießen
Kerzen selber machen und aus Kerzenresten selbst gießen (Bild: Anke Platow / kerzen-giessen.ankesatelier.de)

2. Abziehen

Sobald das Wachs fest ist (ca. nach zwei Stunden), Klorolle vorsichtig lösen. (Tipp: Klappt besser, wenn es noch warm – aber druckfest – ist!)

Variante 2: Kerze in alte Porzellan-Tassen oder Einmachgläser gießen

In der Wahl des Gefäßes kann man kreativ sein. Es eignen sich zum Beispiel auch zerschnittene Tetrapacks. Schöne Vintage-Kerzen kannst du in alte Tassen (Lieblingstassen mit Sprung), alte Einmachgläser o. ä. gießen. Das Gefäß wird dann zu einem Teil der Dekoration.

Im Prinzip gehst du hier vor wie bei Variante 1: Den Kerzendocht mit Hilfe des quer aufliegenden Zahnstochers mittig auf das Gefäß legen. Das heiße, flüssige Wachs vorsichtig eingießen. Dann das Wachs fest werden lassen.

Kerze selber machen und Kerze selber gießen
Kerzen selber machen mit alten Porzellantassen oder Einmachgläsern („Candle making workshop“ von Mosman Council unter CC-BY-2.0)

Variante 3: Kerzenziehen

Eine weitere Methode Kerzen selber zu machen ist das Kerzenziehen. Auf diese Weise, bei der die Kerze nach und nach durch mehrmaliges Eintauchen des Kerzendochts entsteht, erhält man lange, schmale Kerzen. So gehst du vor:

kerzen selber machen mit dem Kerzenziehen
Hier werden gleich vier Kerzen auf einmal mit einer Hängevorrichtung gezogen. Das ganze geht aber auch einzeln und ohne Hängevorrichtung. (Foto: © Pixabay / CC0)

Der Baumwollfaden, der als Kerzendocht dient, muss etwa 15 cm länger sein als die Kerze werden soll. Die Länge der Kerze ist abhängig vom Wachsgefäß, in das der Docht getaucht wird. Knote an das obere Dochtende eine Schlaufe, befestige am unteren Ende einen Nagel. Der Nagel verhindert, dass die Kerze während des Kerzenziehens vom Kerzendocht rutscht.

Kerzen selber machen: Kerzenziehen
Zwirbelt man die Kerze zu Beginn erhält man diese schöne Form. (Foto: "Homemade beeswax candles" von storebukkebruse unter CC-BY-2.0)

Nun wird der Kerzendocht in das Wachsgefäß getaucht. Warte nach dem Eintauchen mehrere Sekunden, bis das Wachs angetrocknet ist – du kannst die Kerze während des Wartens an einen Haken hängen, lege am besten Zeitungspapier aus – tauche den Docht dann wieder ein.

Nach und nach entsteht so die Kerze. Je dicker sie wird, desto länger müssen die Pausen zwischen dem eintauchen sein. Zwirble den Kerzendocht bei Bedarf nach den ersten zwei bis drei Mal eintauchen. So erhältst du eine schöne Form.

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(16) Kommentare

  1. DANKE, Isabel, fürs Einstellen dieses Tipps!
    Kleine Ergänzung zu dieser wirklich schönen Weiterverwendung von Kerzenwachsresten:
    Beim Erhitzen der Wachsreste im Wasserbad ist äußerste Vorsicht geboten, falls man das Wachs wirklich in Metalldosen schmelzen lassen möchte. Mir erschien das ungefährlicher, das Wachs in einen kleinen Topf mit Griffen oder Henkel zu geben und diesen in einen größeren Topf mit dem Wasser zu stellen. (Die Dose wird verflixt heiß und lässt sich auch mit Topflappen nicht so ganz einfach aus dem heißen Wasserbad entnehmen.)

    Da man in aller Regel nicht farblich schön aufeinander abgestimmte Wachsreste zur Verfügung hat, färbe man die Wachsreste mittels bunter Wachsmalstifte nach seinen Wunschfarben ein!

  2. Hallo Dagmar,
    es stimmt – mit den Metalldosen muss man sehr achtsam umgehen. Blöd am Topf ist nur, dass dieser nur sehr schwer wieder sauber zu bekommen ist. Hat man daheim einen alten Topf, den man ohnehin nicht mehr braucht, ist das natürlich die bessere Lösung!
    Und danke für den Tipp mit den Wachsmalstiften, das muss ich gleich mal ausprobieren! 🙂

  3. Die Kerze hat am Ende überhaupt nicht geraucht!!!!!!!!! Hat super gebrannt. Und im Wasserbad hab ich die Dose mit einer Zange festgehalten:)!!!!!! Die Kerzen sind megaaaaaaaaa geworden

  4. Am einfachsten ist es, günstige kleine bunte Übertöpfe für Pflanzen zu kaufen (aber wer weiß, wie die wieder hergestellt sind?), die dann immer wieder verwendet werden können. Wachsreste einfüllen, in den Backofen stellen, evtl. Dochreste herausfischen. Etwas abkühlen lassen, die Masse sollte aber noch weich sein, mit einer Stricknadel ein Loch bohren und den kalten gewachsten Docht hineinstecken. Dann muss man auch auf die Farben nicht achten. Je größer der Topf, umso dicker muss der Docht sein, oder man steckt mehrere hinein.

  5. Es geht noch einfacher:

    Ich nehme ein kleines Schälchen und Fülle es mit Speiseöl, wirklich Wurscht, welches ihr da nehmt. Als Nächstes fädele ich einen Baumwollfaden durch einen gebogenen Draht oder einen alte Garnrolle aus Stahl und lege es in die Schale, ein paar Minuten warten, anzünden und freuen 🙂 Prima sind auch ein paar Tropfen ätherisches Öl.

    Sehr sehr cool ist auch folgende Alternative:
    Ihr braucht eine Madarine, ritzt vorsichtig einmal herum, so dass der Schlitz wie der Äquator und die Erde geht. Anschließend schält ihr ganz vorsichtig die beiden Hälfen ab, so dass nichts einreißt. Es entsteht eine Hälfte mit diesem weißen Bubbel in der Mitte. Füllt diese Hälfte nun mit Speiseöl und wartet, bis sich alles vorgesehen hat. Und dann so wie oben: anzünden und freuen 🙂

  6. Wenn es nicht unbedingt die klassische Kerzenform sein soll oder muss. kann ich aus langjähriger Erfahrung auch das Schmelzfeuer empfehlen. Wir haben es nicht bei Manufactum gekauft, gibt es auch anderswo, womöglich billiger. Die Reste unserer Christbaumkerzen finden stets dort ihren endgültigen Ort
    http://www.manufactum.de/schmelzfeuer-keramik-p1411103/
    Sehe gerade, dass das hochpreisige Modell deutlich größer ist als unseres , das nicht 21 cm im Durchmesser misst, sondern nur 13 cm. Da ist der Preis, der mich zuerst erschreckte, wieder in Ordnung.

    PS,
    Sehe gerade , dass es hier etwa so teuer ist, wie ich es von irgendwo gekauft in Erinnerung habe..
    http://www.denk-keramik.de/Schmelzfeuer/Schmelzfeuer-Indoor/Schmelzfeuer-Indoor-CeraNatur.html

  7. Kann mir bitte jemand einen Tip geben?
    Habe mir bei Ebay Baumwoll-Docht und eine Gießform gekauft, aber die fertigen Kerzen qualmen ganz fürchterlich. Auch wird die Flamme sehr groß, wodurch das Wachs zu schnell schmilzt.
    Was mache ich hier falsch? Habe ich den falschen Docht? Docht und Gießform wurden vom Händler zusammen verkauft, sollten dann doch bestimmt passen. Oder liegt es an der Qualität?
    Danke für die Hilfe!

  8. Hallo, Kerzen brenner besser, wenn sie alt sind 🙂 Also selbstgemachte rechtzeitig anfertigen, damit sie zu Weihnachten verwendbar sind. Ich hatte mal /(gekaufte) Weihnachtsbaumkerzen im Schrank vergessen – nach 2 Jahren brannten die so langsam und sauber herunter, dass eine Runde für zwei Abende reichte.

  9. ich kann mich erinnern, daß es vor 30 oder 40 jahren auf allen veranstaltungen sehr schöne aus kerzenresten gefertigte kerzen gab, die direkt in sand gegossen worden waren.
    ich selbst habe das nie gemacht; das einzige nähere, das ich dazu weiß, ist halt, daß wohl mit der faust mulden in (nassen, als rieselbremse?) sand „gedreht“ und dann -mit docht- ausgegossen wurden.

    ich würde es gern versuchen, nutze aber seit >30 jahren keine kerzen mehr, weil ich mit katzen lebe und mir das zu gefährlich ist.

    aber vielleicht hat hier ja jemand lust? (und mag dann berichten?)

  10. Frage zur Variante 3:
    Ich kann mir nicht vorstellen, wie das mit dem Zwirbeln gehen soll.
    Kann mir das jemand genauer beschrieben?
    Das wäre toll!

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