Kerzen – Advent, Advent der Regenwald brennt

Kerzen – Advent, Advent der Regenwald brennt
Foto: time. Quelle: photocase.com

Jetzt auch noch Kerzen? Ja, auch die gemütlichen Lichter, die wir allzugerne für eine besinnliche und romantische Stimmung anzünden, sind problematisch für unsere Umwelt. Denn meistens bestehen Kerzen aus Paraffin, einem Produkt aus dem Klimakiller Erdöl. Aber auch sogenannte „Bio“-Kerzen haben es oft in sich: Palmöl. Eindwandfreie Kerzen sind schwer zu finden und leider nicht ganz billig. Utopia zeigt, welches Lichtlein am besten bei Ihnen brennen sollte.

Problematisch: Kerzen aus Erdöl und Palmöl

Konventionelle Kerzen bestehen aus Erdöl (Paraffin)

Eigentlich sollte doch nur ein Lichtlein brennen. Gemütliches Kerzenlicht ist aber leider in der Regel eine kleine Umweltsünde. Denn die meisten handelsüblichen Kerzen bestehen aus Paraffin, einem Erdölprodukt. Und die Folgen von Öl in der Natur konnte jeder von uns schon an den schrecklichen Bildern im Fernsehen von diversen Tankerunglücken und anderen Öl-Katastrophen beobachten. Wer von uns hat die Helfer nicht schon bewundert, die mühselig den stinkenden Ölbrei entfernen? Menschen, die versuchen, der Natur wieder eine Überlebenschance zu geben?

Viele „Bio“-Kerzen bestehen aus Palmöl (Stearin)

Eine vermeintlich saubere Alternative sind Kerzen aus Stearin. Stearin wird zwar aus nachwachsenden Roh­stoffen gewonnen und ist biologisch abbaubar. ABER Leider ist der Rohstoff meist Palmöl und für Palm­öl­plan­tagen werden riesige Flächen tropischen Regenwalds gerodet. Hier ist also Vorsicht geboten. Bei allen nicht weiter gekennzeichneten Stearin­kerzen müssen Sie leider davon ausgehen, dass es sich um Palmölkerzen handelt

Kerzen aus Biomasse

Hatten wir die letzten Jahre empfohlen, lassen aber dieses Jahr davon ab. Eigentlich sind Kerzen aus Biomasse ein gute Idee, aber sie brennen wohl unregelmäßig und schlecht ab. Von solchen Erfahrungen wurde auch in der Utopia Community berichtet. Memo hat sie deshalb nun nicht mehr im Sortiment.

Ökologische Alternativen – diese Lichtlein sollten bei Ihnen brennen

Kerzen aus Bienenwachs

Gibt’s zum Beispiel bei manufactum, Teelichter bei memo. Ein wunderbar duftendes Naturprodukt, das nicht gerade billig ist. Aus gutem Grund: Das Wachs wird von den Bienen in Form winziger Plättchen ausgeschwitzt. 1,2 Millionen davon ergeben 1kg reines Wachs. Das entspricht der Jahresproduktion eines Bienenvolkes. Also lieber weniger anzünden und damit wertschätzen.

Kerzen aus Sojawachs (gentechnikfrei)

Zum Beispiel von Munio Candela – auch nicht gerade billig, aber wunderschön und handgegossen. Daher vielleicht eher als Geschenk als für den täglichen Gebrauch geeignet.

Kerzen aus Raps (gentechnikfrei)

Handgegossene Teelichlichter aus europäischem Raps gibt’s zum Beispiel bei Grüne Erde.

Utopische Alternative: Kerzen selbst gießen

Do-it-your-selfEine andere klimafreundliche Methode ist das Kerzen Selbergießen aus alten Wachsresten. Denn Wiederverwerten ist immer besser als Wegwerfen und Neukaufen! Wir zeigen Ihnen wie’s geht.

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(58) Kommentare


  1. Memo hat die Kerzen aus dem Sortiment genommen, weil die Brenneigenschaften nicht gut waren? Interessant, mir sagte man, als ich dort nachfragte, die gäbe es zur Zeit nicht, weil der Rohstoff nicht verfügbar wäre … Na ja, wie auch immer. Ich selber habe Biomassekerzen noch nicht getestet, weil ich noch andere da habe, aber sollte jemand die bei memo vermissen: Biomassekerzen gibt es auch bei biokema.de. Zur Qualität kann ich natürlich nichts sagen, weil ich sie noch nicht getestet habe (vielleicht sind das ja auch dieselben, die es bei memo gab).

  2. Mal ehrlich: wenn ich JEDES Produkt aus ökologisch vertretbarer Produktion kaufen wollte, müsste ich ein Manager-Gehalt beziehen:-( Für den kleinen Otto-Normalverbraucher ist das wohl leider keine Option. Ich kann nur versuchen den Rahmen den mir mein finanzielles Budget zulässt auszuschöpfen. Wenn ich jetzt auch noch Teelichter zu einem Euro / Stück kaufen soll, zünde ich lieber gar keine Kerzen mehr an. Kleine Alternative (zumindest für die Leute die auf dem Land wohnen): mal beim Imker vor Ort nachfragen, ob man da Bienewachs günstig bekommt und dann die Kerzen selbst herstellen. Hat auch noch den Nebeneffekt, dass man seine Kinder für das Kerzen-basteln begeistern kann! 😉

    • „Wenn ich jetzt auch noch Teelichter zu einem Euro / Stück kaufen soll, zünde ich lieber gar keine Kerzen mehr an“
      Ja, das ist ja genau der Gag daran, wo es nur geht „Gar nichts“ zu kaufen.
      Das verschafft Dir zwar noch kein Manager-Gehalt. 😉
      Aber doch einen gewissen Spielraum, um an anderer Stelle ökologisch vertretbare Produkte kaufen zu können.
      Das mit dem Bienenwachs vom örtlichen Imker macht sicher Sinn.
      Bei dem bekomme ich auch meinen Bio-Honig zu recht günstigem Preis.
      Und Imker gibt es heute auch Stadtnah, weil man festgestellt hat, daß die Bienen in der Stadt oft das bessere und vielseitiger Futter finden, als auf dem Land, wo tristew Monokulturen vorherrschen.

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