Magerwiese: Insektenfreundlich und nährstoffarm

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Magerwiesen zählen zu den artenreichsten Wiesen überhaupt. Sie beherbergen nicht nur seltene Pflanzen, sondern bieten auch Lebensraum für Insekten. Hier erfährst du alles rund um die Wildwiese und wie du sie selber anlegst.

Magerwiese: Was ist das und warum ist sie so wichtig?

Magerwiesen sind besonders nährstoffarme Grünflächen, die wenig Ertrag bringen. Dagegen zeichnen sie sich durch ihren großen Artenreichtum aus. Wenn die Nährstoffarmut vor allem durch Trockenheit verursacht wird, ist von Trockenrasen die Rede. Da Magerwiesen keinen wirtschaftlichen Nutzen bringen, werden sie heute immer seltener.

Magerwiesen leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, denn sie beherbergen viele Arten, die auf der Roten Liste stehen. Die bunte Mischung aus Blumen, Gräsern und Kräutern bietet einen idealen Lebensraum für Insekten aller Art. Auf herkömmlichen bepflanzten Flächen wird regelmäßig gedüngt und gemäht, wodurch nur schnellwachsende Wucherer eine Überlebenschance haben. Die Folge ist eine ertragreiche, aber artenarme Wiese, die auch Fettwiese genannt wird.

Das haben die Insekten davon:

Die Blütenpracht der Magerwiesen lockt Schmetterlinge, Bienen und viele andere Insektenarten, für die der Pflanzennektar eine wichtige Nahrungsquelle ist. Auch der Boden ist dicht besiedelt mit Käfern, Würmern und anderen Kleintieren. Die Insekten locken wiederum insektenfressende Vögel an, wodurch Magerwiesen Lebensraum für eine Vielzahl verschiedenster Arten schaffen.

Wie entsteht eine Magerwiese?

Aus beweideten Flächen können Magerwiesen hervorgehen.
Aus beweideten Flächen können Magerwiesen hervorgehen. (Foto: CC0 / Pixabay / ThorstenF)

Magerwiesen entstehen auf nährstoffarmen Böden, die vor allem wenig Stickstoff enthalten. Stickstoff ist essenziell für ein schnelles Pflanzenwachstum. Werden dem Boden dagegen keine Nährstoffe mehr zugeführt, bremst das die nährstoffzehrenden dominanten Gewächse aus. So können sich auch konkurrenzschwächere Arten entwickeln. Insbesondere kalkhaltige und sandige Böden sind eine gute Grundlage für Magerwiesen.

Ursprünglich entstanden Magerwiesen in Folge von Beweidung. Auf bewaldeten Flächen wurden Schafe und Rinder gehalten, die Sträucher und junge Bäume abgrasten. Zurück blieben karge Wiesen, auf denen das Gehölz zurückgedrängt wurde und die sich landwirtschaftlich nicht anderweitig nutzen ließen. So konnten dort zarte und langsam wachsende Arten gedeihen.

Wird die Beweidung allerdings zu lange ausgesetzt, breitet sich das Gehölz wieder aus und der Magerrasen geht in Waldfläche über. Nicht selten werden die heute noch bestehenden Magerwiesen in Fettwiesen umgewandelt, aufgeforstet oder als Bauland genutzt, um sie wirtschaftlich rentabel zu machen.

Magerwiese richtig anlegen und pflegen

Die Harke ist ein nützliches Werkzeug beim Aussäen.
Die Harke ist ein nützliches Werkzeug beim Aussäen. (Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Rasenflächen oder Fettwiesen kannst du mit etwas Arbeit und Geduld in Magerwiesen umwandeln. Dafür musst du die Wiese „abmagern“. Auch bewaldete Flächen lassen sich zu Magerwiesen umwandeln, wenn die Flächen von Gehölz befreit sind.

Um eine Magerwiese anzulegen, gehst du wie folgt vor:

  1. Stelle jegliche Düngung ein. Ziel ist ein möglichst nährstoffarmer Boden.
  2. Mähe die Wiese möglichst kurz ab und entferne hartnäckige Gewächse, Moose und Unkraut.
  3. Reche alle Pflanzenreste zusammen und entsorge sie auf dem Kompost.
  4. Vertikutiere den Rasen oder grabe die Fläche um, um zurückgebliebene Wurzeln zu entfernen.
  5. Ist der Boden selbst sehr nährstoffreich, kannst du ihn weiter abmagern. Mische dafür reichlich Sand unter die Erde oder trage eine dicke Schicht Erde-Sand-Mischung auf. Ist der Boden sehr sauer, kannst du den pH-Wert mit Kalk heben.
  6. Harke den Boden gründlich durch und verteile die Samenmischung. Arbeite die Samen mit Hilfe eines Rechens ein. Tipp: Um die Samen gleichmäßig auszustreuen, kannst du sie mit Sand mischen.
  7. Damit die Samen keimen, sollte der Boden in den ersten Wochen durchgehend leicht feucht sein.

Bis eine prächtig blühende Wildwiese entsteht, braucht es etwas Geduld. Die einfache Pflege später macht den Aufwand aber allemal wett.

So pflegst du die Magerwiese richtig:

Wichtig ist, dass du die Magerwiese nicht düngst – das würde nur die schnellwachsenden Arten vorantreiben. Mähen solltest du die Magerwiese nur ein- bis zweimal jährlich, am besten im Spätsommer, wenn alle Pflanzen verblüht sind und ihre Samen verloren haben. Achte darauf, die abgemähten Pflanzenreste auf dem Kompost zu entsorgen, damit sie den Boden nicht mit Nährstoffen versorgen. Wenn schnellwüchsige Pflanzen noch immer zu sehr dominieren, kann es sinnvoll sein, einmal im Jahr den Rasen zu kalken.

Magerwiese: Welche Pflanzen sind geeignet?

Die Blütenpracht der Magerwiese lockt verschiedenste Insektenarten an.
Die Blütenpracht der Magerwiese lockt verschiedenste Insektenarten an. (Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Magerwiesen zeichnen sich durch ihre große Artenvielfalt aus. Alle geeigneten Arten aufzuzählen, ist daher kaum möglich. Fast allen Arten gemein ist jedoch, dass sie resistent gegen Trockenheit sind und auf nährstoffarmen Böden gedeihen. Typisch ist zudem ihre geringe Konkurrenzkraft. Im Folgenden findest du einige Beispiele für typische Vertreter:

Um die eigene Magerwiese anzulegen, greifst du am besten zu einer fertigen Samenmischung für Magerwiesen. Da zarte Wiesenblumen leicht von stärkeren Gräsern verdrängt werden können, empfiehlt es sich, zu Beginn eine Samenmischung ohne Gräser auszubringen und erst nach ein bis zwei Jahren Gräser auszusäen.

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