Moisture Sandwich: Bekommst du so strahlende Haut?

Moisture Sandwich
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Die Methode des Moisture Sandwichs soll die Haut mit besonders viel Feuchtigkeit versorgen. Das Prinzip sieht vor, deine Pflegeprodukte in Schichten einzuarbeiten. Worauf du dabei achten solltest und ob der Trend wirklich wirkt, liest du hier.

Der Beauty-Trend „Moisture Sandwich“ ist eine etwas andere Methode, deine Pflegeprodukte auf die Haut aufzutragen. Du gehst dabei schichtweise vor und trägst die einzelnen Produkte übereinander auf – wie bei einem Sandwich.

Grundsätzlich ist das Moisture Sandwich so aufgebaut:

  1. Wasser
  2. Leichte Feuchtigkeitspflege, Serum, Fluid oder Gel
  3. Fetthaltige Creme oder Pflanzenöle

Die Pflegeroutine nach dem Moisture-Sandwich-Prinzip aufzubauen soll für ein frisches Aussehen und strahlende Haut sorgen. Dafür soll insbesondere die Wasserschicht sorgen.

Moisture Sandwich: Welche Produkte für welchen Hauttyp?

Das Moisture Sandwich aus Naturkosmetika, verträgt die Haut besonders gut.
Das Moisture Sandwich aus Naturkosmetika, verträgt die Haut besonders gut. (Foto: CC0 / Pixabay / photosforyou)

Die Moisture-Sandwich-Methode eignet sich für jeden Hauttyp und lässt sich sowohl an fettige als auch an trockene Haut anpassen. Du trägst dabei in der Regel die Creme und Lotionen auf, die du auch sonst benutzt. Das hat den Vorteil, dass du keine Experimente mit neuen Produkten oder Inhaltsstoffen machen musst. Du weißt schon, dass du die Produkte verträgst und dass sie zu deinem Hauttyp passen.

Allerdings hat natürlich nicht jede:r ein Feuchtigkeitsfluid oder Serum im Badezimmer stehen. Das ist also eventuell eine Anschaffung, die du dir für diese Pflegeroutine zusätzlich leisten müsstest.

Unter den Marken der zertifizierten Naturkosmetik findest du für deinen Hauttyp passende Pflegeserien ohne synthetische Inhaltsstoffe. Oft ergänzen spezielle Feuchtigkeitsprodukte diese Serien. Du kannst diese dann beispielsweise für die zweite Schicht verwenden. Aussagekräftige Naturkosmetik-Siegel sind unter anderem BDIH, Natrue und Ecocert. Produkte mit diesen Siegeln findest du in Drogerien oder Biomärkten.

So trägst du das Moisture Sandwich auf

Beim Moisture Sandwich arbeitest du deine Pflegeprodukte in Schichten ein.
Beim Moisture Sandwich arbeitest du deine Pflegeprodukte in Schichten ein. (Foto: CC0 / Pixabay / silviarita)

Das Moisture Sandwich ist eine Technik zum Schichten von Pflegeprodukten, die vor allem die Gesichtshaut mit Feuchtigkeit versorgen soll. Du trägst die einzelnen Schichten dabei nacheinander auf.

Am Anfang jeder Gesichtspflege steht immer die zum Hauttyp passende Gesichtsreinigung. Wasche das Reinigungspräparat anschließend mit lauwarmem Wasser ab, sodass keine Rückstände mehr auf der Haut bleiben. Der Abschluss der Reinigung ist zugleich die erste Schicht des Moisture-Sandwichs.

1. Schicht: Wasser

  • Tupfe das Gesicht nach der Reinigung nur ganz leicht mit dem Handtuch ab. Die Haut sollte dann noch feucht sein, aber nicht tropfnass.
  • Lasse das Wasser für etwa drei Sekunden auf der Haut einwirken.

2. Schicht: Feuchtigkeit

  • In diesem Schritt kannst du die Pflegepräparate deinen individuellen Bedürfnissen anpassen. Geeignet sind ein Feuchtigkeitsserum, Gel oder Fluid, zum Beispiel mit Urea oder Aloe Vera. Sie enthalten Aminosäuren, welche als natürliche Feuchthaltefaktoren fungieren und so die Feuchtigkeit in der Haut binden. Du kannst für die zweite Schicht auch eine leichte Feuchtigkeitslotion verwenden. Geeignete Präparate für das Moisture-Sandwich erkennst du an ihrer sehr flüssigen Konsistenz.
  • Indem du das Feuchtigkeitspräparat auf der Haut verteilst, massierst du es schon leicht ein. Auch diese Schicht soll wieder für etwa drei Sekunden einwirken, bevor du die nächste Schicht aufträgst.

3. Schicht: Fett

  • Den Abschluss des Moisture Sandwichs bildet eine fetthaltigere Creme. Eine solche Creme ist immer fester als die Feuchtigkeitscreme.
  • Du kannst für diese Schicht zum Beispiel die Nachtcreme deiner Pflegeserie verwenden – oder Pflanzenöl, das zum Hauttyp passt. Bestimmte Öle eignen sich auch gut für fettige Haut. Zum Beispiel zieht Sojaöl schnell ein.
  • Das Moisture Sandwich bleibt auf der Haut und zieht vollständig ein.

In den sozialen Medien und im Internet ist das Moisture Sandwich gerade ein verbreiteter Beauty-Tipp. Die Empfehlungen dazu, wie genau du das Moisture Sandwich auftragen solltest, weichen dabei in Details oft etwas voneinander ab. Lass dich dadurch nicht verwirren, denn die Pflegeroutine lässt sich individuell an die Bedürfnisse der Haut anpassen. Zum Beispiel kann deine Haut nach dem Winter besonders viel Feuchtigkeit vertragen. Dann empfiehlt sich für den zweiten Schritt etwa eine Feuchtigkeitsampulle.

Wirkt das Moisture Sandwich überhaupt?

Für das Moisture Sandwich eignet sich zum Beispiel Feuchtigkeitspflege mit Aloe Vera.
Für das Moisture Sandwich eignet sich zum Beispiel Feuchtigkeitspflege mit Aloe Vera. (Foto: CC0 / Pixabay / casellesingold)

Das Moisture Sandwich funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie der hauteigene Schutz. Dabei sind Wasser und Fette wesentliche Bestandteile. Sie sorgen für eine gesunde und elastische Haut.

  • Wasser: Der Wassergehalt in der obersten Hautschicht hält die Haut weich und elastisch. Das Wasser polstert die Zellen auf – ähnlich wie ein Luftballon, den du mit Wasser füllst.
  • Fett: Hautfette in der obersten Hautschicht tragen dazu bei, den Wasserverlust durch Verdunstung aufzuhalten.

Die Reihenfolge ist beim Moisture-Sandwich darauf ausgerichtet, dass erst das Wasser und die Feuchtigkeitspflege wirken sollen. Im letzten Schritt unterstützt die Fettcreme den hauteigenen Talg, indem sie die Haut vor einem Feuchtigkeitsverlust schützt. Fette sind ebenso wie Öle undurchlässig für Wasser und verhindern so, dass es verdunstet. Das bedeutet, dass eine Feuchtigkeitspflege nur in Zusammenhang mit Fett eine langfristige Wirkung erzielen kann.

Das Moisture Sandwich verspricht eine strahlendere Haut durch die extra Schicht Wasser. Kann das Wasser aber wirklich in die Haut eindringen und den versprochenen Effekt erzielen?

Grundsätzlich kann Wasser durchaus Veränderungen der Haut bewirken. Zum Beispiel quillt die Haut nach einem langen Wannenbad leicht auf. Zur Wirksamkeit des Moisture-Sandwichs stehen bisher noch keine Studien zur Verfügung. Allerdings beschäftigte sich eine Studie aus Japan mit der Frage, ob Wasserdampf in die Haut eindringen kann. Sie stellte fest, dass der Wassergehalt in der obersten Hautschicht (Stratum Corneum) tatsächlich zunahm, wenn sie Wasserdampf ausgesetzt war. Bei der Untersuchung erhielten die Testpersonen eine rund zweistündige Behandlung mit sehr feinem Wasserdampf. Ob sich diese Ergebnisse auf das Moisture Sandwich übertragen lassen, ist allerdings fraglich.

Achtung: Beim ersten Schritt des Moisture Sandwichs kommt meist Leitungswasser zum Einsatz. Abhängig vom Kalkgehalt in deiner Region könnte dieses Wasser die Haut reizen. Kalk im Leitungswasser kann unter Umständen zu Reizungen der Haut führen.

Fazit: Lässt das Moisture Sandwich die Haut wirklich strahlen?

Das Moisture Sandwich kann tatsächlich funktionieren – die Extraschicht Wasser hat damit aber wahrscheinlich weniger zu tun. Auf Grund des Kalkgehalts im Leitungswasser ist sie eher kritisch zu betrachten.

Die strahlende, frische Haut bewirkt hauptsächlich die abschließende fetthaltige Schicht. In der Zeit, die die Fettpflege zum Einziehen braucht, bildete sie eine Barriere. Unter dieser wasserundurchlässigen Schicht staut sich das Wasser, welches die Haut ansonsten abgegeben hätte. Zusätzlich ist kurzzeitig die Durchblutung der Haut angeregt. Die Haut erhält dadurch mehr Nährstoffe und bleibt elastischer.

Beim Moisture Sandwich spielt also die Schichtung einer Fettcreme über eine Feuchtigkeitspflege, die den  natürlichen Feuchthaltefaktor erhält, die wichtigste Rolle – weniger das Wasser selbst.

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