Moor: Die Bedeutung des Moors für das Klima

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Das Moor ist ein natürlicher CO2-Speicher – damit sind Moorlandschaften für den Klimaschutz interessant. Hier erfährst du, wie der Speicherprozess funktioniert und wie wir Moore schützen können.

Moore erfüllen wichtige Aufgaben in der Natur

Moore stellen einen ganz besonderen Lebensraum dar, den es aus mehreren Gründen zu schützen gilt:

  • Artenvielfalt – Das Moor bietet zahlreichen Moorpflanzen und Tierarten einen Lebensraum.
  • Hochwasserschutz – Der wasserreiche Boden bildet natürliche Pufferzonen, die Hochwasser zurückhalten.
  • Klimaschutz – Moore speichern unter anderem Kohlenstoff und tragen so dazu bei, die Emission von   Treibhausgasen zu senken.

Das Forschungsinstitut Helmholtz Zentrum erklärt, dass Moore die einzigen Ökosysteme sind, die langfristig Kohlenstoff speichern können.

Treibhausgase entstehen unter anderem, wenn Pflanzen verwesen. Pflanzen binden Kohlenstoff, den sie aus der Atmosphäre aufnehmen. Zerfällt eine Pflanze, löst der Sauerstoff aus der Luft den Kohlenstoff aus der Pflanze. Aus dieser chemischen Verbindung entsteht Kohlendioxid (kurz CO2).

Anders dagegen in Mooren: Hier versinken Pflanzenreste im sumpfigen Wasser. Es kann keine Luft an sie gelangen – und damit kein Sauerstoff. Der Kohlenstoff bleibt somit unverändert im Moorboden erhalten. Laut Helmholtz Zentrum schätzen Experten, dass weltweit mindestens 550 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Moorböden gebunden sind.

Trockengelegte Moore sind dagegen Klimakiller

Über den Torf gelangen die Kohlenstoffe wieder in den Stoffkrieslauf.
Über den Torf gelangen die Kohlenstoffe wieder in den Stoffkrieslauf. (Foto: CC0/pixabay/PublicDomainImages)

Moore können ihre Aufgaben nur erfüllen, wenn der Menschen sie nicht trockengelegt hat. Moore galten üblicherweise als nützlich, wenn sie Torf lieferten. Das übrige Moorland wurde entwässert, um Land für die Landwirtschaft zu gewinnen.

Torfabbau ist besonders kritisch für das Klima, weil Torf den Kohlenstoff speichert. Über den Torf, der zum Beispiel in Blumenerde enthalten sein kann, gelangen die gebunden Stoffe zurück in den natürlichen Kreislauf – mit der Konsequenz, dass aus ihnen auch wieder Treibhausgase entstehen können. Noch immer gibt es Torfabbau in Deutschland. Der Bundesregierung zufolge liefern hauptsächlich Moore aus Niedersachsen noch rund acht Millionen Kubikmeter Torf im Jahr.

Der NABU erinnert daran, dass Moore einmal mehr als vier Prozent der deutschen Landesfläche bedeckten. 95 Prozent davon sind heute entwässert. Das hat Folgen für das Klima, denn entwässerter Moorboden kann keinen Kohlenstoff mehr binden: Die schädlichen Treibhausgase werden freigesetzt. Die Bundesregierung berichtet, dass die jährliche Menge an CO2-Emissionen aus entwässerten Mooren etwa 45 Million Tonnen beträgt. Das entspricht rund fünf Prozent der Treibhausgase, für die Deutschland jedes Jahr insgesamt verantwortlich ist.

Wie Moore zum Klimaschutz beitragen können

Ein naturbelassenes Moor wirkt als Kohlenstoff-Speicher.
Ein naturbelassenes Moor wirkt als Kohlenstoff-Speicher. (Foto: CC0/pixabay/MichaelGaida)

Ein naturbelassenes Moor wächst stetig – und damit auch sein Speicher. Mit jeder weiteren Schicht an Pflanzenresten schließt der Moorboden mehr Elemente wie Kohlenstoff, Stickstoff, Kalium und Phosphat ein.

Doch ganz ohne Treibhausgase geht es auch bei Mooren nicht: Moorböden verhindern zwar, dass sich Treibhausgase wie Kohendioxid oder Lachgas aus Stickstoff bilden. Allerdings gibt ein aktiver Moorboden dafür das Treibhausgas Methan ab. Das brandenburgische Landesamt für Umwelt erklärt dennoch, dass Forscher intakte Moore in Summe betrachtet als klimaneutral bezeichnen.

Trockengelegte Moore begünstigen dagegen die Klimaerwärmung. Bei ihnen fehlt die besondere Speicherwirkung durch das Wasser. Die beiden Treibhausgase Kohlendioxid und Lachgas entstehen, dafür allerdings kaum Methan. Laut Landesamt für Umwelt überwiegen somit die klimaschädlichen Emissionen.

Die Bundesregierung erläutert dazu, dass die Klimaschäden durch die Kohlendioxid-Lachgas-Mischung deutlich schwerer wiegen als die Methan-Emissionen aus natürlichem Moorboden. Die Treibhausgase haben unterschiedlich starke Wirkung auf das Klima. Um sie vergleichbar zu machen, gibt es das CO2-Äquivalent mit einer entsprechenden Umrechnungsformel. Laut EU-Berechnungstabelle ist eine Tonne Lachgas 298-mal so schädlich wie eine Tonne Kohlendioxid. Methan ist damit „nur“ 25-mal aggressiver als eine Tonne Kohlendioxid.

Nasse Moore rechnen sich, nicht nur für das Klima

Die Erkenntnis, dass Moore Treibhausgasemissionen senken, führt auch bei Politikern zum Umdenken. Das Umweltbundesamt entwickelt bereits Pläne, um mithilfe von Moorgebieten das Klima zu schützen:

Das Helmholtz Zentrum rechnet vor, dass auch wirtschaftliche Gründe dafür sprechen, trockengelegte Moore wieder zu bewässern:

  • Trockengelegte Moore belasten die Klimabilanz mit Emissionen, bewässerte Moorgebiete sind dagegen wieder klimaneutral. Das ist Klimaschutz, der weniger kostet als beispielsweise Windenergie.
  • Moorgebiete lassen sich trotzdem noch landwirtschaftlich nutzen – zum Beispiel mit Schilf- oder Holzwirtschaft. Laut Überlegungen der Forscher könnten Landwirte trotzdem einen Gewinn aus dem Land ziehen.

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