Ölziehen: Wirkung und korrekte Anwendung einer Ölkur

Ölziehen stärkt unser Immunsystem
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Das sogenannte Ölziehen soll den Körper entgiften und sich positiv auf Mundhygiene und Zähne auswirken. Wir verraten was du über Ölkuren wissen musst.

Die Kur hat ihren Ursprung in der ayurvedischen Lehre und wird schon seit Jahrtausenden praktiziert, da man ihr eine entgiftende Wirkung nachgesagt: Beim Ölziehen werden dem Körper über Zunge und Zahnfleisch Bakterien und Toxine entzogen.

Ölziehen: Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Forschungsergebnisse bestätigten den positiven Effekt von Ölkuren auf die Mundhygiene.
Forschungsergebnisse bestätigten den positiven Effekt von Ölkuren auf die Mundhygiene. (Foto: CC0 / Pixabay / mlarsson62)

Durch das Hin- und Herbewegen des Öls wird Speichel produziert. Der vermehrte Speichelfluss stimuliert wiederum die inneren Organe. Sie scheiden Giftstoffe aus, die du zum Beispiel über die Ernährung zu dir genommen hast. Über die Lymphflüssigkeit werden diese in deine Mundhöhle transportiert und dort in Zunge und Zahnfleisch abgelagert. Das Öl in deinem Mund nimmt die Bakterien und Toxine auf und bindet sie.

Nicht nur das: Die Ölkur soll sogar Krankheiten vorbeugen. Denn die Kau- und Saugbewegungen bringen die Lymphe in Schwung – unser Immunsystem wird angeregt. Krankheitserreger haben es so schwerer, über die Schleimhäute in den Körper einzudringen.

Dagegen soll Ölziehen helfen:

  • Zahnfleischbluten
  • Karies
  • Mundgeruch
  • Arthritis
  • Asthma
  • Rheuma
  • Migräne
  • Herzbeschwerden
  • Bronchitis
  • Erkältungen

Forschungsergebnisse bestätigten den positiven Effekt auf die Mundhygiene: Ölziehen stärkt das Zahnfleisch, wodurch es sich seltener entzündet. Wissenschaftliche Belege für eine entgiftende Wirkung auf den Rest des Körpers fehlen bisher allerdings, wenngleich es dazu kaum Untersuchungen gibt. Umgekehrt gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass eine Ölkur schlecht für den Körper sein könnte.

Trotzdem solltest du beachten, dass bei beim Ölziehen kurzzeitige Nebenwirkungen wie Übelkeit, vermehrte Schleimbildung im Mund- und Racheraum, oder Kopfschmerzen auftreten können.

Anleitung: So funktioniert die Ölkur

Wenn du Ölziehen ausprobieren möchtest, solltest du die Ölkur gleich morgens nach dem Aufstehen durchführen, noch bevor du etwas gegessen oder getrunken hast. Du kannst dafür mehrere Speiseölsorten verwenden, dazu im letzten Absatz mehr:

  1. Gib einen Esslöffel Öl in deinen Mund (falls du dich für Kokosöl entschieden hast, dauert es einen kurzen Moment, bis es sich verflüssigt hat).
  2. Das Öl bewegst du hin und her. Du kannst es kauen, durch die Zähne ziehen oder von einer Backenseite zur anderen saugen. Hauptsache, es bleibt ständig in Bewegung.
  3. Der ganze Vorgang sollte entspannt ablaufen und ca. 15-20 Minuten dauern. Hältst du es nicht so lange durch, kann die Kur nicht ihre volle Wirkung entfalten.
  4. Anschließend spuckst du das Öl aus. Da du mit dem Ölziehen Schadstoffe bindest, solltest du es nicht runter schlucken oder damit gurgeln – das wäre kontraproduktiv. Die Giftstoffe würden sonst wieder in deinen Kreislauf geraten.
  5. Spucke das Öl nicht direkt in den Ausguss – entsorge es z. B. über ein Taschentuch. Kleine Mengen Öl kannst du über den Restmüll entfernen.
  6. Anschließend spülst du den Mund gründlich mit Wasser aus und spuckst dieses aus.
  7. Danach kannst du dir ohne Zahnpasta die Zähne putzen.
  8. Eine Ölkur sollte mindestens vier Wochen lang täglich durchgeführt werden.

Die besten Öle zum Ölziehen

Viele Speiseöle eignen sich für eine Ölkur.
Viele Speiseöle eignen sich für eine Ölkur. (Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Egal für welches Speiseöl du dich entscheidest: Achte darauf, dass es qualitativ hochwertig und in Bio-Qualität ist. Um weite Transporte zu vermeiden, sollten sie aus heimischem oder mitteleuropäischem Anbau stammen. In einem weiteren Artikel verraten wir alles, was du über Speiseöle und Fette wissen solltest.

Mit diesen Ölen gelingt die Ölkur:

  • Sonnenblumenöl kannst du aus Deutschland beziehen, es ist zudem mild im Geschmack. Damit eignet es sich besonders gut zum Ölziehen.
  • Sesamöl sollte kalt gepresst sein, da der Geschmack so am neutralsten ist. Es hilft vor allem bei Zahnfleischentzündungen. Zu dem enthält Sesamöl Antioxidantien, die unser Immunsystem stärken.
  • Auch Leinöl gilt als besonders heilsam im Mund- und Rachenbereich. Da es einen recht herben Geschmack hat, kannst du es im Verhältnis 1:1 mit Sonnenblumenöl mischen.
  • Kokosöl schmeckt nicht nur angenehm, sondern hat auch noch eine antibakterielle Wirkung. Besonders unserer Mundflora profitiert von dieser Ölsorte – Nachteil ist seine schlechte Klimabilanz durch weite Transportwege.
  • Auch Olivenöl kannst du zum Ölziehen verwenden – allerdings ausschließlich in kaltgepresster, nativer Form.

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