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Öko-Test Salz: durchweg gute Noten, aber was ist mit Mikroplastik?

Salz im Test von Öko-Test
Fotos: Ökotest

Öko-Test hat Salz getestet – und wenig zu kritisieren. Was den Testern weniger gut gefallen hat, ist die zugesetzte Rieselhilfe. Offen bleibt die Frage nach der Belastung mit Mikroplastik.

Fakt ist: Ohne Salz kann der Mensch nicht leben. Wie für viele Genussmittel gilt: Zu viel Salz sollten wir nicht konsumieren. Wie gut ist aber das Salz, das wir tagtäglich zum Würzen verwenden?

Öko-Test hat 21 Speisesalzmarken aus Supermärkten, Discountern und Bio-Märkten im Labor untersuchen lassen – zum Beispiel auf Schwermetalle wie Blei und Arsen sowie die zugesetzten Mengen von Jod, Fluorid und Folsäure.

Die meisten Salze im Test waren Siedesalze, die durch die Verdampfung von Salzwasser gewonnen werden. Aber auch Meersalze und ein Steinsalz nahmen die Prüfer:innen genau unter die Lupe.

Salz im Test: Die Testsieger bei Öko-Test

Das Ergebnis des Salz-Tests ist erfreulich: Kein Produkt ist negativ aufgefallen, alle sind „sehr gut“ oder „gut“.

Zu den Testsiegern bei Öko-Test zählen unter anderem:

  • Alnatura Meersalz mit Jod (0,95 Euro je 500 Gramm)
  • Byodo Premium Meersalz (1,29 Euro je 500 Gramm)
  • Rapunzel Meersalz mit jodhaltigen Algen (2,49 Euro je 500 Gramm)

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Fünf der Salzmarken bekamen ein „sehr gut“ im Test, die anderen nur ein „gut“. Hier bemängelten die Tester die zugesetzte Rieselhilfe.

Im Salz-Test von Öko-Test fiel in vielen Salzen die Rieselhilfe negativ auf.
Im Salz-Test von Öko-Test fiel in vielen Salzen die Rieselhilfe negativ auf. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Bru-nO)

Was ist die Rieselhilfe?

Bei Salzen wird häufig Calciumcarbonat (E 170), Magnesiumcarbonat (E 504) oder Natriumferrocyanid (E 535) als sogenannte Rieselhilfe zugesetzt. Der Zusatz soll verhindern, dass das Salz klumpt. Die jeweiligen Zusätze müssen auf der Packung als Rieselhilfe oder Trennmittel gekennzeichnet werden.

Sowohl Calciumcarbonat als auch Magnesiumcarbonat sind unumstritten und in vielen Lebensmitteln enthalten. Anders schaut es mit Natriumferrocyanid (E535) aus: Der Stoff ist zwar erlaubt, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat E535 als unbedenklich eingestuft. In größeren Mengen kann E535 jedoch die Nieren schädigen, so das Argument der Tester:innen von Öko-Test. Deshalb sind sie der Meinung: Der umstrittene Zusatzstoff hat in Salz nichts zu suchen! Zumal es komplett unbedenkliche Alternativen gibt. 

Salz im Test: Schwermetalle in geringen Spuren

Die Schwermetalle Arsen und Blei wurden zwar in jeweils zwei Fällen gefunden. Da die Werte aber äußerst gering waren, hat Öko-Test sie nicht bemängelt.

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Was ist mit Mikroplastik im Salz?

Mikroplastik findet sich inzwischen fast überall in der Umwelt – und auch immer öfter in Lebensmitteln. Insofern wäre es interessant zu wissen, wie viel Mikroplastik im Salz steckt, das wir täglich zu uns nehmen.

Da die Untersuchungsmethoden noch nicht ausgereift sind, hat Öko-Test die Salze leider nicht auf Mikroplastik hin untersucht. Die Tester:innen gehen aber davon aus, dass auch im Salz Mikroplastik enthalten ist – und zwar nicht nur in Meersalz, sondern auch in Steinsalz.

Eine Studie aus Südkorea aus dem Jahr 2018, die in Zusammenarbeit mit Greenpeace East Asia entstanden ist, hat gezeigt, dass 90 Prozent der untersuchten Salzmarken Mikroplastik enthalten. In den untersuchten Meersalzen war die Belastung höher als in den Steinsalzen. In dem Test zeigte sich, dass besonders Salze aus Regionen, in denen die Verschmutzung durch Plastik im Meer überdurchschnittlich hoch ist, viel Mikroplastik enthalten. Salze aus dem asiatischen Raum waren besonders hoch belastet, Meersalze aus dem Mittelmeerraum am wenigsten.

Jod, Fluorid und Folsäure in Speisesalz

Viele Speisesalze enthalten Jod-, Fluorid- und Folsäurezusätze. Wieviel davon dem Speisesalz zugesetzt werden darf, ist gesetzlich geregelt, die Menge muss auf der Verpackung angegeben werden.

Das Urteil von Öko-Test: Alle Salze im Test halten die Grenzwerte ein, die im Labor gemessenen Werte weichen kaum oder gar nicht von den Angaben auf den Verpackungen ab. Somit ist hier alles im grünen Bereich.

Wozu Jod im Speisesalz? Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Körper vor allem zur Produktion von Schilddrüsenhormonen braucht.
In Deutschland ist die Jodversorgung der Bevölkerung unzureichend, wie Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen. Hier erfährst du mehr über den Jod-Bedarf und Lebensmittel, in denen Jod enthalten ist: Jod: das Spurenelement für die Schilddrüse

Wozu Fluorid im Speisesalz? Fluorid festigt die Knochen, stärkt den Zahnschmelz und kann Karies vorbeugen.

Wozu Folsäure im Speisesalz? Folsäure ist ein lebenswichtiges B-Vitamin, das an vielen Wachstums- und Entwicklungsprozessen im Körper beteiligt ist. Der Stoff ist besonders für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere wichtig.

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Lohnt es sich, Luxussalze zu kaufen?

Salz ist im Supermarkt für wenig Geld zu haben: Die günstigste Variante kostet pro 500 Gramm gerade mal 19 Cent, Jod und Fluorid inklusive. Für Salz viel Geld auszugeben macht wenig Sinn, so Kerstin Scheidecker von Öko-Test: „Salz schmeckt – salzig. Egal ob ein Pfund 20 Euro kostet oder 20 Cent. Im Internet angepriesene Wunderwirkungen von Edelsalzen kann man getrost vergessen“.

Alle Details zum Salz-Test von Öko-Test findest du in der Ausgabe 07/2021 von Öko-Test sowie online auf www.oekotest.de.

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