Schottergarten: Darum solltest du darauf verzichten

Foto: CC0 / Pixabay / manfredrichter

Ein Schottergarten sieht auf den ersten Blick pflegeleicht und minimalistisch aus – wenn man genauer hinsieht, bringt diese Gartenform aber viele Nachteile mit sich. Wir zeigen dir, welche das sind.

Schottergärten werden zunehmend zum Trend auf deutschen Grundstücken. Verwechsle Schottergärten dabei nicht mit Steingärten: Im Steingarten lassen sich Pflanzen kultivieren, die nährstoffarme Böden bevorzugen. Schottergärten hingegen bestehen (fast) ausschließlich aus Kies und Steinen.

Angelegt werden solche Gärten, indem der Mutterboden entfernt wird. Dann wird eine Plane aus Vlies ausgebreitet, auf welche die Steine gekippt werden. Das Vlies verhindert, dass wild wachsende Pflanzen durch den Schotter hindurchwachsen. 

Im Folgenden zeigen wir dir drei Gründe, weshalb du lieber auf einen Schottergarten verzichten solltest und verraten dir, welche Alternativen sich besser eignen.

1. Schottergärten bieten keinen ökologischen Mehrwert

Der Kies in Schottergärten bietet keinen Unteschlupf für Insekten und Tiere.
Der Kies in Schottergärten bietet keinen Unteschlupf für Insekten und Tiere.
(Foto: CC0 / Pixabay / jeonsango)

Gärten sind wichtig, denn sie leisten einen großen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. In Schottergärten gibt es jedoch keinerlei Pflanzen – dementsprechend finden Tiere hier weder Unterschlupf noch Nahrung wie Blütenpollen und Nektar. Mit einem solchen Garten hilfst du also weder heimischen Vögeln, Eidechsen und kleinen Nagetieren noch Bienen, Hummeln oder Schmetterlingen.

2. Schottergärten sind teuer und pflegeintensiv

Insekten wirst du in einem Schottergarten vergeblich suchen.
Insekten wirst du in einem Schottergarten vergeblich suchen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Capri23auto)

Wer denkt, ein Schottergarten sei billiger als die Anschaffung einiger Pflanzen, irrt sich. Je nachdem, wie groß die Fläche ist, kann allein für den Kies schon eine gute Summe zusammenkommen. 

Wem außerdem die Pflege von Pflanzen zu aufwändig erscheint, der trifft mit einem Schottergarten nicht zwangsläufig eine bessere Wahl: Die Kieselsteine werden irgendwann von Moos oder Algen bewachsen und wirken nach kurzer Zeit schmutzig. Außerdem müssen Schottergartenbesitzer regelmäßig Laub rechen, vor allem im Herbst. Nach spätestens zehn Jahren sollte der Kies außerdem gänzlich entfernt und gereinigt werden. Dabei muss auch die Vliesplane erneuert werden.

Insgesamt birgt ein Schottergarten also nicht nur eine Menge Pflegeaufwand, sondern geht auch mit einem großen Energieverbrauch einher. Hochdruckreiniger, ein hoher Wasserverbrauch und Lärm bei der Reinigung schaden der Umwelt und Kleinstlebewesen.

3. Schottergärten fördern Staub und Hitze

In normalen, begrünten Gärten findet sich eine große Vielfalt an Pflanzen. Diese wirken sich positiv auf das dort vorherrschende Mikroklima aus. Unter Mikroklima versteht man die klimatischen Bedingungen im „Raum der Luft in Bodennähe“. Pflanzen binden zum Beispiel Staub und Schadstoffe und senken die Umgebungstemperatur.

Schottergärten hingegen heizen sich besonders im Sommer tagsüber stark auf. Die Hitze geben die Kieselsteine in der Nacht dann an die Umgebung ab. Sollte sich doch einmal eine Pflanze auf die steinige Fläche verirrt haben, vertrocknet diese recht schnell. Aufgrund der fehlenden Pflanzen werden Staubpartikel aus der Luft nicht gebunden, sondern reichern sich noch weiter an. 

Alternativen zu Schottergärten

Pflanzen in Steingärten sind häufig sehr robust und pflegeleicht.
Pflanzen in Steingärten sind häufig sehr robust und pflegeleicht.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Auch, wenn dein Daumen nicht der grünste ist, gibt es pflegeleichte Alternativen zum Schottergarten – Alternativen, mit denen du vor allem Tieren und Insekten etwas Gutes tust:

  • Eine gute Mischung aus Steinen und Pflanzen ist zum Beispiel ein Steingarten. Dort fühlen sich vor allem alpine Pflanzen wohl, die häufig anspruchslos sind und dir wenig Pflege abverlangen.
  • Wenn du große Flächen begrünen möchtest, ohne allzu viel Aufwand zu betreiben, kannst du Bodendecker pflanzen. Diese breiten sich häufig stark aus und unterdrücken Unkraut effektiv. Am besten entscheidest du dich für immergrüne Bodendecker – dann hast du das ganze Jahr über etwas von ihnen.
  • Entscheide dich für deine Lieblingspflanzen. Wenn du nur einige ausgewählte Sorten im Garten pflanzt, fällt dir die Pflege später leichter. 
  • Du musst keinesfalls deinen gesamten Garten bepflanzen. Gib der Natur Raum und lasse zum Beispiel ein Stück Wiese stehen und wild wachsen. So brauchst du nur ein paar Mal im Jahr den Rasen zu mähen.
  • Pflanze mehrjährige winterharte Stauden, dann musst du nicht jedes Jahr das Beet neu bepflanzen.

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(2) Kommentare

  1. Trifft genau meinen Sinn! Leider „behandelt“ mein Nachbar seine Kieswüste und unsre Bodenbedecker gleich mit, mit Glyphosat. Auch auf öffentlichem Gelände tut er das, bisher unbehelligt.
    Die Kiesebene sieht aus, wie ein Friedhof.
    Ich will keine Diktatur! Anders als mit bewährten Verboten wird es jedoch nichts.