Selbstliebe lernen: Tipps und Übungen für das geliebte Ich

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Selbstliebe zu lernen ist in der Realität leider gar nicht immer so leicht. Wir zeigen dir einige Tipps, wie du lernen kannst, dich selbst so zu lieben, wie du bist.

Wie kannst du Selbstliebe lernen?

Meistens fällt es uns vergleichsweise leicht, andere Menschen zu lieben und Kindern, dem/der Partner:in, Eltern oder Freund:innen unsere Liebe zu zeigen. Doch wenn es darum geht, uns selbst zu lieben, befinden wir uns oft in einer Sackgasse. Dabei ist Selbstliebe essentiell, um Probleme zu bewältigen, mit Stresssituationen umzugehen und letztendlich auch andere Personen zu lieben. Du gehst außerdem deutlich selbstbewusster, entspannter und freier durchs Leben, wenn du deinen Selbstwert kennst und schätzen kannst.

Doch kannst du Selbstliebe lernen? Definitiv: ja. Es gibt einige Tipps und Tricks, die du in deinen Alltag integrieren kannst und die dir dabei helfen können, dich selbst besser wahrzunehmen, zu akzeptieren und wertzuschätzen. Die Basis all dieser Praktiken ist jedoch der Grundsatz, dass Selbstliebe nur aus deinem Inneren kommen kann und nicht durch äußere Einflüsse ausgelöst wird.

Selbstliebe durch Achtsamkeit lernen

Yoga und Meditation können dir helfen, achtsamer durchs Leben zu gehen.
Yoga und Meditation können dir helfen, achtsamer durchs Leben zu gehen. (Foto: CC0 / Pixabay / Binja69)

Selbstliebe fängt bereits damit an, Gefühle und Signale des Körpers wahrzunehmen. Oft hetzen wir so durch den Alltag, dass wir den Zustand unseres Körpers gar nicht mehr spüren. Erst am Abend bemerken wir Kopfschmerzen, Schwäche oder Übelkeit, die wir uns nicht erklären können.

Um dich davor zu schützen, helfen meist schon mehrere kurze Pausen von zwei bis drei Minuten. Schließe kurz die Augen, atme tief ein und aus und fühle, wie es dir in diesem Moment geht. Diese besondere Art der Aufmerksamkeit wird als „Achtsamkeit“ bezeichnet. Achtsamkeit bezieht sich speziell auf die Wahrnehmung des inneren und äußeren Zustands und die Fähigkeit, diesen anzunehmen, ohne zu bewerten.

Damit bildet Achtsamkeit sozusagen die Basis für Selbstliebe. Sie hilft uns, uns selbst besser kennenzulernen und zu verstehen. Oft wissen wir viel zu wenig über unsere eigene Persönlichkeit, da wir uns keine Zeit nehmen, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Doch wie willst du dich selbst lieben, wenn du deine eigenen Stärken und Qualitäten gar nicht kennst? Meistens fällt es uns sehr leicht, unsere Schwächen und Nachteile aufzuzählen. Doch werden wir nach unseren Stärken gefragt, will uns einfach nichts einfallen. Achtsamkeitsübungen können dir dabei helfen, deine eigenen Qualitäten besser wahrzunehmen. Sie unterstützen dich aber auch darin, deine Schwächen und Grenzen zu erkennen und mit Gelassenheit und Ruhe zu akzeptieren.

Mit Meditation zu mehr Selbstliebe

Eine Methode, um Selbstliebe und Achtsamkeit zu „trainieren“, ist die Meditation.

  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese durchzuführen. Am Anfang helfen dir geführte Meditationen, die Basis und verschiedene Variationen kennenzulernen (empfehlenswerte Mediations-Apps findest du hier).
  • Später kannst du die Übungen auch allein durchführen und auf deine Bedürfnisse abstimmen.
  • Bei jeder Meditation setzt du dich in eine für dich bequeme Haltung, schließt die Augen und beginnst, deinen Körper, deine Umgebung und speziell deine Atembewegung wahrzunehmen. Wichtig hierbei ist, dass du nur registrierst, ohne etwas zu bewerten.

Eine weitere Methode, die du auch in deine Meditation mit einbauen kannst, ist der Bodyscan:

  • Dabei legst du dich auf eine weiche Unterlage und nimmst jedes Körperteil einzeln bewusst war.
  • Du beginnst zum Beispiel bei der linken kleinen Zehe und arbeitest dich dann bis zur Stirn hinauf.
  • Nimm wahr, welche Bereiche des Körpers sich gelöst und welche sich vielleicht verspannt anfühlen.
  • Auch hier geht es vor allem darum, zu spüren und registrieren, ohne eine Wertung vorzunehmen.

Liebe dich selbst: Yoga kann helfen

Yoga kann dir helfen, zu dir selbst zu finden.
Yoga kann dir helfen, zu dir selbst zu finden. (Foto: CC0 / Pixabay / feelgoodjunkie)

Eine dynamische Variante der Meditation, bei der du Geist und Körper in Einklang bringst, ist Yoga. Dabei hast du die Wahl aus einer Vielzahl von Yoga-Formen. Das Spektrum reicht vom kraftvollen Vinyasa-Yoga oder Power-Yoga bis zum ruhigen Yin-Yoga.

Ein Grundsatz beim Yoga ist das Motto: „Alles kann. Nichts muss.“ Das heißt auch, dass du deine (körperlichen) Grenzen akzeptierst. Vielleicht bist du noch nicht so beweglich und schaffst noch keinen Spagat oder Kopfstand. Nimm diesen Zustand mit Gelassenheit an. Nur dann bist du in der Lage, durch achtsames Training deine Grenzen ausweiten zu können. Zwing dich also in keine Haltung, die sich nicht gut anfühlt und behandle deinen Körper mit Vorsicht und Respekt.

Schaffst du es, diesen Gedanken auch auf deinen Alltag zu übertragen, bist du der Selbstliebe schon ein ganzes Stück näher.

Selbstfürsorge: Der Umgang mit dem eigenen Ich

Kinder machen das, was ihnen Freude bereitet. Ein guter Weg zu mehr Selbstliebe – nimm dir ein Beispiel.
Kinder machen das, was ihnen Freude bereitet. Ein guter Weg zu mehr Selbstliebe – nimm dir ein Beispiel. (Foto: CC0 / Pixabay / ddimitrova)

Wenn du anfängst, die Botschaften deines Körpers wahrzunehmen und zu akzeptieren, wirst du vermutlich automatisch das Verlangen haben, diesen nachzugehen. Hier kommt die Selbstfürsorge ins Spiel. Sicher kennst du das Bedürfnis, für das Wohlbefinden dir nahstehender Personen sorgen zu wollen. Und so wie du dich um Menschen, die du liebst, kümmerst, solltest du auch mit dir selbst umgehen.

Das kann sich in unterschiedlichen Bereichen äußern. Zum Beispiel indem du dir die Zeit nimmst, ein ausgewogenes, gesundes Abendessen für dich zu kochen, dir dazu eine Kerze anzuzünden und deinen Lieblingsfilm anzusehen. Oder indem du nach einem stressigen Tag ein entspanntes Bad nimmst, in die Sauna oder zu einer Yoga-Stunde gehst.

Oft vernachlässigen wir neben Beruf und alltäglichen Pflichten die Dinge, die uns eigentlich Spaß machen. Doch ein essentieller Teil der Selbstliebe ist es, dass du dir bewusst Zeit nimmst, Dinge zu tun, die dir gut tun.

„Body-Image“: Selbstliebe auch gegenüber dem Körper

Auch Teil der Selbstliebe: unseren eigenen Körper schätzen und lieben lernen.
Auch Teil der Selbstliebe: unseren eigenen Körper schätzen und lieben lernen. (Foto: CC0 / Pixabay / Ri_Ya)

Werbeplakate, Fashion-Shows, Mode-Magazine oder der Fitnesswahn, der speziell durch soziale Medien verbreitet wird, stürzt besonders junge Menschen immer wieder in Selbstzweifel. Begriffe wie Body-Shaming, also Mobbing aufgrund der Körperform, machen die Runde. Essstörungen und zwanghaftes Sportverhalten sind keine Seltenheit.

Viele von uns werden das Gefühl kennen, vor dem Spiegel zu stehen und das eigene Spiegelbild abwertend, enttäuscht oder sogar wütend zu betrachten. Dieses Gefühl, sich unwohl in der eigenen Haut zu fühlen, rührt vor allem durch den ständigen Vergleich in sozialen Netzwerken, in denen sich scheinbar „perfekte“ Menschen im Bikini oder durchtrainiert im Fitnessstudio präsentieren.

Eine Reaktion auf diese Entwicklungen sind Gegenströmungen zum Fitnesstrend, die die Diversität des menschlichen Körpers betonen und zu Selbstliebe und Zufriedenheit mit der eigenen Figur aufrufen. Letztendlich hat jeder von uns andere Gene und demnach einen individuellen Körper, der zu wertvoll ist, um ihn mit anderen zu vergleichen. Wir sollten deshalb aufhören, ständig einem vermeintlichen Schönheitsideal nachzueifern. Versuche, deinen Körper so anzunehmen, wie er ist. Dann bist du auch in der Lage, dich selbst mit Respekt, Wertschätzung und Selbstliebe zu behandeln.

Das Schönheitsideal in unseren Köpfen ist leider seit langer Zeit sehr fest verankert, da es tagtäglich durch äußere Einflüsse genährt und bestätigt wird. Es scheint DEN einzigen perfekten Körper zu geben, der das Ziel eines jedes Menschen sein sollte. Um dieses Bild aus deinen Gedanken zu vertreiben und zu lernen, deine eigene Figur und Individualität zu schätzen, gibt es einige Tipps:

  • Hör auf, dich mit anderen zu vergleichen! Du hast deine eigenen Voraussetzungen, Erbanlagen und vor allem deine ganz persönliche Geschichte, die deinen Körper prägt.
  • Erweitere deinen ästhetischen Horizont! Anstatt sich immer wieder von den gleichen Models berieseln zu lassen, die in den Medien den Ton angeben, such dir andere Inspirationen. Es gibt viele starke Frauen und Männer, die mit den unterschiedlichsten Figuren Schönheit und Selbstbewusstsein ausstrahlen.
  • Sei dankbar für das, was dein Körper jeden Tag für dich leistet: Dass er dich von A nach B trägt, dir erlaubt, neue Dinge auszuprobieren, dich anzustrengen und zu entspannen. Bilde eine Einheit mit deinem Körper und arbeite nicht gegen ihn.
  • Konzentrier dich auf dein Inneres! Leider ist unsere Gesellschaft viel zu viel darauf fokussiert, mit äußeren, oberflächlichen Reizen beeindrucken zu wollen. Dabei sind es die inneren Werte, die uns zu dem Menschen machen, der wir sind. Kein Sixpack wird dich zu einem guten, liebenswerten Menschen machen – Werte wie Hilfsbereitschaft und Mitgefühl hingegen schon.

Natürlich sind eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung ein wichtiger Aspekt einer gesunden Lebensweise. Ziel sollte dabei aber immer dein Wohlbefinden sein und nicht ein unerreichbares Schönheitsideal.

Wenn du versuchst, diese Anregungen langfristig in deinen Alltag zu integrieren, wirst du merken, wie viel gelassener und liebevoller du mit deinem eigenen Körper umgehst. Sei geduldig mit dir selbst. Selbstliebe zu lernen braucht Zeit.

Weiterlesen auf Utopia.de:

English version available: Learning Self-Love: How to be Good to Yourself and Why it Matters

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