Hochbeet selber bauen: Einfache Anleitung mit hilfreichen Tipps

Foto: Utopia

Ein Hochbeet selber zu bauen ist gar nicht schwer. Wir verraten eine einfache Bauanleitung und worauf du sonst noch achten solltest, wenn du dein Hochbeet anlegst.

Ein Hochbeet ist ein erhöhtes Gartenbeet. Um ein Hochbeet selber zu bauen, musst du eine möglichst stabile Einfassung mit verschiedenen Materialien wie Holzschnitt, Gartenabfällen, Kompost und Komposterde auffüllen. Die Höhe beträgt in der Regel etwa 70 Zentimeter, ist aber variabel und lässt sich an die Wünsche und Bedürfnisse des Gärtners anpassen.

Die Einfassung sollte möglichst stabil sein und kann aus den unterschiedlichsten Materialien gebaut werden:

  • Holz
  • Stahlblech
  • Betonsteine

Betonsteine sind zwar sehr stabil, sehen aber oft etwas langweilig aus. Deutlich schöner sind Konstruktionen aus Holz. Häufig lässt sich dabei auch altes Material verwenden, wie beispielsweise Euro-Paletten. So wird ein Hochbeet schnell zum Upcycling-Projekt.

Ein Hochbeet hat gegenüber einem herkömmlichen Beet verschiedene Vorteile:

  • Es lässt sich rückenschonend bearbeiten und kommt auch für körperlich beeinträchtigte Menschen infrage.
  • Das verrottende Gartenmaterial im Inneren des Hochbeets liefert Wärme und Nährstoffe.
  • Die Pflanzen können tief wurzeln.
  • Die Außenwände stellen eine Barriere für Schnecken dar.
  • Es lässt sich auch auf versiegelten Flächen wie Asphalt oder Pflastersteinen anlegen und eignet sich damit gut für Urban Gardening.

Hochbeet selber bauen: Standort, Größe und Holz

Selbstgebautes Hochbeet auf Stelzen.
Selbstgebautes Hochbeet auf Stelzen.
(Foto: Utopia)

Bevor du ein Hochbeet baust, musst du dir überlegen wo, wie groß es sein soll und aus welchen Materialen du es bauen willst:

  • Optimal ist ein sonniger Standort, der nicht durch Bäume oder Büsche beschattet wird. Ideal ist es, das Beet in Nord-Süd-Richtung auszurichten. Dann nutzt du die Sonneneinstrahlung am besten aus.
  • Bei der Größe des Beetes bist du im Grunde ziemlich frei. Es gibt jedoch einige sinnvolle Richtwerte: So sollte dein Beet nicht breiter als 1,50 Meter werden. Sonst wird es schwierig, die Beetmitte zu erreichen.
  • Baust du dein Hochbeet aus Holz, solltest du das Holz gut auswählen. Je nach Sorte ist das Holz unterschiedlich verwitterungsbeständig. Fichte oder Tanne verrottet sehr schnell. Deutlich beständiger sind Holzarten wie Lärche, Birke, Robinie oder Douglasie. Achte außerdem darauf, Holz aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft zu verwenden.

Materialien für ein selbstgebautes Hochbeet aus Holz

Für ein Hochbeet in 100x140cm Größe und 90cm Höhe benötigst du folgende Materialien:

  • 4 Boden-Einschlaghülsen aus feuerverzinktem Stahl, z.B. bei** (Amazon)
  • 4 Pfosten à 70cm Höhe
  • 2 Seitenwände: 30cm hoch; 100cm lang, 2cm dick
  • 2 Seitenwände: 30cm hoch; 144cm lang, 2cm dick
  • 1 Bodenplatte: 100cm breit, 140cm lang 
  • 16 Schrauben
  • Unkrautvlies

Hochbeet selber bauen: Einfache Anleitung

Anleitung zum Hochbeet bauen.
Anleitung zum Hochbeet bauen.
(Foto: Utopia)
  1. Im ersten Schritt musst du die 4 Seitenwände aneinander befestigen. Damit am Ende die 140cm-Platte genau in den Kasten passt, müssen die kürzeren Seiten von den längeren Seitenwänden eingefasst sein.
  2. Anschließend befestigst du die 4 Pfosten innerhalb des Kastens – auf den Pfosten legst du später die Bodenplatte ab. Dazu schraubst du die Pfosten 10cm innerhalb des Kastens fest.
  3. Jetzt platzierst du das Gestell auf dem gewünschten Ort im Garten und markierst die Stellen am Boden, auf denen die vier Pfosten stehen. Genau dort schlägst du nun die vier Bodenhülsen ein. Sie sollen verhindern, dass die Feuchtigkeit des Bodens in die Pfosten zieht und das Holz angreift. 
  4. Wenn alle Bodenhülsen eingeschlagen sind, kannst du das ganze Gestell darin platzieren. 
  5. Jetzt legst du die Bodenplatte in das Gestell. Wenn sie nicht ganz bündig anliegt, kannst du sie zusätzlich an den Pfosten festschrauben. Bohre nun mehrere Löcher in die Bodenplatte, damit das Regenwasser ablaufen kann und später keine Staunässe entsteht.
  6. Befestige abschließend das Unkrautvlies mit kleinen Nägeln oder einem Tacker an den Seitenwänden.
Das leere Hochbeet vor dem Befüllen mit Unkrautvlies abdecken.
Das leere Hochbeet vor dem Befüllen mit Unkrautvlies abdecken.
(Foto: Utopia)

Dein Beet sollte nun aussehen, wie in diesem Bild. 

Im nächsten Abschnitt verraten wir, wie du die Erde deines Hochbeetes schichten solltest.

Hochbeet selber bauen: Kompost und Erde richtig schichten

Als unterste Schicht empfiehlt sich Holzschnitt und Geäst aus dem Garten.
Als unterste Schicht empfiehlt sich Holzschnitt und Geäst aus dem Garten.
(Foto: Utopia)

Wichtiger als die Größe des Beetes ist die richtige Schichtung der Materialien. Die solltest du möglichst einhalten. Errichtest du das Beet auf offenem Boden, solltest du auf der Fläche den Boden oder die Grasnarbe etwa 25 Zentimeter tief ausheben. Als Faustregel beim Schichten gilt, dass das gröbste Material nach unten kommt und nach oben hin immer feiner wird. Die verwendeten Schichten sind:

Schutz vor Wühlmäusen

Wenn du dein Hochbeet nicht wie bei unserer Anleitung auf Stelzen baust, solltest du noch etwas unbedingt bedenken: Wühlmäuse! Die Tiere können Gärtnern sehr zu schaffen machen. Sie sind aber nicht in allen Regionen gleichermaßen stark verbreitet. Als Schutz vor Wühlmäusen kannst du auf dem Boden des Beetes sogenannten Kaninchendraht auslegen und ihn an den Seitenwänden befestigen (gibt’s im Baumarkt oder bei** Amazon).

Ausführliche Anleitungen, um ein Hochbeet selber zu bauen, findest du auf verschiedenen Internetseiten, zum Beispiel bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Welches Gemüse kannst du auf einem Hochbeet anbauen?

Sobald du dein Hochbeet selbst gebaut hast, kannst du Gemüse darin einpflanzen.
Sobald du dein Hochbeet selbst gebaut hast, kannst du Gemüse darin einpflanzen.
(Foto: CC0 Creative Commons / Pixabay / congerdesign)

Bei der Wahl des Gemüses für dein Hochbeet solltest du die Größe und den Nährstoffbedarf berücksichtigen. Besonders große Pflanzen wie Kürbisse, Mais oder Feuerbohnen pflanzt du besser in herkömmlichen Gartenbeeten. Sie werden einfach zu hoch oder nehmen zu viel Platz in Anspruch.

Weil ein frisch angelegtes Hochbeet sehr viel Nährstoffe enthält, solltest du gerade in den ersten Jahren Gemüse mit hohem Nährstoffbedarf auswählen, sogenannte Starkzehrer. Später kannst du dann auch Pflanzen mit weniger Nährstoffbedarf anbauen.

Geeignete Gemüsesorten für das Hochbeet sind zum Beispiel:

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(1) Kommentar

  1. Mein Mann und ich bauen unsere Hochbeete mittlerweile aus vier unbehandelten Kanthölzern und rohen Holzbrettern aus Fichte oder Kiefer. Die Anbaufläche beträgt ca. 1,20 x 1,20 Meter, die Höhe ca. 0,80 Meter. Weiteres Material: Schrauben, Kaninchendraht als Wühlmausspeere. Werkzeug: Akkuschrauber und Tacker (letzterer für den Kaninchendraht). Wir verwenden keine Folie. Warum?

    Ein funktionierendes Hochbeet (also eins mit Bodenkontakt, alles andere sind eher Pflanzkästen in bequemer Arbeitshöhe) muss spätestens nach sechs Jahren neu aufgesetzt werden, um die spezifischen Vorteile (Düngung, Wärmeentwicklung) zu erhalten. Nach etwa fünf Jahren ist auch das unbehandelte, billige Holz morsch. Wir drehen dann die Schrauben heraus, entfernen den Kaninchendraht und nutzen das alte Holz zusammen mit sehr großen Holzabfällen (dicke Äste und dünne Stammhölzer) als unterste Schicht im neuen Hochbeet.

    Die Zwischenräume dieser Schicht füllt man wie jede weitere Schicht mit Erde auf. Man kann Wasser nachgießen, um größere Hohlräume zu vermeiden. Die Erde ist wichtig, damit das Material mit den Organismen geimpft wird, die es zersetzen. Außerdem sorgt sie als „Lückenfüller“ dafür, dass der Inhalt des Hochbeets nicht nach ein paar Wochen zusammenfällt und man den Rücken doch wieder krumm machen muss.

    Tipp1: Wir hauen die Eckpfosten des Beetes mittlerweile nicht mehr in die Erde, sondern schrauben zwei Seitenteile komplett zusammen. Dann stellen wir sie auf und verbinden sie mit den restlichen Brettern. Die Füllung des Beetes ist so schwer, dass das Beet niemals umkippen wird, auch wenn sich zwei kräftige Männer dagegen werfen 🙂

    Tipp 2: Füllt man das Beet mit Nadelholz oder anderen sauren Bestandteilen, kann man Gartenkalk zwischenstreuen und die Säure damit neutralisieren.

    Tipp 3: Die Erde eines alten Hochbeets eignet sich hervorragend als „Verdichtungmaterial“ in einem neuen Hochbeet. Sie wird durch das verrottende Schichtmaterial wieder zum Leben erweckt. Und der Gärtner muss nichts entsorgen.

    Tipp 4: Ausgerissenes oder ausgegrabenes „Unkraut“ kann man hervorragend in den unteren Schichten des Hochbeets unterbringen (ausgenommen besonders robuster Pflanzen wie z.B. Brombeeren. Die Ranken sollte man zuvor austrocknen, bis sie wirklich tot sind.) Unter einer Erdschicht von mehr als 0,5 Meter wächst kein „normales“ Unkraut mehr hoch, dient dafür aber noch als Dünger.

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