Wacholderöl: Wirkung und Verwendung des Öls

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Wacholderöl ist als Heilmittel nicht unbedenklich, bietet jedoch noch viele andere Möglichkeiten. Hier liest du, worum es dabei geht und worauf zu achten ist.

Wacholderöl hat „gute“ und „schlechte“ Inhaltsstoffe

Wacholderöl besteht aus den ätherischen Ölen der Wacholderbeeren. Die Beeren stammen von dem gemeinen Wacholder (Juniperus communis). Diese markanten Wacholderbäume prägen zum Beispiel die Heidelandschaften.

Vorsicht Verwechslungsgefahr: Der gemeine Wacholder hat einen giftigen Verwandten, den du häufig in Gärten antreffen kannst, den Kriechwacholder. Seine Beeren sind für den Menschen giftig.

Die reifen Früchte des gemeinen Wacholders ergeben destilliert das ätherische Öl. Es enthält unter anderem sekundäre Pflanzenstoffe und Flavonoide. Einige davon geben dem Öl seinen würzigen Duft, der etwas an Nadelwälder erinnert.

Die Apotheken Umschau zählt einige der Wirkstoffe auf: Alpha-Pinen, Terpinen-4-ol, Myrcens, Sabinen sowie bittere Gerbstoffe und Invertzucker.

  • Terpinen-4-ol zählt zu den guten Wirkstoffen. Das PTA Forum berichtet, dass dieser Wirkstoff vermutlich harntreibend wirkt, ohne dabei die Nieren zu schädigen. Wacholderöl mit einem höheren Gehalt an Terpinen-4-ol ist besser verträglich.
  • Sabinen dagegen ist eigentlich giftig. Das Wissensmagazin Spektrum erklärt, dass der Stoff zu schweren Nierenschäden führen kann. Er steckt vermehrt in einem anderen Verwandten des gemeinen Wacholders, dem Sadebaum (Juniperus sabina) auch als Giftwacholder bekannt. 

Wacholderöl kann viel, nur ist wenig bewiesen

Wacholder ist typisch für Heidelandschaften.
Wacholder ist typisch für Heidelandschaften.
(Foto: CC0/pixabay/Makalu)

Die Wacholderbeeren kennst du vielleicht als Gewürz. Die getrockneten Beeren gehören zu Sauerkraut oder Rotkohl einfach dazu. Der gesundheitliche Nutzen des Gewürzes: Die ätherischen Öle sollen die Verdauung anregen.

Weltweit kennt die Volksmedizin viele Anwendungsgebiete für Wacholderöl. Das Problem ist auch hier, wie bei vielen Heilpflanzen, es gibt wenig wissenschaftliche Studien. Die European Medicines Agency nennt in ihrer wissenschaftlichen Bewertung traditionelle Anwendungen von Wacholderöl:

  • Schmerz- und entzündungshemmend
  • Verdauungsprobleme
  • Blasenentzündung
  • Rheuma (In Deutschland sind Kombi-Produkte von Wacholderöl mit anderen Wirkstoffen erhältlich. Auf die Haut über den betroffenen Partien aufgetragen soll das Öl Linderung verschaffen)

Laut PTA Forum empfiehlt die European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) Wacholderöl bei Magenbeschwerden. Die europäische Organisation kümmert sich unter anderem um die Regulierung der Pflanzenheilkunde auf Ebene der EU.

Auch die Heilkunde in Indien kennt Wacholderöl. Eine indische Studie untersuchte, wie viel an den Überlieferungen dran ist. Ihre Tests im Labor lassen erahnen, dass im Wacholderöl noch viel mehr Möglichkeiten stecken. Allerdings fehlen noch weiterführende medizinische Studien. Demnach könnte Wacholderöl:

  • gegen Entzündungen wirken.
  • als Antioxidant die Zellen schützen.
  • gegen Bakterien, Mikroben oder Pilzerkrankungen vorgehen.
  • Schmerzen lindern.
  • bei Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten unterstützen.

Wacholderöl so wendest du es an

Verdauung: Wacholderöl kannst du bei Völlegefühl einnehmen. Die Wirkstoffe im Öl entspannen die glatte Muskulatur in den Verdauungsorganen. Magenkrämpfe bessern sich.

Dem Wacholderöl wird ebenfalls nachgesagt, den Appetit anzuregen.

Harnwege: Bei einer beginnenden Blasenentzündung kannst du mit Wacholderöl gegensteuern. Das Öl regt die Harnproduktion an. Der Harn spült Keime raus, bevor sie sich festsetzten. Das Medizinportal Netdoktor berichtet, dass Wacholderöl entwässernd wirken kann.

Du erhälst Wacholderöl für diese Anwendungen als Tropfen oder in Kapseln, die du einnimmst. Richte dich nach den Angaben auf dem Beipackzettel, wie das ätherische Öl zu dosieren ist. Die Tropfen nimmst du entweder mit etwas Wasser oder träufelst sie in einen Kräutertee. Das Teewasser sollte nicht kochen, damit die Wirkstoffe erhalten bleiben.

Schmerzen und Rheuma: Überliefert, aber nicht bewiesen, ist die Wirkung bei rheumatischen Schmerzen und Muskelverspannungen. Du reibst die Haut über der schmerzenden Stelle mit dem Öl ein. Nach einer heißen Dusche oder Vollbad sind die Poren geöffnet. Die Haut kann dann leichter Wirkstoffe aufnehmen. Eine andere Möglichkeit sind fertige Badezusätze oder Cremes. Die Kräutermischungen in den Produkten enthalten teilweise Wacholderöl. Auch wenn du Wacholderöl auf die Haut aufträgst, richte dich nach den Angaben auf der Verpackung.

Wacholderöl: Worauf du achten solltest

Die reifen Beeren enthalten das ätherische Wacholderöl.
Die reifen Beeren enthalten das ätherische Wacholderöl.
(Foto: CC0/pixabay/leppäkerttu)

Wacholderöl einnehmen:

Vorsicht bei Schwangerschaft oder Nierenleiden. Das PTA Forum weist darauf hin, dass Schwangere auf Wacholder als Gewürz oder als ätherisches Öl verzichten sollten. Gleiches gilt, wenn du an einer entzündlichen Nierenerkrankung leidest.

Hole dir fachlichen Rat, bevor du selbst mit einer Therapie beginnst. Länger als sechs Wochen solltest du Wacholderöl auf keinen Fall einnehmen. Riecht dein Urin nach Veilchen, kann eine Überdosierung die Ursache sein. Hole dir ärztlichen Rat, wenn sich deine Beschwerden nicht bessern oder gar verschlechtern.

Wacholderöl in Bädern oder um die Haut einzureiben:

In einigen Badezusätzen oder Salben zur Behandlung von Rheuma oder Muskelschmerzen ist Wacholderöl enthalten. Das PTA Forum erläutert, dass diese Zusätze zu Hautreizungen oder Allergien führen können.

Hochwertiges Wacholderöl erhälst du zum Beispiel in Apotheken, Reformhäusern der Biomärkten. Oder du bestellst online bei einem seriösen Anbieter von ätherischen Ölen.

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