Wäsche richtig waschen: Sortieren, Temperatur, Waschmittel

Weiße Wäsche am besten immer seperat waschen.
Foto: CC0/ Pixabay/ Michael Schwarzenberger

Wäsche waschen heißt: Sortieren, Waschprogramm wählen und Waschmittel aussuchen. Wir verraten dir wie es geht und was du sonst noch rund um das Thema Wäsche waschen wissen solltest.

Vor dem Wäschewaschen: sortieren

Das Wichtigste zuerst: Farben trennen!
Das Wichtigste zuerst: Farben trennen!
(Foto: CC0/ Pixabay/ Sabine)

Du stehst zum ersten Mal vor der Herausforderung deine eigene Wäsche zu waschen? Mit diesen Tipps und Informationen kann eigentlich nichts schief gehen!

Zuerst solltest du deine Wäsche sortieren. Dabei musst du vorerst nur auf zwei Dinge achten:

  • Farbe
  • Material

Für die Farben gilt: helle Farben und dunkle Farben trennen. Weiße Wäsche wäschst du am besten seperat, da auch helle Farben auf weiße Wäsche abfärben könnten. Extreme Farbtöne wie zum Beispiel blutrot oder schwarz färben gerne ab. Du solltest sie daher nur zusammen mit sehr dunklen oder ähnlichen Farben waschen.

Wichtig ist auch, wie alt dein Kleidungsstück ist. Wenn dein rotes Shirt schon sehr oft gewaschen wurde, wird es wahrscheinlich nur noch wenig Farbe abgeben und du kannst es auch zusammen mit anderen Farben waschen. Aber niemals mit sehr heller oder weißer Wäsche. Eine einzelne rote Socke kann deine gesamte weiße Wäsche rosa färben.

Hast du deine Textilien farblich getrennt, solltest du nun das Gewebe auf Empfindlichkeit prüfen und entsprechend weiter sortieren. Denn das Material deiner Wäsche entscheidet über Waschprogramm, Temperatur und Waschmittel.

Waschprogramm und Temperatur wählen

Du hast die Wahl zwischen verschiedenen Programmen und Temperaturen.
Du hast die Wahl zwischen verschiedenen Programmen und Temperaturen.
(Foto: CC0/ Pixabay/ geralt)

Die Hauptwaschgänge bei den meisten Waschmaschinen sind:

  • Bunt-/ Kochwäsche: hohe Füllmenge, am meisten Schleudertouren, Trommel dreht sich lange mit kurzen Pausen (Reversier­rhythmus), Wasserstand niedirg
  • Pflegeleicht: mittlere Füllmenge, reduzierte Schleudertouren, Trommel dreht sich weniger lang und macht eine längere Pause vor dem Richtungswechsel, Wasserstand mittel
  • Feinwäsche: geringe Füllmenge, reduzierte Schleudertouren, Trommel dreht sich kurz und macht eine lange Pause zwischen dem Richtungswechsel, Wasserstand hoch
  • Wolle/ Handwäsche: wie Feinwäsche, aber noch geringere Füllmenge

Zusätzliche nützliche Programme können sein:

  • Schleudern/ Schonschleudern
  • Abpumpen
  • Kurzprogramm

Welches davon du für deine Wäsche nutzen solltest, erfährst du von den Pflegehinweisen auf dem Etikett in deiner Kleidung. Auch welche Temperatur deine Kleidung maximal verträgt, kannst du hier nachlesen.

Bunt- und Kochwäsche richtig waschen

Unempfindliche Baumwoll- oder Leinenstoffe wie Bettwäsche, Handtücher, Geschirrtücher, Tischdecken sowie Baumwollunterwäsche kannst du zusammen als Bunt- und Kochwäsche zwischen 40 und 95 Grad waschen. Daher heißt dieser Waschgang auch manchmal „Baumwolle“.

Meistens reichen 60 Grad aus, um Unterwäsche, Handtücher oder Babykleidung hygienisch rein zu bekommen. Der 95-Grad-Waschgang ist ein Relikt aus Großmutters Zeiten, in der Kochwäsche wirklich noch gekocht wurde, da die Waschmittel keine so hohe Reinigungskraft hatten wie heute.

Unempfindliche Baumwollwäsche kannst du im gleichen Waschprogramm bei 30 Grad waschen. Dazu gehören Schlafanzüge, Unterhemden, Socken und T-Shirts.

Pflegeleicht: Das Programm für den Großteil deines Wäschebergs

Den größten Teil deiner Kleider kannst du bei 30 Grad mit dem Pflegeleicht-Programm waschen. Zum Beispiel Langärmelige Shirts, Hemden, Hosen, Baumwollpullover, Sweatshirts usw. Da Oberteile oft mit Elastan dehnbar gemacht werden, nennt man diese Textilien auch Mischgewebe (Baumwolle und Sythetik). 

Gerade bei Second-Hand Kleidern fehlen die Etikette jedoch häufig, da der erste Besitzer sie schon entfernt hat. Dann musst du die Temperatur selber abschätzen lernen. Baumwollstoffe kannst du in der Regel ohne Probleme bei bis zu 60 Grad waschen. Falls es sich aber um sensiblere Blusenstoffe oder ähnliches handelt, wasche besser mit 30 Grad. Im Zweifelsfall gilt: so schonend wie möglich waschen.

Tipp: Unser Lebensstil produziert nur noch selten wirklich schmutzige (Erwachsenen-) Kleidung. Wenn du also die Wahl zwischen 30 und 40 Grad hast, nimm die niedrigere Temperatur. Das macht eine Energieersparnis von 40% aus!

Das richtige Programm für Wolle und Handwäsche

Kleidung aus Wolle gehört in den Wollwaschgang oder in die Handwäsche.
Kleidung aus Wolle gehört in den Wollwaschgang oder in die Handwäsche.
(Foto: CC0/ Pixabay/ LUM3N)

Die meisten Wollwasch- und Handwäsche-Programme sind Kaltwaschgänge, die bis zu 30 Grad eingestellt werden können. Dadurch sind sie sehr schonend für Wollpullis, Seidenstoffe oder andere sehr empfindliche Textilien. Außerdem wird die Wäsche kaum oder gar nicht geschleudert. Die Wäsche wird nach diesem Programm noch recht nass sein.

Tipp: Wollkleidung ist sehr nass und deshalb schwer, wenn sie aus der Waschmaschine kommt. Deshalb solltest du am besten liegend trocknen.

Ob ein Kleidungsstück mit der Hand gewaschen werden muss oder mit dem Handwäsche-Programm der Waschmaschine, musst du je nach Material entscheiden. Wenn du nur wenige sehr empfindliche Textilien waschen musst, empfiehlt es sich immer sie von Hand zu waschen. So sparst du Energie und hast deine Wäsche viel schneller gewaschen!

Feinwäsche und andere nützliche Programme

Feinwäsche ist ein schonendes Programm bei 30 Grad für empfindliche Stoffe wie Blusen, Kleider, Röcke oder auch Blazer und Jacken. Unterwäsche aus Spitze, BHs und synthetische Gewebe wäschst du am besten auch bei 30 Grad im Feinwasch-Programm.

Wenn du nach einem Waschdurchgang feststellst, dass deine Wäsche noch sehr nass ist, kannst du sie bei den meisten Waschmaschinen erneut schleudern lassen. 

Das Abpumpen-Programm eignet sich für sehr feine Stoffe. Dabei wird das Wasser nur abgepumpt und nicht herausgeschleudert.

Das Kurzprogramm wählst du für gering verschmutzte Wäsche oder Kleidung mit minimalen Geruchsspuren. Oft dauert es nur 15 Minuten. So sparst du viel Zeit, aber leider keine Energie. Um die Wäsche in der gleichen Zeit sauber zu waschen, benötigt das Kurzwaschprogramm mehr Energie. Du solltest es deshalb nur in Ausnahmefällen nutzen.

Eco-Programme hingegen benötigen mehr Waschzeit, sind aber viel sparsamer im Verbrauch. Die Wäsche wird länger eingeweicht, das Waschmittel kann besser wirken, hohe Temperaturen sind nicht so notwendig. Es wird wertvolle Energie beim Aufheizen des Wassers eingespart.

Tipp: Eco-Programme dauern zwischen 2 und 3 Stunden. Wenn du nicht so viel Zeit hast, kannst du die Startzeitvorwahl nutzen und so dafür sorgen, dass die Wäsche fertig ist, wenn du nach Hause kommst.

Neben Material und Farben kannst du deine Wäsche auch nach Verschmutzungsgrad oder Unter- und Oberbekleidung sortieren. Zum Beispiel stark verschwitzte Socken besser mit Hosen oder Sportbekleidung kombinieren anstatt mit Oberteilen. So gelangt der unangenehme Sockengeruch nicht in deine feinen Blusen oder Hemden.

Achte dabei aber immer darauf, dass die Waschmaschine möglichst voll ist! Wer halbvolle Waschmaschinen laufen lässt, verschwendet Wasser, Waschmittel, Strom und damit auch sein Geld. Lieber dringend benötigte Einzelteile mit der Hand waschen, wenn sich noch nicht genügend gebrauchte Wäsche angesammelt hat.

Übrigens: Auch Turnschuhe kannst du im Schonprogramm in der Waschmaschine waschen.

Das richtige Waschmittel für deine Wäsche

Waschpulver hat eine bessere Waschleistung als Flüßigwaschmittel.
Waschpulver hat eine bessere Waschleistung als Flüßigwaschmittel.
(Foto: CC0/ Pixabay/ habelfrank)

Je nach Material der Kleidung kannst du verschiedene Waschmittel auswählen. Für Kochwäsche und Pflegeleicht kannst du Universal oder Voll-/Buntwaschmittel nehmen. Für empfindlichere Textilien wie Wolle und Seide solltest du ein mildes Mittel verwenden, was meistens als Woll-und Feinwaschmittel im Handel angeboten wird. Auch für Handwäsche gibt es verschiedene Produkte, die du verwenden kannst. Deine Wäsche wird aber genauso sauber, wenn du dein Feinwaschmittel auch für die Handwäsche nutzt. 

Aus ökologischer Sicht gilt: Waschpulver bevorzugen! Es hat nicht nur eine bessere Waschleistung als flüssiges Waschmittel, sondern ist auch in Papierkartons erhältlich anstatt in Plastiktüten. Außerdem solltest du immer nur Bio-Waschpulver kaufen. Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch dir selbst. Bio-Waschmittel findest du in allen lokalen Bio-Läden oder auf **Avocadostore.de. Warum du auf Weichspüler lieber verzichten solltest, verraten wir dir in einem weiteren Artikel. 

Wusstest du schon, dass du auch Waschmittel aus Efeu oder Kastanien einfach selber machen kannst? Im Sinne des Zero Waste Konzept ist das die beste und gesündeste Variante für dich und die Umwelt.

Wäsche mit der Hand waschen

Früher wurde ein Waschbrett beim Wäsche waschen verwendet.
Früher wurde ein Waschbrett beim Wäsche waschen verwendet.
(Foto: CC0/ Pixabay/ Thomas Wolter)

Deine feinsten und empfindlichsten Textilien wäscht du am besten im Waschbecken mit der Hand. Du lässt das Becken ungefähr halb voll laufen, je nach Material kalt bis lauwarm, und gibst ein bisschen Bio-Waschmittel dazu. 

Danach reibst du die Stoffe über der Hand so lange aneinander, bis die Verschmutzung weg ist. Zu Omas Zeiten verwendete man dafür ein Waschbrett. Du kannst die nötige Reibung aber auch nur mit deinen Händen erzeugen. Bei empfindlichen Stoffen ist Vorsicht geboten! Manchmal genügt es auch, das Kleidungsstück einfach kurz einweichen zu lassen.

Zum Auswaschen lässt du das dreckige Wasser ablaufen und sauberes Wasser einlaufen, oder du wäschst dein Lieblingsteil einfach unter fließendem Wasser aus. Dann wringst du den Stoff vorsichtig aus. Schon ist deine Wäsche gewaschen!

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(4) Kommentare

  1. Das Thema finde ich gut, aber der Artikel .. naja.
    Es wird für mich zB nicht klar, was der Unterschied zwischen dem Pflegeleicht und dem Buntwäscheprogramm ist (außer, dass das eine höhere Temperaturen zulässt).
    Welches ist schonender für die Wäsche und warum? Warum ist das eine geeignet für langärmelige Shirts und das andere für Schlafanzüge?
    Das Kurzprogramm ist leider aus Umweltsicht nicht empfehlenswert, da auf Zeit (und damit Zeit zum Schmutzlösen) und die mechanische Waschbewegung verzichtet wird, damit es schneller geht. Man braucht also für den gleichen Verschmutzungsgrad mehr Waschmittel (und nach meiner Information etwa gleich viel Energie).
    Mir fehlen auch umweltorientierte Tipps wie Einweichen und Dosierung der Waschpulvermenge sowie Hinweise, dass der Energieverbrauch der Waschmaschine von der gewählten Temperatur abhängt.
    Die Angabe, „Ob du 30 oder 40 Grad einstellen musst, erfährst du auf dem eingenähten Etikett mit den Waschsymbolen“, finde ich lustig. Also müssen wir die Wäsche nochmal nach 30° und 40° sortieren? Das passt nicht zum Ziel „volle Waschmaschine“, es sei denn man hat ne große Familie oder einen riesen Kleiderschrank (und das wiederum widerspricht der Idee des möglichst geringen Konsums)

  2. Hallo Mela,

    vielen Dank für dein Feedback zu unserem Artikel. Wir haben uns deine Anregungen zu Herzen genommen und einige Ergänzungen gemacht.

    Viele Fragen rund um den Energieverbrauch lassen sich aber nicht pauschal beantworten, da es sehr auf das Waschmaschinen-Modell ankommt. Auch gibt es gerade beim Wäschewaschen sehr individuelle Gewohnheiten (sortieren, Tragedauer, Einschätzung des Verschmutzungsgrades etc.).

    Viele Grüße aus Utopia
    Ines

  3. Vielleicht solltet Ihr im redaktionellen Team mal darauf achten, ob Ihr Euch nicht mit manchen Beiträgen widersprecht. Neulich hatte ich kommentiert, dass es ja wohl nicht sooo ökologisch ist, wenn man Stofftaschentücher bei den von Euch empfohlenen 60° wäscht, weil man diese Temperatur meistens ohnehin nicht benötigt. Und hier kommt auch schon Euer eigener Hinweis, dass man das meiste mit 40° waschen kann.

  4. Liebe Frau Mederer,

    eine 60-Grad-Wäsche für Taschentücher wird generell empfohlen, weil erst bei dieser Temperatur Keime abgetötet werden. Daher lohnt es sich schon ein Schnupfentuch zur 60-Grad-Wäsche zu geben. Wir gehen hier natürlich vom gesunden Menschenverstand aus und hoffen, dass niemand eine extra 60-Grad-Wäsche nur für Stofftaschentücher laufen lässt oder gar Stofftaschentücher sammelt bis eine Waschladung zusammen ist 😉

    Viele Grüße aus Utopia
    Ines

    http://www.bfr.bund.de/cm/343/ueberleben_bakterien_das_waschen_in_der_waschmaschine.pdf

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