Weihnachtsbäume mieten statt kaufen

Weihnachtsbäume mieten statt kaufen
Foto: © hasselblad15 / photocase.de

Rund 30 Millionen Weihnachtsbäume werden auch dieses Jahr wieder in deutschen Wohnzimmern stehen. Die meisten davon werden allein zu diesem Zweck gezüchtet – und dann nach 2 bis 3 Wochen entsorgt. Das ist ziemlich genau das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Die Alternative könnten Weihnachtsbäume zum Mieten sein, die nach dem Fest wieder eingepflanzt werden.

Als verantwortungsvolle Konsumenten sparen wir Strom, vermeiden Plastik, kaufen Bio und fahren Fahrrad. Wir sind gegen die „Wegwerfgesellschaft“ und Lebensmittelverschwendung. Aber die Weihnachtsbäume kaufen die meisten von uns vermutlich trotzdem beim Baumarkt um die Ecke und sind froh, wenn sie das nadelnde Ding nach Neujahr wieder loswerden. Einen Baum mit Wurzeln zu kaufen und ihn nach den Feiertagen wieder einzupflanzen, ist natürlich eine schöne Idee. Aber nicht jeder hat einen Garten – oder Lust, alle Jahre wieder eine neue Tanne oder Fichte in die Erde zu setzen. Weihnachtsbäume zu mieten könnte diese Probleme lösen.

Miet-Bäume brauchen Pflege

Weihnachtsbäume im Topf zu mieten macht unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten natürlich nur dann Sinn, wenn der Baum auch wirklich nach Weihnachten weiterlebt. Es ist daher wichtig, dass er zu Hause sorgsam behandelt wird und nicht zu lange im Wohnzimmer steht. Er sollte langsam an die wärmere Temperatur gewöhnt werden und nicht neben der Heizung stehen, man muss ihn regelmäßig, aber nicht zu viel gießen. Kunstschnee und Lametta sind tabu. Die meisten Anbieter holen den Baum kurz nach Neujahr wieder ab, um ihn schnell wieder einzupflanzen.

Lebende Bäume von Baumschulen mieten

Bisher bieten einige Baumschulen und Förstereien den Weihnachtsbaum zur Miete an. Pionier dieser Idee ist die Baumschule Becker in Luxemburg. Auch in Deutschland gibt es inzwischen einige lokale Anbieter. Inzwischen kann man auch bei einigen Versandunternehmen und Eventagenturen Bäume mieten. Damit Sie aber wirklich Freude an dem gemieteten Weihnachtsbaum haben, sollten Sie in jedem Fall auf die Herkunft achten.

Auch bei „lebenden“ Weihnachtsbäumen ist Baum nicht gleich Baum. Heute wird der Großteil unserer Weihnachtsbäume in großflächigen Monokulturen angebaut und mit Düngern und Pestiziden behandelt. Das schädigt nicht nur die Böden und Gewässer, sondern unter Umständen auch unsere Gesundheit – wenn wir uns den giftigen Baum ins Wohnzimmer stellen. Es ist daher sinnvoll, auf Öko-Siegel oder auf regionale Herkunft Wert zu legen.

Startup: HappyTree

In der Region um Düsseldorf und Köln kann man nun Bäume beim Startup HappyTree ausleihen. Die Bäumchen mit den schönen Namen Waldemar, Tanneliese und Baumgard wachsen im Topf auf und werden nach den Feiertagen wieder abgeholt und eingepflanzt. Sie tragen die Zertifizierungen “Fair Trees“ und „Fair Seeds“. Das garantiert faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung für die Samenpflücker, umweltschonenden Anbau und schadstoffarme Weihnachtsbäume.

Einziges Manko der „glücklichen Bäume“: Es handelt sich um Nordmanntannen, die hierzulande nicht heimisch sind: Die Samen stammen aus dem Kaukasus. „Die Nordmanntannen haben wir aufgrund der hohen Nachfrage nach dieser Art ausgewählt“, sagt Jan Wehmeyer, einer der HappyTree-Gründer. Die Waldemars und Tannelieses werden in Holland gezüchtet, was von Köln aus nicht weit ist. „Nach Weihnachten werden unsere Bäume in einer lokalen Baumschule zwischen Köln und Düsseldorf wieder eingepflanzt. Bei einer weiteren Expansion würden wir uns auch immer lokale Partner suchen“, so Wehmeyer.

Hauptsache nachhaltig

Natürlich ist das Mieten von lebenden Bäumen für bewusste Verbraucher nur eine, aber nicht die einzige, interessante Option. Wer weiß, wo er einen geschlagenen Baum aus garantiert nachhaltigen Bedingungen kaufen kann – also zum Beispiel aus regionaler Durchforstung – liegt damit bestimmt nicht falsch.

Was halten Sie davon, Weihnachtsbäume zu mieten? Kommt das für Sie in Frage? Woher kommt Ihr Weihnachtsbaum dieses Jahr?

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(12) Kommentare


  1. An sich eine gute Idee: aber mit dem Wiedereinpflanzen ist das so eine Sache.

    Wir haben es früher mehrmals mit verschiedenen „Tannenbäumen“ versucht, (bereits in einem Topf gekauft), diese anschließend im Garten einzupflanzen: leider sind alle eingegangen.

    Mich würde interessieren, was Gärtner davon halten: wie erfolgreich ist ein Wiederanwachsen mit den gestutzten Wurzeln auf Topfgröße-noch dazu im Januar?

    Wenn es denn ein Weihnachtsbaum im Wohnzimmer sein muss: wie wäre es mit einem wiederverwendbaren Weihnachtsbaum aus Holz?

    Beispiele:
    http://www.heimwerker.de/diy/feste-und-feiertage/weihnachten-spielzeug-basteln/weihnachtsbaum-christbaum/weihnachtsbaum-aus-holz-basteln.html

    http://deavita.com/dekoration/weihnachtsbaum-aus-holz-oko-freundlich.html

    Da kann man die Freude am Schmücken um das Basteln erweitern 🙂

  2. Ja, die Überlebenschancen der üblichen Weihnachtsbäume sind leider schlecht.
    Das hat verschiedene Gründe:
    – Der Wurzelballen wird sehr stark gekürzt, damit er in einen kleinen Topf passt
    – Oft wurden sie vor dem Verkauf recht trocken gehalten, damit man sie besser transportieren kann.
    – den extremen Temperaturwechsel (erst rein ins warme Wohnzimmer, dann wieder raus in den Frost) schafft kaum eine Pflanze
    – trockene Luft in der Wohnung

    Selbst wenn das Anwachsen gelingt, ist das kein Gewinn für den Garten, weil die üblichen Nadelbäume, die als Weihnachtsbaum geeignet sind, wenig ökologische Bedeutung haben.

    Und wenn ich mir vorstelle, wir hätten in den Jahren, wo wir hier wohnen, jedes Jahr so einen Baum ausgepflanzt, dann hätten wir jetzt schon einen ganzen Nadelwald…schreckliche Vorstellung.

    Da fände ich einen wiederverwertbaren Baum aus Holz auch schöner.
    Oder einfach ein paar große Zweige kaufen und in eine Bodenvase stellen und schmücken.
    Solche Zweige fallen ja beim Holzeinschlag sowieso an, dafür muß in der Regel kein Baum extra sterben.

  3. an sich eine charmante idee – aber ich frage mich:
    a) so ein junger baum wächst ja übers jahr nicht gerade wenig – also wieoft ist der mietzyklus überhaupt möglich?
    b) lohnt sich der aufwand (mehrmaliger transport, ein- und auspflanzen mit jeweils risiko, dass der baum dabei eingeht) – auch unter energetischen/klima-gesichtspunkten?
    irgendwie kommt mir die regionale durchforstung doch sinniger vor.

  4. Wir haben einen künstlichen Weihnachtsbaum. Der wird von meiner Oma nicht mehr gebraucht und anstatt ihn wegzuschmeißen hat sie ihn uns gegeben. Und solange der noch in Ordnung ist, bin ich froh, um das Thema Weihnachtsbaum herumzukommen, denn keine der Alternativen hat mich bisher vom Hocker gerissen. Einen Baum zu mieten könnte ich mir vorstellen, wenn er mir nach Hause gebracht wird. Ich kann mir aber nicht so recht vorstellen, dass die Bäume das so locker wegstecken.

  5. Also ich hab vor einigen Jahren mit erfolg einen eingepflanzt. In der Baumschule geholt, erstmal in den Schuppen ( vors Fenster) , nach ein paar tagen in den Hausflur dann ins Wohnzimmer, das ganze nach Weihnachten umgekehrt. Im Frühjahr kam er dann in den Vorgarten. Dort hat er einige Jahre zu Weihnachten eine Lichterkette gehabt und als er zu groß wurde hat Papa ihn gefällt und nochma ins Wohnzimmer gestellt. Man brauch halt die möglichkeiten. Und Nadelgewächse sind sehr wichtig da sie im Winter Sauerstoff produzieren und die Vögel darin Schutz finden. Laubbäume bringen da nichts….

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