Ölkonzern Shell blamiert sich auf Twitter: Klima-Umfrage geht nach hinten los

Foto: Kent Smith / Photographic Services, Shell International Limited

Um die Klimaerwärmung zu stoppen, muss die Menschheit ihre CO2-Emissionen deutlich reduzieren. Am Montag hat ausgerechnet einer der weltgrößten Öl- und Gaskonzern Shell auf Twitter eine Umfrage zu dem Thema gestartet. Die Antworten der User*innen waren entsprechend kritisch – auch einige Prominente meldeten sich zu Wort.

„Was bist du bereit zu ändern, um dabei zu helfen, Emissionen zu reduzieren?“ – diese Frage stellte Shell Anfang der Woche auf Twitter. Die Antwortmöglichkeiten: Emissionen kompensieren, aufhören zu fliegen, ein Elektrofahrzeug kaufen oder erneuerbare Energien wählen.

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Shells Umfrage-Tweet (Foto: Screenshot Twitter / Shell)

Dass ausgerechnet einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen diese Frage stellt, kam im Netz nicht gut an. „Die Unverschämtheit von Shell EUCH zu fragen, was IHR bereit seid, zu ändern“, kommentierte etwa die amerikanische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez die Umfrage.

Greta Thunberg: „Endlose Greenwashing-Kampagnen“ verhindern den nötigen Wandel

An Shell gerichtet erklärte Ocasio-Cortez: „Ich bin bereit, euch dafür zur Rechenschaft zu ziehen, 30 Jahre lang über den Klimawandel zu lügen, während ihr insgeheim die ganze Zeit wusstet, dass fossile Brennstoffe unseren Planeten zerstören würden.“

Die Abgeordnete spielt damit auf vor kurzem entdeckte Dokumente aus den 80er-Jahren hin: Die Dokumente zeigen, dass unter anderem Shell schon damals über den Treibhauseffekt und die Rolle von fossilen Energien Bescheid wusste – dieses Wissen aber bewusst geheim hielt.

Auch Greta Thunberg antwortete auf Shells Umfrage: „Ich bin bereit, Mineralölunternehmen dafür anzuprangern, dass sie wissentlich die Lebensbedingungen für unzählige Generationen zerstören und dann versuchen, Menschen abzulenken.“ Durch ihre „endlosen Greenwashing-Kampagnen“ verhindern Unternehmen wie Shell einen realen systemischen Wandel, schrieb Thunberg.

Die Mehrheit der Twitter-Kommentare zu Shells Umfrage sind ähnlich kritisch:

Wir müssen weg von klimaschädlicher fossiler Energie

Ein Bericht aus dem Jahr 2017 zeigt: Nur 100 Unternehmen sind für 71 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich – Shell gehört dazu. Ohnehin ist der Energiesektor laut dem Bundesumweltamt die größte Quelle menschenverursachter Treibhausgasemissionen. Um also effektiv gegen den Klimawandel vorzugehen, muss sich die Art der Energiegewinnung grundlegend ändern: weg von Kohle, Gas und Öl hin zu erneuerbaren Energien.

Konzerne wie Shell wissen das zwar – und investieren seit einiger Zeit auch in erneuerbare Energien. Zugleich setzen sie alles daran, ihre Ölförderung, Gas- und Kohlekraftwerke möglichst lange aufrecht zu erhalten. Darüber können auch Image-Kampagnen wie die Umfrage auf Twitter nicht hinwegtäuschen.

Übrigens: Du musst nicht warten, bis Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen geschlossen werden, um grünen Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen:

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