7 Sprüche, die Vegetarier und Veganer nicht mehr hören können

Sprüche Vegetarier Veganer: Messer mit Fleisch
Foto "DSC_1491" von Ronald Sarayudej unter CC BY 2.0

Diskussionen über die richtige Ernährung gehören bei vielen Tischgesprächen heute mit dazu. Wer kein Fleisch isst oder wie Veganer gänzlich auf Tierprodukte verzichtet, der hat garantiert nicht nur einen dieser Sprüche schon gehört.

1. „Was kannst du denn dann noch essen?“

Ein ofenwarmes Brötchen mit Butter, Käse oder Salami, dazu noch ein Ei und der Kaffee mit Milch: So sieht für viele ein klassisches deutsches Frühstück aus. Kein Wunder, dass sich Nicht-Veganer erst einmal fragen, was denn auf dem „veganen Frühstückstisch“ noch übrigbleibt.

Die Antwort: eine ganze Menge! Man muss nur umdenken und Lust haben, neue Sachen auszuprobieren. Vegane Aufstriche aus Kichererbsen, roter Bete oder Erbsen kann man nicht nur schnell selbst machen, sondern auch fertig in Supermärkten und Discountern kaufen. Wie wäre es mit einem Rührei aus Tofu oder veganem Hack aus Zwiebeln, Tomatenmark und Reiswaffeln? Die Veggie-Ernährung ist garantiert mindestens genauso vielfältig wie die „normale“ Ernährung – alleine schon deshalb, weil die intensive Beschäftigung mit der eigenen Ernährung viele neue Ideen und Alternativen eröffnet.

2. „Ich könnte nie auf Fleisch verzichten …“

Okay, leben und leben lassen. Ein kleiner aber wichtiger Schritt ist es jedoch (Rat an alle Fleischesser), qualitativ hochwertiges Bio-Fleisch zu kaufen und den Fleischgenuss auf besondere Tage wie eine Feier oder das Wochenende zu beschränken.

Zudem ist es auch schön, sich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich weiterzuentwickeln. Oder anders gesagt: Wer wenig Wissen über die Problematiken rund um den enormen Fleischverbrauch hat (Tierhaltung, Umweltschäden, Klimawandel…), der wird wohl beim bisherigen Ernährungsstil bleiben.

Dokus wie „We Feed the World“ oder „10 Milliarden – wie werden wir alle satt?“ erklären Zusammenhänge und sensibilisieren für das Thema. Und das sind nur zwei fesselnde Filme von unserer Liste der 15 Dokus, die man gesehen haben muss. Gerne weitersagen und weiterleiten!

Sprüche, die Vegetarier und Veganer nicht mehr hören können: Messer mit Fleisch
Qualität vor Quantität: besser Bio-Fleisch kaufen (Foto "DSC_1491" von Ronald Sarayudej unter CC BY 2.0)

3. „Aber Wiener oder Hühnchen gehen doch, oder?“

Ähm, nein danke, das ist auch Fleisch. Wer keine toten Tiere essen will, der muss doch auch nicht.

4. „Also, auf Käse könnte ich nie verzichten!“

Das ist ein berechtigter Einwand, denn Gruyère, Comté, Camembert oder Bergkäse schmecken einfach gut. Der Fettanteil und die Aromen machen Käse im Prinzip so lecker. Klar, aromatisches Olivenöl und frische Gewürze wie Rosmarin, Thymian oder Oregano sind nicht das Gleiche, aber eine gute Alternative für alle, die auf Käse verzichten wollen.

Wie wäre es mit selbstgemachtem Frischkäse aus Cashewkernen (Fett!), Wasser, Gewürzen und Hefeflocken? Wir haben die besten veganen Käsealternativen zusammengestellt.

5. „Tofu schmeckt doch nach nichts.“

Zugegeben, Naturtofu sieht nach nichts aus und ohne Gewürze schmeckt er wohl den wenigsten. Genauso wie bei Fleisch ist die Marinade (und die Qualität) das Zünglein an der Waage. Eine Marinade aus Olivenöl, frischem Knoblauch, Sojasoße, Zitronensaft und Kräutern schmeckt nicht nur lecker, sondern ist schnell zusammengerührt.

Wer es noch einfacher haben will, der greift zu geräuchertem Tofu wie dem nussigen Mandel-Sesam Räuchertofu von Hersteller Taifun. Wetten, dass die Fleischesser davon ein Stück abhaben wollen? Und übrigens: Kein Vegetarier oder Veganer muss Tofu essen…

Sprüche, die Veganer und Vegetarier nicht mehr hören können / Sesam Tofu
Marinierter Sesam-Tofu mit Brokkoli ist eine Geschmacksexplosion, ganz ohne Fleisch. (Foto "Sesame Tofu" von John unter CC BY 2.0)

6. „Vielleicht solltest du wieder Fleisch essen, dann bist du nicht so oft krank.“

Sprüche aus der Kategorie „Stammtischgespräch“ sind hoffentlich nicht wirklich ernst gemeint. Extremsportler wie der vegane Triathlet Brendan Brazier zeigen, dass Pflanzenkost nicht gesundheitlich einschränkt, sondern – im Gegenteil – ordentlich Power geben kann.

7. „Ich versteh nicht, warum du jetzt bei diesem Trend mitmachst.“

Kein Fleisch? Womöglich auch keine Milchprodukte? Es ist verständlich, wenn „herkömmliche Esser“ diesen Ernährungsformen erst einmal skeptisch gegenüberstehen. Schließlich stellen diese ihr eigenes Weltbild in Frage.

Vor Jahrzehnten noch wurden Vegetarier belächelt, mittlerweile gehören fleischlose Angebote und Alternativen in jedem Supermarkt, in vielen Restaurants und Kantinen wie selbstverständlich dazu. Weniger Fleisch- und Milchprodukte, dafür mehr pflanzenbasierte Kost: Das ist doch mal ein Trend, den es sich lohnt mitzumachen. Schließlich tun wir damit nicht nur unserem Körper etwas Gutes, sondern schonen gleichzeitig die Umwelt und vermeiden Tierleid.

Wer jetzt noch Argumente braucht, der findet sie hier: 11 nachhaltigen Gründe, Vegetarier zu sein.

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(12) Kommentare

  1. Hallo Ihr Veggis,
    bin sei mehr als 20 Jahren vegetarisch lebender Mensch. Die Leute fragen mich, was darfst du denn nicht essen. Ich sage dann, essen darf ich alles, du musst fragen, was willst du denn nicht essen.

  2. Mein „Favorit“ ist nicht dabei: „Du isst meinem Essen das Essen weg!“ Und es gibt noch ein paar Sprüche, die ich immer und immer wieder zu hören bekomme, aber sie fallen mir grad nicht ein. Es nervt jedenfalls tierisch. Und das was skniddel schreibt, von wegen „DARFST Du das denn essen?“ nervt mich auch und sehe ich auch genauso wie skniddel.

  3. Du isst meinem Essen das Essen weg!
    Mein Fleischkonsum sinkt rapide-aber ich finde den Spruch trotzdem geil.
    Vegetatrier sein?-Ja!
    Ein humorloser Vegetarier sein? NEIN!
    Macht doch lieber im Gegenzug Witze über alle Nicht-Vegetarier und hört auf, Euch wie empfindliche unbefriedigte Emanzen aufzuführen!!!

  4. Das ist aber schön, dass eine Plattitüde aus den 70ern Dich immer noch erfreut.
    Deine restlichen Vorschläge zur Konfliktbewältigung finde ich auch absolut produktiv. Vor allem der „Emanzen“-Vergleich ist intellektuell hochwertig. Das ist genau die Art der Kommunikation, die wir brauchen.

  5. Also ich bin seit über 20 Jahren Vegetarierin und ich höre solche Sprüche schon lange nicht mehr. Ich glaube, mein Freundeskreis hat sich gut daran gewöhnt, denn wenn wir zusammen sitzen und essen, wird kaum noch nachgefragt, sondern es paßt immer für alle was es zu essen gibt.

  6. Ich bin trotz allem nach wie vor Fleischesser. Und bekomme umgekehrt mittlerweile ebenfalls eine ganze Reihe von Sprüchen zu meinen Ess-Vorlieben zu hören (in meinem Bekanntenkreis gibt es eine Reihe von Vegetariern). Zur Wurst: „Weißt du überhaupt, was da alles drin ist?“ Zum Schnitzel: „Bist du krank? Oder weshalb futterst du Antibiothika?“ Das ist ein kommunikatives Geben und Nehmen, das ich nur selten nervig oder störend finde.

  7. „Das ist ein kommunikatives Geben und Nehmen“
    Sehr schön ausgedrückt.
    Ich wurde die ersten 20 Jahre als Vegetarierin aufgezogen und kenne sehr viele.
    Esse heute wenig aber gerne Fleisch.
    Ich kenne also auch die blöden Sprüche aus beiden Richtungen.

  8. Ich lebe seit 1986 vegetarisch, habe 1989 ein veget. Vollwertrestaurant eröffnet (rauchfrei!) und kenne diese Sprüche schon noch von früher, da gab es dann noch: ich bin doch kein Kaninchen, oder „ich esse doch nicht so einen Körnerkram“. Wenn ich dann mein leckeres Brot servierte mit einer kleinen Vorspeise bekam dieser Kommentator (es gab viele davon), kein Brot. Auf die Frage wieso sagte ich bzw. meine Servicekraft: das ist doch Körnerkram…
    Aber heute hat sich das Bild doch sehr gewandelt – zumindest in meinem Umfeld. Eine Frage bleibt aber, die mich immer wieder verblüfft: „aber Fisch isst Du doch, oder?“ Dann sage ich: ich esse keine Tiere verziehen die meisten das Gesicht, als wäre das etwas Ekliges, dabei essen sie – fast – jeden Tag Tiere…

  9. doch noch ein Kommentar zur Aussage von Thomas: niemals habe ich ungefragt meine Meinung abgegeben wenn mein Nachbar Wurst, Fleisch – hier besonders Schweinefleisch gegessen hat. Nur auf Fragen habe ich gesagt: schau doch mal im Netz, da gibt es jede Menge Infos zu Fragen der Tierhaltung, zu Inhaltsstoffen in Wurst und Fleischfertigprodukten. Mich hat diese Art des sich als besonders gut und wertvoll zu fühlen nur weil kein Fleisch verzehrt wird immer abgestoßen.

  10. Fast alle Fragen sind für mein Empfinden völlig okay oder zeigen Informationsbedarf auf.
    Also eine gute Steilvorlage das erklären zu können uns evtl etwas zu bewirken.
    Nervige Sprüche wie in den Kommentaren erwähnt fehlen doch völlig.

  11. Ein Teil unserer Familie lebt vegan, ein größerer Teil vegetarisch, und es gibt auch noch einige Fleischesser. Wenn wir Feste feiern mit Freunden und Bekannten kommt nie ein dummer Spruch. Oft, sehr oft aber die Frage darf ich mal probieren was an veganem oder vegetarischem „Zeugs“ auf dem Grill liegt.
    Es ist mittlerweile so, dass wir Veganer und Vegetarierer um unser Essen kämpfen müssen 🙂

  12. „Diskussionen über die richtige Ernährung gehören bei vielen Tischgesprächen heute mit dazu.“ – das liegt vor allem daran, dass viele Vegetarier meinen unbedingt „ihr Ding“ an die große Glocke hängen, oder die bösen Fleischfresser bekehren zu müssen. Genauso wie dieser Artikel nachdem in Wahrheit auch keiner gefragt hat. Meiner Meinung nach soll jeder essen was er für richtig hält. Darüber muss keiner reden, sich wichtigmachen oder andere belehren…

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