Öko-Test Naturkosmetik: bei „fairer Kosmetik“ genau hinschauen

Faire Kosmetik
Fotos Dr. Hauschka, Alverde, Weleda, Sante, Lavera

Öko-Test hat faire Kosmetik untersucht und wollte wissen: Welche Cremes und Tuben versprechen Fairness und halten das auch ein? Das Ergebnis: Nicht auf alle vermeintlich fairen Kosmetik-Labels ist Verlass, hinschauen lohnt auch bei Naturkosmetik und verwandten Produkten.

„Faire Kosmetik“ kann ein Hersteller auf jede Creme schreiben. Denn der Begriff „fair“ ist nicht geschützt oder gesetzlich geregelt. Deshalb hat Öko-Test im Labor Naturkosmetik und vegane Kosmetik untersuchen lassen. Alle Hersteller haben die getesteten Produkte mit „fair“ beworben und mussten gegenüber Öko-Test den fairen Handel belegen.

Den vollständigen Test gibt es bei www.oekotest.de:Den Artikel als ePaper kaufen (United Kiosk)Den Artikel bei Ökotest lesen (Ökotest)

Öko-Test: Zertifizierte Kosmetik schneidet besser ab

Die gute Nachricht: Die 13 getesteten Naturkosmetika mit einem Siegel sind „Gut“ oder sogar „Sehr Gut“. Ob Seife, Gesichtscreme oder Body-Lotion, alle sind frei von bedenklichen Inhaltsstoffen.

Dazu zählen unter anderem:

  • Argand’Or Arganöl-Pflegeseife Minze & Zitronengras (z.B. online bei** Amazon)
  • Alverde Körper-Milch Bio-Kakaobutter Bio-Hibiskus (z.B. online bei** Amazon)
  • Dr. Bronner’s Körperlotion Orange Lavendel (z.B. online bei** Avocadostore)
  • Fair Squared Body Lotion Coconut  (z.B. online bei** Avocadostore)
  • I+M Körperlotion Tausendschön (z.B. online bei** Avocadostore)
  • Lavera Straffende Tagespflege mit Karanjaöl & Bio-Weißer Tee (z.B. online bei** memolife)
  • Speick Body Lotion Organic 3.0 (z.B. online bei** Amazon)
  • Urtekram Shampoo Brauner Zucker (z.B. online bei** Amazon)
  • Weleda Mandel Sensitiv Pflegelotion (z.B. online bei** Najoba)

Im Labor wurden aber auch sechs Produkte untersucht, die kein Siegel haben. Von ihnen konnte nur jedes zweite überzeugen. Die „Handgemachte vegane Seife Rose“ von Gepa wurde gar mit künstlichen Duftstoffen parfümiert, die Leberschäden verursachen und die Fortpflanzung behindern können, sagt Öko-Test.

Alle Details erfährst du im vollständigen Test gibt es bei www.oekotest.de:Den Artikel als ePaper kaufen (United Kiosk)Den Artikel bei Ökotest lesen (Ökotest)

In zwei weiteren Produkten fand das Labor PEG/PEG-Derivate. Die machen die Haut durchlässiger für Schadstoffe und können laut Öko-Test Allergien auslösen. Zudem werden PEG-Derivate häufig aus potenziell krebserregenden Erdöl-Derivaten hergestellt. Bereits im letzten Shampoo-Test sind diese Schadstoffe aufgefallen.

Öko-Test rät zu fairer Kosmetik mit Fairhandels-Label

Die meiste Transparenz schaffen Fairhandels-Siegel, wie etwa das Fairtrade-Label. Es ist das bekannteste Siegel für fairen Handel und findet sich auch auf vielen Lebensmitteln.

Daneben haben einige Kosmetik-Hersteller eigene Siegel herausgebracht, bei denen sie sich selbst einen fairen Handel bescheinigen. Kontrolliert wird die Einhaltung der Fairtrade-Standards im Idealfall von unabhängigen Organisationen. Die Richtlinie der Siegel geben einen Mindestanteil an fairen Zutaten vor, den die Kosmetik erfüllen muss.

Wichtig ist allerdings:

  • Der faire Handel bezieht sich oft nur auf einzelne Zutaten und nicht auf das ganze Produkt.
  • Nicht jedes faire Produkt trägt auch ein Siegel: Für kleine Unternehmen sind die Zertifizierungskosten oft zu hoch.

Neben Fairtrade gibt es auch noch weitere, größere Kosmetik-Siegel wie Fair for Life, WFTO und EZA.

Kosmetik mit Hinweis auf fairen Handel auf der Packung

Die meisten Kosmetika haben kein Siegel, sondern höchsten einen Hinweis auf fairen Handel auf der Packung. Oft sind dann nur sehr wenige Zutaten aus fairem Handel, sodass Zertifizierungsvoraussetzungen nicht erfüllt sind.

Kosmetik mit Hinweis auf fair gehandelte Zutaten
Kosmetik mit Hinweis auf fair gehandelte Zutaten (Foto: Ullrich Böhnke / Öko-Test)

Einige Hersteller verwenden laut Öko-Test auch nur eine einzige faire Zutat, andere dagegen deutlich mehr. Für den Verbraucher ist das nicht immer klar erkennbar, kritisiert Öko-Test. Es kann leicht der Eindruck entstehen, als sei das ganze Produkt fair gehandelt.

Hersteller mit fair orientierter Unternehmensführung

Einige bekannte Naturkosmetik-Hersteller werben auf ihrem Firmenauftritt im Internet damit, die ganze Wertschöpfungskette fair zu gestalten. Auf den Produkten selber sieht der Kunde davon aber recht wenig – Aufdrucke wie „faires Unternehmen“ findet man nur selten.

Dr. Hauschka, Weleda oder Speick zählen zu den Unternehmen, die sich eine faire Unternehmensführung auf die Fahnen schreiben. Laut Öko-Test haben diese Kosmetika tatsächlich einen hohen Anteil an fairen Zutaten, was auch immer wieder Siegel bestätigen. Charakteristisch sind zudem kurze Handelswege und enge, exklusive Partnerschaften mit den meist kleinen Rohstoffproduzenten.

Öko-Test Margarine 10/2017
Margarine im Test (Cover: Öko-Test 10/2017)

Als Kunde kannst du aber nur darauf vertrauen. Öko-Test beklagt, dass der genaue Weg der Rohstoffe  bei keinem der Kosmetika transparent einsehbar ist und kritisiert das Fehlen von Kontrollinstanzen, die den fairen Umgang innerhalb der Wertschöpfungskette überwachen.

Fazit faire Kosmetik

Insgesamt schnitten die Produkte gut ab. Dennoch gibt es Kritikpunkte:

  • Der Hinweis „fair“ alleine sagt wenig aus, teils sind fair nur ausgesuchte Inhalte in kleinen Mengen. Es hilft, sich die Liste der Inhaltsstoffe anzusehen: Je weiter vorne ein Produkt genant wird, desto mehr davon ist enthalten.
  • Aussagekräftiger sind Label wie Fairtrade, Fair for Life, WFTO und EZA.
  • Faire Kosmetik ist nicht automatisch Naturkosmetik.
  • Naturkosmetik erkennst du an Siegeln wie Ecocert, BDIH, Natrue.
  • Lies dazu unseren Beitrag Naturkosmetik-Marken.

Den vollständigen Test gibt es bei www.oekotest.de:
Den Artikel als ePaper kaufen (United Kiosk)Den Artikel bei Ökotest lesen (Ökotest)

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(6) Kommentare

  1. … wundert mich schon sehr, dass Ökotest nur große Marken und Fairtrade-genabelte Produkte in die Auswahl einbezogen hat. Was ist mit Naturkosmetik vom Regenwaldladen?? Nachhaltiger als Rohstoffe, die aus Wildsammlungen sind, geht es wohl nicht mehr. Und dass der Regenwaldladen im „Fairband“ anerkannt ist, ist wohl mehr als ausreichend für das Prädikat „fair“. Hinzu kommt, dass fast die gesamte Wertschöpfung im Lande (Brasilien) erfolgt.

  2. Es ist einerseits schade, andererseits verständlich, daß Ökotest solche Anbieter testet, die bekannt sind und leicht erhältlich.

    Soweit ich weiß, gibts die Produkte vom Regenwaldladen nur Online?
    Lebensmittel und Kosmetik kaufe ich lieber im Reformhaus oder Naturkostladen um diese Läden vor Ort zu halten (ländliche Region mit magerem Angebot) und da gibt es nun mal nur diese großen Marken.

    Ich denke, das geht den meisten Leuten ähnlich und deshalb werden auch die getestet.

  3. Hallo Maria,

    Regenwaldprodukte sind mittlerweile in den meisten Weltläden erhältlich, z.B. auch bei uns in Koblenz; hier gibt es auch Tester. Schauen Sie doch mal auf die Homepage vom Regenwaldladen. Sie finden dort interessante Infos zu den Rohstoffen und deren Gewinnung.

  4. Hallo zusammen,
    dem kann ich mich nur anschließen. Nachhaltigeres gibt es wohl nicht. Alle Produkte aus Wildsammlungen. Erste und einzige Schokolade aus Wildsammlung mit 71% – köstlich und jede Sünde wert.
    Herzliche Grüße

  5. Hallo,
    ich kann die Produkte von Ringana empfehlen. Das österreichische Unternehmen steht für 100% frische , 100% Nachhaltigkeit, 100% Wirksamkeit und 100% Ethik. Ringana macht Naturkosmetik, Nahrungsergänzung und Sportsprodukte.

    Mehr Informationen zur Firma und zu den Produkten könnt ihr hier erhalten:

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