Foto mit Greta Thunberg: Aktivistin prangert Rassismus an

Fotos: Twitter Vanessa Nakate und Instagram Greta Thunberg

Eine junge Klimaaktivistin aus Uganda hat gemeinsam mit Greta Thunberg, Luisa Neubauer und anderen Jugendlichen am Weltwirtschaftsforum in Davos teilgenommen. In Medienberichten wurde sie allerdings aus einem gemeinsamen Foto herausgeschnitten – sie spricht von Rassismus.

Vanessa Nakate gilt als die erste Fridays-for-Future-Demonstrantin in Uganda – vor rund einem Jahr begann sie, vor dem ugandischen Parlament zu streiken. Sie protestiert unter anderem für den Erhalt des Regenwaldes im Kongo und für mehr Klimaschutz. Internationale Bekanntheit erlangte sie im Dezember, als sie gemeinsam mit Greta Thunberg bei der UN-Klimakonferenz auftrat.

Vor wenigen Tagen war Nakate erneut mit der 17-jährigen Schwedin zu sehen: Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos nahm sie gemeinsam mit ihr, Luisa Neubauer und zwei weiteren Aktivistinnen an einer Veranstaltung teil. Die Nachrichtenagentur AFP (Agence France Presse) berichtete darüber – schnitt Nakate jedoch aus dem Pressebild heraus. Zu sehen waren nur noch die vier weißen Jugendlichen: (eventuell musst du die Twitter-Ansicht aktivieren)

Vanessa Nakate: „Habe ich als afrikanische Aktivistin keinen Wert?“

Auf Twitter sagte Nakate, dass sie jetzt die Definition von Rassismus verstehe. „Über die Botschaften von allen wurde gesprochen, aber meine Botschaft wurde ausgelassen. Und mein Foto auch“, sagte Nakata in einem Video. „Was für mich am schlimmsten ist: Ich habe gesehen wie stark die Menschen in meinem Land und in Afrika von der Klimakrise betroffen sind. […] Wer spricht für diese Leute und wer hilft, ihre Botschaft zu verbreiten? […] Habe ich als afrikanische Aktivistin keinen Wert?“.

Vanessa Nakata wurde nicht nur aus dem Foto der AFP geschnitten – in einigen Medienberichten wurde sie mit einer anderen Aktivistin verwechselt. Die Nachrichtenagentur Reuters und die „Welt“ nannten sie „Natasha Mwansa“. Diese wiederum ist eine Aktivistin aus Sambia.

Solidarität von Greta Thunberg und Luisa Neubauer

Auf Twitter waren zahlreiche User*innen empört über das zugeschnittene Bild. „Es tut mir so leid, dass sie dir das angetan haben“, schrieb Greta Thunberg. „Das ist unverschämt“, sagte Luisa Neubauer.

Die Nachrichtenagentur AFP hat sich inzwischen für das Bild entschuldigt: „Wir bedauern, diesen Morgen ein Foto veröffentlicht zu haben, bei dem die ugandische Klimaaktivistin Vanessa Nakate, die einzige Person of Color, herausgeschnitten wurde. Als eine Nachrichtenorganisation ist es uns sehr wichtig, die Welt, über die wir berichten, akkurat darzustellen“, heißt es in einem Statement.

Rassismus gegen Aktivist*innen of Color

Auch wenn sich AFP entschuldigt hat – das Foto offenbart den latenten, aber allgegenwärtigen Rassismus unserer Zeit. Schwarze Aktivist*innen und Aktivist*innen of Color werden häufig übergangen – auch in der Klimabewegung. (Ein interessanter Artikel hierzu: „Es ist nicht nur Greta Thunberg: Warum ignorieren wir die inspirierenden Aktivist*innen der Entwicklungsländer?“ vom britischen Guardian) Auch dass People of Color mit anderen Menschen mit vermeintlich ähnlichem Hintergrund verwechselt werden ist keine Seltenheit. (Passierte kürzlich beispielsweise in der Frauenzeitrschrift „Elle“ und beim ZDF.) Vanessa Nakate lässt sich davon jedoch nicht entmutigen: „Ich lasse mich nicht zum Schweigen bringen. Ich werde lauter sprechen“

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(3) Kommentare

  1. Dass Sie aus dem Bild rausgeschnitten wurde, ist ne Sauerei. Besonders, weil viele traditionelle Medien Ihre Infos nur von Nachrichtenargenturen erhalten.
    Wer immer dafür verantwortlich ist, sollte sich nen neuen Job suchen (müssen).

    Voll oft denken wir doch, dass „Die Menschen in der dritten Welt“ ganz andere Sorgen hätten und sich um die Umwelt kaum kümmern. Das diese Wahrnehmung falsch ist, ist auch eine Folge von solchen „Korrekturen“.

    Dass Leute mal verwechselt werden, kommt vor, genauso wie das Falschschreiben von Namen (wie Utopia in diesem Artikel selber beweist). Da gleich Rassismus zu sehen, finde ich aber auch wieder übertrieben.