Unter 20.000 Euro: Kommt das Volks-Elektroauto von VW?

Foto © Volkswagen AG

Noch ist es nur ein Gerücht, aber eigentlich liegt es auf der Hand: Volkswagen arbeitet angeblich an einem günstigen Elektroauto – der „MEB Entry“ soll für unter 20.000 Euro zu haben sein.

Medienberichten zufolge will Volkswagen endlich das tun, was eigentlich den Kern der Marke ausmacht: ein preiswertes Elektroauto auf den Markt bringen, das weniger als 20.000 Euro kosten soll. Diverse Medien beziehen dabei auf Reuters-Berichte, wonach ein Modell namens „MEB Entry“ noch diese Woche Thema im Aufsichtsrat sein soll. (Im Bild oben: Die Konzeptstudie ID.)

Volkswagen MEB Entry: Ablösung für den E-up!

Nun hat Volkswagen ja bereits ein Elektroauto für (fast) 20.000 Euro im Portfolio, nämlich den VW E-Up!. Der kostet zwar offiziell etwas mehr, aber mit Elektroauto-Prämie und Händlerrabatt kann man ihn sicher auch für den genannten Preis bekommen.

Allerdings ist der VW E-Up! eine lahme Ente, noch dazu so hässlich wie ein geplatzter Akku. Und wie der fossile Bruder Up! positioniert ihn VW unübersehbar als Hier-hast-du-zuviel-gespart-Modell, das bitte auf keinen Fall attraktiver sein soll als die Volkswägen Lupo oder gar Golf.

Beim „MEB Entry“ könnte das vielleicht anders werden. MEB steht etwas steif für „Modularer Elektrifizierungs-Baukasten“, vereinfacht gesagt, handelt es sich um ein Grundsystem, auf dem Volkswagen seine 80 Elektroauto-Modelle aufbauen will, die das Unternehmen bis 2025 angekündigt hat. Das mögliche Volks-Elektroauto wird also nicht „MEB Entry“ heissen, sondern eine andere Verkaufsbezeichnung tragen und auf neuerer Technik basieren.

MEB Entry: Endlich ein Volks-Elektroauto?

Ein günstiges Elektroauto wäre eine Sensation für den Volkswagen-Konzern, der in den letzten Jahren vor allem durch Abgasbetrug (und dessen Vertuschung) auf sich aufmerksam gemacht hat. Dabei stehen außerhalb von Wolfsburg längst andere Anbieter in den Startlöchern.

Hier nur fünf Beispiele:

  1. Der Sono Motors Sion ist ein Elektroauto aus München, das ohne Prämie unter 20.000 Euro kostet und sich auch noch per Sonnenenergie aufladen kann.
  2. Der e.Go Life aus Aachen kostet ohne Prämie ebenfalls unter 20.000 Euro und soll schon bald ausgeliefert werden.
  3. Der Uniti One aus Schweden soll deutlich unter dem VW-Preis liegen und selbst mit gehobener Ausstattung für unter 20.000 Euro zu haben sein.
  4. Der schmucke Smart Fortwo ED von Daimler kostet schon jetzt nur etwas mehr als 21.000 Euro (ohne Prämie).
  5. Der Citroën C-Zero aus Frankreich ist schon lange für etwa 22.000 Euro, mit Prämie also günstiger, zu haben (allerdings auch eine lahme Ente).

Laut Reuters.com sprechen Quellen davon, dass Volkswagen für „MEB Entry“ & Co. unter anderem mit Ford (baut u. a. die elektrischen DHL-Transporter) und dem Batteriezellenhersteller SK Innovation kooperieren will. Das Ganze sei Teil eines Transformationsplans, der am 16. November diskutiert werden soll, und mit dem Volkswagen das Thema Elektromobilität vielleicht doch langsam ernstnehmen will.

Schon im Gespräch sind der Volkswagen ID Buzz (ein elektrischer „Bully“-Transporter), der ID Aero (ein „Passat“), der ID Crozz (der unvermeidliche Elektro-SUV) und der ID Lounge (noch ein SUV, nur noch größer) und ein noch ID Neo genanntes Fahrzeug, das in die Fußstapfen des Golf treten könnte.

Utopia meint: Wenn VW uns nicht allein als Dieselskandal-Unternehmen in Erinnerung bleiben will, ist ein günstiger und kompakter Verkaufsschlager für den kommenden Elektroauto-Markt dringend angesagt. China hat bereits eine Elektroauto-Quote eingeführt, und in der EU läuft der Kampf gegen Pkw-Kohlendioxidemissionen auf eine Elektroauto-Quote hinaus.

Weiterlesen auf Utopia.de:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!