e.GO Life: endlich ein bezahlbares Elektroauto

Elektroauto e.GO Life
Foto © e.GO Mobile AG

Mit dem e.GO Life macht ein kleines Aachener Startup E-Autos endlich bezahlbar: Nach Abzug der Elektroauto-Prämie kostet der Viersitzer gerade einmal 11.900 Euro. Mit seinen sinnvollen Fahrzeugdaten könnte dieser Preisbrecher der Elektromobilität in Deutschland zum Durchbruch verhelfen.

Auf den ersten Blick erinnert das kompakte, sportliche Design des e.GO Life ein bisschen an den deutlich teureren Smart forfour, doch mit den runden Scheinwerfern setzt das E-Auto neue Akzente. Die größte Sensation dürfte aber der Preis sein: Mit nur 15.900 Euro (abzüglich 4000 Euro Elektroauto-Prämie) ist der e.GO Life vom Aachener Startup e.GO Mobile nämlich ein ebenso schickes wie erschwingliches Elektroauto für die Stadt, das sich auf das Wesentliche konzentriert.

Reichweite des e.GO Life: 136 km bis 194 km

Von 0 auf 50 km/h beschleunigt der Aachener Stadtflitzer in 6,6 Sekunden (je nach Batteriegröße). Bei durchgetretenem Gaspedal bringt es der e.GO Life auf eine Höchstgeschwindigkeit bis zu 116 km/h, mit größerem Akku auch schneller.

Die Reichweite beginnt bei 136 km (NEFZ), im realen Stadtverkehr rechnet der Anbieter mit 104 Kilometern. Das gilt aber nur für das kleinste Modell, den e.GO Life 20.

Inzwischen schälen sich drei Modellvarianten heraus, die sich durch die Größe des Akkus und andere Leistungsdaten unterscheiden:

Modell e.GO Life 20 e.GO Life 40 e.GO Life 60
Akku 14,9 kWh 17,9 kWh 23,9 kWh
Reichweite NEFZ / real 136 km / 104 km 146 km / 114 km 194 km / 154 km
Leistung Dauer-/Peak- 20/20 kW 24/40 kW 32/60 kW
Geschwindigkeit Max/Reise 116 km/h / 104 km/h 150 km/h / 110 km/h 160 km/h / 133 km/h
EG-Leergewicht / Zuladung 880 kg / 420 kg 900 kg / 400 kg 950 kg / 350 kg
Preis ca. 15.900€ ca. 17.400€ ca. 19.900€

Vorbestellungen nimmt e.Go Mobile seit Mai 2017 entgegen (PDF). Die Serienproduktion für das Stadtauto soll mit rund 150 Mitarbeitern im Mai 2018 starten, die Auslieferung im Oktober beginnen. Es wird ihn in den Farben weiß, blau, rot, braun, schwarz und silber-metallic geben.

e.GO Life: Elektroauto made in Germany

Mit einem Forschungsprojekt an der Hochschule RWTH Aachen hatte alles angefangen. Prof. Günther Schuh, Vorstandschef der e.GO Mobile AG, hatte vor einigen Jahren bereits einen Streetscooter entwickelt und damit Erfolgsgeschichte geschrieben: Seine Streetscooter GmbH verkaufte er 2014 an die Deutsche Post und die setzt das Elektroauto heute als Zustellfahrzeug ein. In den nächsten Jahren will die Post ihre gesamte Flotte auf Elektroautos umstellen (siehe Deutsche Post DHL: Größte Elektro-Flotte erhält Zuwachs).

Jetzt rollt Schuh mit dem e.GO Life vom Aachener Campus auch den deutschen PKW-Markt auf. Interessant dürfte das neue Elektroauto nicht nur als günstiges Elektroauto für Jedermann, sondern auch für Lieferdienste, Kuriere und Pflegedienste sein.

e.GO Life: prominente Unterstützung

Um schnell ein gutes Elektroauto auf den Markt zu bringen, hat die e.GO Mobility AG eine Kooperation mit Bosch gestartet. Das Stuttgarter Unternehmen gehört zu den weltweit größten Automobilzulieferern und soll den Elektromotor für den e.GO Life bauen. Auch für den Service sollen die weltweit etwa 17.000 Bosch-Vertragswerkstätten sorgen.

Elektroauto e.GO Life: Preis unter 16.000 Euro
Elektroauto e.GO Life: Preis unter 16.000 Euro (Foto © e.GO Mobile AG)

Das neue Elektroauto bekommt einen Hochvoltantrieb, der abhängig von der Leistungsklasse 230V, 280V oder 380V hat, bei einer Basisleistung von 20 Kilowatt (knapp 30 PS) beim Modell e.GO Life 20. Genug, um aus dem Vorort in die Stadt zu fahren, alle Einkäufe zu erledigen und später wieder nach Hause zu kommen.

Den NEFZ-Verbrauch gibt e.GO Mobile beim Startmodell mit 9,9 kWh auf 100 km an. Der Wendekreis beträgt 9 Meter.

e.GO Life: Bis zu 160 Kilometer Reichweite

In der Basisversion bringt der Akku des e.GO Life 20 eine Kapazität von 14,9 Kilowattstunden mit, der Ladestecker ist vom Typ 2, doch auch an haushaltstypischen Schuko-Dosen ist das Elektroauto aufladbar. Damit können rund 136 Kilometer (NEFZ) zurückgelegt werden, bevor der Akku wieder an den Stecker muss. Im Elektroauto-Reichweitenvergleich kein Topmodell, aber es ist ja auch als preiswertes Stadtauto konzipiert, ähnlich wie der Microlino.

E-Auto e.GO Life: Reichweite um die 100 km
E-Auto e.GO Life: Reichweite um die 100 km (Foto © e.GO Mobile AG)

Alternativ gibt es den e.GO Life auch mit stärkeren Akkus (e.GO Life 40 und 60). Diese reichen nach NEFZ-Messung dann für eine Reichweite von 146 beziehungsweise 194 Kilometer. Eine Batteriemiete wie etwa beim Renault Zoe soll es nicht geben, sie ist inclusive. Der Preis von 15.900 Euro (ohne Prämie) gilt für die Version e.GO Life 20 mit Basisbatterie, die anderen Preise findest du in der Tabelle oben.

Der e.GO Life ist ab Werk und bei jedem Modell ein Viersitzer mit umklappbaren Rücksitzen (ohne Aufpreis). Zur weiteren Ausstattung gehören Airbags, ISO-Fix Kindersitzbefestigung, ABS, ESP. Optional gibt es ein Infotainment-System (ca. 1.200 Euro), Parkassistent (ca. 500 Euro), Sitzheizung (ca. 150 Euro) und etliches mehr.

Erste Einblicke ins Innere des e.GO Life
Erste Einblicke ins Innere des e.GO Life (Foto © e.GO Mobile AG)

Kleine Elektroautos sind im kommen – hier vergleichbare Elektro-Kleinwägen:

e.GO Life: Preis und technische Daten

  • Marktstart: 5/2018, Auslieferung 10/2018
  • Preis: ab. 15.900,- Euro (e.GO Life 20 mit Akku, vor Abzug der E-Auto-Kaufprämie)
  • Leistung (Peak): 20 / 40 / 60 kW
  • Akkukapazität: 14,9 / 17,9 / 23,9 kW
  • Ladezeit Schuko 230 V: 6,0 / 7,5 / 9,8 Stunden
  • Ladezeit Typ-2-Stecker: 3,1 / 3,6 / 4,6 Stunden
  • Verbrauch (NEFZ): 9,9 kWh / 100 km (e.GO Life 20)
  • Reichweite (NEFZ): 136 km / 146 km / 194 km
  • Länge / Breite / Höhe in mm: 3348 / 1700 / 1567
  • Wendekreis: 9 Meter
  • Radstand: 2200 mm
  • Beschleunigung 0-50 km/h: 6,6 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 116 / 150 / 160 km/h
  • Infos: e-go-mobile.com

Text: S.C.Schulz/A.Winterer

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(12) Kommentare

  1. Und wenn man die schöngerechnete Reichweite nach dem NEFZ-Fahrzyklus auf die Realität bezieht, bleiben bei dem Fahrzeug von 14, 4 kWh nur noch etwa 70 km, mit 19,4 kWh noch knapp 100 km übrig.

    Das Fahrzeug ist an sich ganz gut, aber eben nur als Stadtfahrzeug konzipiert. Und dann stellt sich die Frage, ob man sich zweites Fahrzeug leisten soll, wenn es bald auch Elektroautos gibt, die beides vereinen. Siehe Tesla Model 3.

  2. Also eines sollte mal jeden klar sein. Es wird immer wieder dumm über die Reichweite gequascht. Wenn jemand nicht vernünftig, normal fahren kann, dann wird sich die Reichweite logisch verkürzen. 100 km mit einem Verbrauch von 15 kW/h, das ist Standard, da ändert sich auch nicht viel, ob das Auto klein, groß, leicht oder schwer ist. Ebenso ist es bei eingeschalteter Heizung oder Klimaanlage. Rechne ruhig mal nach, wieviel kW verbrauchen denn diese in der Stunde kW?

  3. Also €16.000 für ein Auto mit weniger als der Hälfte der PS eines Smarts (ausgewiesenes Stadtauto).

    Der Akku ist inklusive. Das ist die sehr schmeichelhafte Umschreibung für „nach einigen Jahren werden noch mal €5.000 oder mehr fällig“.

    Dazu 100 oder wahlweise 140 km Reichweite. Ich nehme mal an, gerechnet für den milden Frühling und Herbst, also ohne Klimaanlage oder Heizung.

    Und die Aufladezeit? Mal schnell an die Tankstelle und nach fünf Minuten wieder 1.000 km Reichweite ist hier ja nicht. Bei 14 kWh Kapazität, ist ein Aufladen daheim an der Steckdose (sofern man eine Garage besitzt, sonst ja eh nicht) in halbwegs annehmbarer Zeit wohl ausgeschlossen. Denn da kommen aus der Steckdose maximal 16 A Strom. Der Rest ist Mathematik.

    Und wie geschrieben: Dafür €16.000 und nach ein paar Jahren einen neuen zig Tausende Euro teuren Akku.

    Ich seh schon, da werden die Kunden ja so richtig Schlange stehen. Ironie off.

  4. Bin sehr zuversichtlich, dass diese 12.000 Euro Klasse ihre Abnehmer findet, weniger Reichweite kann sich so auszahlen. Weil unnötig für ein Zweitauto in der Stadt oder Dienstleister bis hin zu reinen Prestige/Marketing Zwecken für Unternehmen.

    Und ja, dieser Preis ist eine (Preis)Kampfansage an die deutlich teureren E-Autos.

    E-Autos müssen günstiger werden, die Vielfalt an Angeboten muss zunehmen, nur dann fühlt jeder Interessent „sein“ Mobilitätsbedürfnis abgedeckt. Verzicht auf Akku Miete finde ich entscheidend für solche Fahrzeuge, die selten bzw. mit geringen Jahreskilometern bewegt werden. Zielgruppe ist somit ein breites Spektrum an Gelegenheits- wie Kurzstreckenfahrern.

    Offen bleibt für mich die Frage, wo so ein e.GO Auto gewartet werden soll, es braucht eine Werkstatt für den Service an Reifen, Bremsen, Elektronik-Check u.a., d.h. es müssen sich Werkstätten oder Autohändler anbieten, diese Marke zu vertreiben und zu warten.

    Mir persönlich gefällt der e.GO, optisch wie von den Leistungen her, passt wie Faust auf Geldbeutel. 😉

  5. Geb ich dir völlig recht Tufkar. Wohne auf dem Land, brauche hier ein eigenes Auto aber da ich meine Fahrten organisiere und Termine , Einkäufe etc. gut plane und zusammen lege nicht so oft und nie für mehr als 70 km( hin und rückweg) . Eine Tankfüllung reicht bei meinem Auto für 500 km und ich tanke alle 6-8 Wochen. Hab ich gerade das 2 mal in diesem Jahr gemacht. Für mich wäre das also völlig ausreichend und vom Preis interessant ( obwohl ich schon hoffe das mein Auto noch mind. 10 Jahre hält, da es in gutem Zustand ist, wenn auch schon 16 Jahre alt.) Und vielen meiner Freunde und Bekannten hier geht es ähnlich. Die brauchen das Auto oft auch nur um max. 10 km an die Arbeit zu kommen. Ganz ehrlich, bei geringer nutzung sieht man es halt nicht unbedingt ein hohe Summen für ein Auto zu zahlen. Das ist eine gute Lösung für Leute wie mich. Für längere Strecken wird eh immer das große Auto von meinem Mann genommen. Für ihn wäre sowas nicht ausreichend aber als 2. Wagen für mich durchaus.

  6. Sehr geehrte Damen und Herren,
    die Batterien der Elektroautos enthalten in der Regel Lithium. Das wird z.B. in der Demokratischen Republik Kongo gewonnen, wo Kinderarbeit leider sehr verbreitet ist. Ich möchte, wenn ich mir ein E-Auto kaufe, sicher sein, dass in der Batterie keine Kinderarbeit steckt. Wer kann mir das garantieren?

  7. Leider fehlt bei den technischen Daten das Leergewicht. Nach Beschleunigung und Maximalleistung könnten es über 900 kg sein. (Edit: Auf der Seite des Herstellers ist das Leergewicht angegeben, rund 900 kg, je nach Akku.)

    Hängt die Maximalleistung von der Akku-Kapazität ab? Üblicherweise ist die maximale Leistung durch den Akku-Strom begrenzt, denn Frequenzumrichter mit genug Leistungsreserve sind preiswert und Elektromotoren kurzzeitig hoch belastbar. (Edit: Auch das fand ich auf der Herstellerseite bestätigt, „Dauer-/Peakleistung: 20/20 | 24/40 | 32/60 kW“, je nach Akku-Kapazität, 14,9 | 17,9 | 23,9 kWh).

    @Regina81 (auf dem Land): Die 14,9-kW-Version ist mit 35 s von 0 auf 100 km/h absolut untauglich für die Autobahn, selbst auf der Landstraße wird man damit zum Verkehrshindernis.

    Noch eine Rechnung: 20 kW für 1200 kg (Beifahrer und Großeinkauf) reicht unter Vernachlässigung von Luft- und Rollwiderstand bei konstant 50 km/h (13,9 m/s) für eine Steigung von 20000/1200/9,8/13,9 = 12 %, mit Widerständen ca. 9 %, mit Geduld erfordernder Beschleunigung vielleicht 4 %. Ist also ein Flachland-Stadtauto.

    Fazit: Ein so motorisiertes Fahrzeug muss deutlich leichter sein.

  8. Hallooooo, was schreiben denn manche hier für einen Quatsch?
    Der Hersteller wirbt mit „e.GO Life – das Stadtauto“ und dann lese ich hier „den kann man ja nicht mal kurz vollladen und dann auf der Autobahn die nächsten 1.000 km fahren.
    Stimmt. Einen 2-Tonnen Anhänger kann er auch nicht ziehen und als Wohnmobil versagt der bestimmt auch komplett. Das ist ein KURZSTRECKEN-/STADTAUTO.
    Klein, wendig, ausreichend flink und dabei bezahlbar. Dazu kommt, dass er sogar in Deutschland gefertigt wird und mit Bosch ein gut ausgebautes, zuverlässiges Wartungsnetz zur Verfügung steht. Viel mehr kann man gar nicht richtig machen.
    Ich behaupte mal, dass dieses Autochen enorm viele Mobilitätsbedürfnisse befriedigen kann – wenn man mal ehrlich ist, sogar 90% der eigenen, siehe Beitrag von regina81.
    Wir wohnen ländlich, ich habe 13 km zur Arbeit, und fahre dazu einen alten Kleinwagen. Daheim steht noch ein relativ vernünftiger Kombi für die Familie + Reisegepäck oder sonstige Aufgaben, die so ein kleines Stadtauto bauartbedingt nicht kann. Der Kombi wird bei entsprechend seltener Nutzung zusammen mit so einem kleinen e.GO locker 20 Jahre alt. Passt doch.

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