Elektroauto Uniti One: Preisbrecher-Elektroauto aus Schweden

Elektroauto Uniti One aus Schweden
Foto © Uniti Sweden AB (publ)

Auch bei den Schweden tasten sich etablierte Autobauer eher zögerlich an die Elektro-Revolution heran, daher kommt das zukunftsweisende Elektroauto Uniti One auch dort von einem Startup – und will vieles anders machen.

Damit Elektroautos in den Städten nachhaltigen Erfolg haben müssen sich einige Dinge ändern. Vor allem muss die Autoindustrie weg vom allgemeinen Trend zu immer wuchtigeren SUVs, Jeeps und ähnlichen in der Stadt völlig unsinnigen Modeerscheinungen. Zugleich müssen Elektroautos günstiger werden – sonst werden die Kunden weiterhin die günstigeren Autos mit Verbrennungsmotor kaufen.

Das E-Auto Uniti One Elektroauto aus Schweden adressiert gleich beide Probleme: Es ist klein und günstig – und wurde kürzlich beim schwedischen Wirtschaftsmagazin Veckans Affärer Finalist für deren E-Prize, der kreative Energielösungen auszeichnet.

Inzwischen gibt es auch ein Video:

Und es ist erfolgreich: Im Juni 2018 gab das Unternehmen bekannt, dass die Zahl der Vorbestellungen die Umsatzgrenze von 50 Millionen Euro überschritten hat. Im Oktober waren es schon 70 Mio., auch stellte Uniti im Oktober eine Pilotfertigungsanlage im britischen Silverstone Park vor.

Nimmt man die 100 Mio. vom Solarauto Sono Motors Sion hinzu, zeigt schon eine deutliche Nachfrage nach schlauen, kompakten Elektroautos – nicht jeder will halt einen Tesla haben…

Elektroauto Uniti One: ungeheuer sparsam

Der Uniti One setzt auf Energieeffizienz und soll eine Reichweite von 300 km bieten – und das mit einer eigentlich ziemlich knapp bemessenen 22-kWh-Batterie. Einen Beitrag dazu leistet die extreme Leichtbauweise mit Verbund-Biomaterialien und Carbonfasern, die das Leergewicht des Autos auf unter 450 Kilo reduzieren soll. Dank vereinfachter und stark automatisierter Fertigung (im schwedischen Landskrona) soll der Stromer mindestens 75 Prozent weniger CO2 über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs emittierten als andere typische Autos.

Der Uniti One wird dennoch keine Elektro-Schlafmütze sein: Er soll es in nur 3,5 Sekunden von 0 auf 80 km/h bringen. Die Höchstgeschwindigkeit des Kleinwagens wird bei sinnvollen 90 bis 130 km/h liegen, so dass man den Pkw nicht nur in der Stadt, sondern auch für Reisen per Autobahn nutzen kann. Die Leistung beginnt je nach Ausstattung mit 15 kW/20 PS und reicht bis 40 kW/54 PS (wie vieles: noch unbestätigt).

Elektroauto Uniti One: wie bei vielen Mini-Autos sitzt man hintereinander
Elektroauto Uniti One: wie bei vielen Mini-Autos sitzt man hintereinander (Foto © Uniti Sweden AB (publ))

Der Akku hat eine Kapazität von 11 kWh bis 22 kWh und soll dem Uniti One je nach Modell eine Reichweite von 150 bis 300 Kilometer verschaffen. Allerdings ist derzeit noch nicht klar, ob das nun eine Alltagsreichweite oder ein NEFZ-Wert ist.

Das E-Auto kann an einer beliebigen Haushaltssteckdose geladen werden und ist dann in etwas über 3 Stunden vollständig geladen, an einer Ladestation tankt der Stromer innerhalb von 30 Minuten genug für eine Reichweite von 200 Kilometer. Dass die Schweden dabei auch kältere Temperaturen in den Griff bekommen werden, das darf man angesichts nordischer Klimaverhältnisse wohl erhoffen.

Elektroauto für den kleinen Geldbeutel

Bleibt die Preisfrage – und hier punktet der Uniti One mit einem Einstiegspreis von 14.900 Euro für einfach ausgestattete Modelle mit kleiner Batterie und geringerer Reichweite und mit bis zu 19.900 Euro für eine bessere Ausstattung. Über die Detailunterschiede liegen auch nach Anfrage noch keine Informationen vor, doch geplant sind Modelle mit zwei, vier und fünf Sitzen.

Beim Uniti One sollen wir die Wahl Wahl haben zwischen dem guten alten Lenkrad – und einem Joystick-ähnlichen System.
Beim Uniti One sollen wir die Wahl Wahl haben zwischen dem guten alten Lenkrad – und einem Joystick-ähnlichen System. (Foto © Uniti Sweden AB (publ))

Zu diesem Preis (inklusive Batterie) darf der Stromer als erstaunlich erschwinglicher Kleinwagen gelten. Ein Blick auf die Konkurrenz: Ein Smart Fortwo ED kostet knapp 21.000 Euro, der Düsseldorfer Preisbrecher e.Go Life verlangt 15.900 bis 19.900 Euro (mit Batterie), das deutsche Solarauto Sono Motors Sion soll 16.000 Euro kosten (aber: zuzüglich Batterie, die mit 4.000 Euro angesetzt wird) und die Elektro-Isetta Microlino setzt einen Preis von 12.000 Euro an (ohne Batterie).

Aber: Geplant ist der Uniti One derzeit wohl als „leichtes vierrädriges Kraftfahrzeug“ der Klasse „L7e“. Als Leichtelektromobil ist es dann kein Auto, sondern spielt eigentlich in der Quad-Klasse eines Renault Twizy, dessen Preise bei 7.000 Euro beginnen (dass in den günstigen Versionen aber deutlich weniger bietet als der Uniti One).

Die Schweden starteten ihr Unternehmen über ein Crowd-Investment 2016 und stellten den Prototypen am 7. Dezember 2017 vor. Derzeit ist das Auto vorbestellbar, ab Ende (!) 2019 soll der Uniti One in Serie vom Band rollen, vorher wird zum Event „U18“ das Produktionsmodell vorgestellt. Zu den Partnern des Unternehmens gehören namhafte Hersteller wie Siemens, Nvidia und Kuka Robotics aus Augsburg und der schwedische MediaMarkt, so dass der Uniti One auch über www.MediaMarkt.se/uniti erhältlich ist – das derzeit allerdings nur in Schweden. Weiterer Partner ist Eon, die 100 Ladesäulen installiert haben (in Schweden) und versprechen, dass diese nur Solarenergie nutzen.

Aus Deutschland kann man den Schweden-Stromer über www.uniti.earth/order bestellen. „Die meisten Vorbestellungen kommen momentan zwar aus Schweden, allerdings direkt gefolgt von deutschen Interessenten“, so Unternehmenssprecherin Verena Kitowski, „Wir haben fast 300 Vorbestellungen aus Deutschland.“

Weiterlesen auf Utopia.de:

Das Elektroauto Uniti One wurde 2017 vorgestellt, 2019 soll es serienreif sein
Das Elektroauto Uniti One wurde 2017 vorgestellt, 2019 soll es serienreif sein (Foto © Uniti Sweden AB (publ))

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(7) Kommentare

  1. Normale Haushalssteckdose und 3 Stunden für 22 kWh kann nicht hinkommen.
    Da rechnen wir einmal: 235V X 16A = 11,28 kWh! Das ist dann Brutto. Ladeverluste und Wärmeverluste sind da noch nicht drin. Bei einem normalen Wirkungsgrad von 0,9 (das ist hoch gegriffen) kommen also lediglich 10,152 kWh zusammen.
    Für die 22 kWh Batterie sind also mindestens 7 Stunden notwendig!
    Dabei ist nicht berücksichtigt, dass der Ladestrom mit zunehmender Ladungskapazität abnimmt. Das ist so gewollt, weil die Betterie sonst anfangen würde zu kochen!
    Note für die Recherche 4,6

  2. Endlich mal jemand mit dem notwendigen technischen Verständnis!
    Das findet man bei den Utopia-Usern leider sehr selten …
    Die meisten Kommentare sind hier leider in der Art:
    „Friede, Freude, Eierkuchen – dann kommt die Zahnfee und nimmt uns auf einen rosa Einhorn mit ins Wunderland“.
    War ja mit der überschwänglichen Freude bei der Vorstellung des Toyota Prius über dessen Solardach ganz ähnlich:
    In der Praxis ist das nicht anderes als eine teure technische Spielerei.

  3. „Die meisten Kommentare sind hier leider in der Art…“
    Oder in der Art: „Windräder … funktionieren nur von Windstärke 1 bis Windstärke 4. … über Windstärke 4 würden sie sich selbst zerlegen.“
    Originalzitat von „Denkenderbuerger“ hier: https://utopia.de/fragen/elektromobilitaet-nachhaltigkeit/#comment-0-36661
    Du solltest dich also nicht zu weit aus dem Fenster lehnen mit deinen plumpen Versuchen, Utopia und die Community zu diskreditieren.

  4. Was wird nicht anders? Dass du versuchst, mit unbelegten Vorwürfen und Behauptungen andere zu diskreditieren, und selbst Unsinn behauptest? Und wenn du das nicht auf Anhieb verstehst, sondern diese unbelegten Vorwürfe und Behauptungen „stereotyp“ wiederholst, dann muss man den Einwand eben solange wiederholen bis du es verstehst.

  5. Natürlich ist solch ein KFZ für den Individualverkehr ideal. Meist sitzt nur einer Drin und die Parkplatzsuche sollte bei der Größe auch kein Problem sein. Wenn dann der Urlaub ansteht, kann man sich ja ein Luxus KFZ mieten. Das ist allemal kostengünstiger als den Familien SUV das ganze Jahr zu nutzen.

  6. Interessant ist die Frage:
    Was bleibt von diesem Auto im Fall eines Unfalls übrig – sprich:
    Wie steht es um die passive Sicherheit für die Insassen?
    So etwas wie eine Airbag kann ich auf den Fotos nicht erkennen – und auch sonst erinnert mich die Ausführung der Karosserie an das Spielzeug aus einem Überraschungs-Ei.
    Aber ich lasse mich da gern eines Besseren überzeugen.

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