Sprudelwasser: Ist Wasser mit Kohlensäure ungesund?

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Ausreichend zu trinken ist wichtig – aber was ist besser: stilles Wasser oder Sprudelwasser? Eine verbreitete Annahme: Wasser mit Kohlensäure ist ungesünder, weil es die Zähne angreifen, den Bauch aufblähen und dick machen soll. Aber stimmt das?

Egal ob in der Apfelschorle oder pur: Wasser mit Kohlensäure ist in Deutschland beliebt. Der Sprudel entsteht, wenn Kohlenstoffdioxid (CO2) sich mit Wasser (H2O) verbindet. In Gegenden, in denen früher Vulkane aktiv waren, kann sich Kohlensäure (H2CO3) auf natürliche Weise bilden. Für die meisten Flaschenwasser aus dem Supermarkt wird CO2 mit Druck in Flaschen gepresst.

Eine Besonderheit von Wasser mit Kohlensäure: Es hat einen niedrigeren pH-Wert. Laut Stiftung Warentest liegt sein pH-Wert bei etwa 5,3, stilles Wasser hat den neutralen pH-Wert von 7. Wasser mit Kohlensäure ist also leicht sauer – das ist einer der Gründe, warum es ungesünder sein soll.

Sprudelwasser und die Zähne

Die Säure im Mineralwasser soll den Zahnschmelz angreifen, liest man immer wieder. Ein geschwächter Zahnschmelz ist wiederum anfälliger für Karies. Die amerikanische Zahnarzt-Vereinigung (American Dental Association) widerspricht diesem Argument – sie hält Mineralwasser mit Kohlensäure für unbedenklich.

Dabei beruft sie sich auf eine Studie, in der Experimente mit Zähnen in stillem Wasser und Wasser mit Kohlensäure durchgeführt wurden. Der Zahnärzte-Vereinigung zufolge ließ sich kein Unterschied im Effekt der beiden Wasserarten feststellen.

Eine Studie aus dem „Koreanischen Journal für Kieferorthopädie“ kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass Mineralwasser ein Risiko für geätzten oder versiegelten Zahnschmelz sein kann. Der Sprudel könne demnach die Mikrohärte der Zahnschmelz-Oberfläche beeinträchtigen und Material von Versiegelungen oder Plomben lösen. Stiftung Warentest hingegen sagt, Kohlensäure sei zu flüchtig, um die Zähne anzugreifen.

Macht Wasser mit Kohlensäure dick?

Mineralwasser sorgt ebenfalls für die Triebkraft.
Mineralwasser und das Gewicht. (Foto: CC0 / Pixabay / manfredrichter)

Ein Gerücht, das sich vor allem in Frauenmagazinen hält: Wer Wasser mit Kohlensäure trinkt, nimmt leichter zu. Auf diesen Zusammenhang deutet eine Studie aus dem Jahr 2017 hin. Demnach regt Kohlensäure die Produktion des Hormons Ghrelin an, was den Appetit anregen soll. Die Wissenschaftler haben für ihre Studie jedoch nur mit Ratten und 20 Studenten geforscht. Die Ergebnisse sind damit nicht aussagekräftig, meint Stiftung Warentest. Bislang gibt es noch keinen zuverlässigen Nachweis, dass Sprudelwasser tatsächlich dick macht.

Ist Sprudelwasser schlecht für den Magen?

Wer Sprudelwasser trinkt, nimmt ein Gas auf (CO2) – und das muss wieder raus. Laut dem NDR gelangt ein Teil davon über den Verdauungstrakt ins Blut und wird dann über die Lunge abgeatmet. Der Rest entweiche über Aufstoßen und Blähungen. In der Regel ist das unproblematisch – Sprudelwasser ist deswegen nicht ungesünder.

Für Personen, die unter Sodbrennen leiden, könne Mineralwasser jedoch einen unangenehmen Nebeneffekt haben: Beim Aufstoßen kann Magensäure in die Speiseröhre gelangen und so zu Sodbrennen führen. Auch die Verbraucherzentrale Thüringen rät: Menschen mit empfindlichen Mägen sollten Wasser ohne oder nur mit wenig Kohlensäure trinken.

Egal ob Wasser mit oder ohne Kohlensäure: Lieber kein Plastik

Stiftung Warentest: Leitungswasser besser als Mineralwasser
Sprudelwasser lässt sich auch aus Leitungswasser herstellen. (Foto: © verdateo - Fotolia.com)

Wasser mit Kohlensäure macht nicht dick und ist auf keinen Fall ungesund. Für Menschen mit empfindlichem Magen kann es allerdings unangenehme Symptome hervorrufen, die jedoch nicht gefährlich sind. Aber egal ob Sprudelwasser oder stilles Wasser – wichtig ist vor allem eins: Kein Wasser aus Plastikflaschen trinken.

Verschiedene Studien haben Mikroplastik in Wasser aus Plastikflaschen nachgewiesen (Studie aus New York und Münster). Welchen Effekt die winzigen Plastikpartikel auf die Gesundheit haben, ist noch nicht erforscht. Außerdem sind Plastikflaschen eine Belastung für die Umwelt.

Glasflaschen sind allerdings nicht automatisch die bessere Wahl. Da sie so schwer sind, ist ihr Transport energieintensiver. Bei Flaschenwasser hat regionales Wasser in Mehrweg-Glasflaschen noch die beste Klimabilanz. Noch umweltfreundlicher ist jedoch Leitungswasser – das man in Deutschland bedenkenlos trinken kann. Wer auf Sprudel nicht verzichten mag, kann sich einen Wassersprudler zulegen.

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(1) Kommentar

  1. Eines der wichtigsten Argumente habt Ihr im Artikel vergessen. Menschen, welche unter hohem Stress und Zeitdruck stehen, neigen zur Übersäuerung. Da ist es nicht hilfreich zusätzlich auch noch saures Wasser zu trinken!

    Zum Neutralisieren gibt es z.B. Basentee oder lösliches Basenpulver.

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