Für Kokosmilch und Co: Wie Affen als Erntehelfer missbraucht werden

Foto: Screenshot Peta Deutschland

Die Tierschutzorganisation Peta hat ein Video veröffentlicht, das erschreckende Szenen zeigt: Zu sehen ist, wie angekettete Affen Kokosnüsse von Palmen holen. Aus den Nüssen werden Kokosmilch, Kokoswasser und andere Kokosprodukte hergestellt, die auch in Deutschland verkauft werden.

Kokosmilch ist eine beliebte vegane Alternative zu Sahne. Allerdings ist auch sie nicht immer frei von Tierleid, wie Recherchen von Peta Asien zeigen. Der Tierschutzorganisation zufolge setzen Kokosfarmen in Thailand Affen als Erntehelfer ein. Die Affen werden dafür von ihren Artgenossen getrennt, misshandelt und ausgebeutet, schreibt Peta.

Augenzeug*innen der Tierschutzorganisationen haben in Thailand acht Kokosfarmen besucht, auf denen Affen Kokosnüsse von den Bäumen holen. Außerdem haben sie sich mehrere Trainingseinrichtungen für Affen sowie einen Kokosnuss-Pflückwettbewerb angesehen. Videoaufnahmen auf Youtube zeigen, wie die Affen in solchen Betrieben leiden:

Die Affen sammeln bis zu 1.000 Kokosnüsse

Wie zu sehen ist, tragen die Affen ein Halsband, an dem sie angeleint sind – so können sie nicht entkommen. Die Affen klettern Palmen hoch und versuchen, Kokosnüsse zu lösen, bis sie herunterfallen. Offenbar wurde ihnen genau beigebracht, was sie zu tun haben. Peta zufolge sammeln die Tiere täglich bis zu 1.000 Kokosnüsse.

Wenn sie gerade keine Kokosnüsse ernten, werden die Tiere an Pfeilen oder anderen Gegenständen angebunden. Die Leine ist dann so kurz, dass sie nur ein paar Schritte gehen können. Das Video zeigt Affen, die wie wild hin und her laufen. „Viele [Affen] werden schier verrückt“, kommentiert Peta. Manche von ihnen beißen sich aus Verzweiflung in die eigenen Gliedmaßen.

Affen brauchen sozialen Kontakt

Affen sind soziale Tiere – sie leben normalerweise in Gruppen und interagieren mit ihren Artgenossen. Auf den Kokosfarmen können sie das offenbar nicht. Wie im Video zu sehen ist, werden die Tiere auf Abstand zueinander gehalten. Um die Tiere für ihre „Arbeit“ zu trainieren, werden sie Peta zufolge bereits als Babys von ihren Familien getrennt. Affen, die sich wehren, werden die Reißzähne gezogen. Um mit den Tieren noch mehr Geld zu verdienen, lassen einige Trainer*innen ihre Affen zusätzlich in zirkusähnlichen Vorstellungen auftreten.

Affen als Erntehelfer: Diese Marken verkaufen auch in Deutschland

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Es gibt gute Alternativen zu Kokosöl und Co. (Foto: CC0 / Pixabay / DanaTentis)

Auf einer Farm erfuhr ein Augenzeuge von Peta Asien, dass der Betrieb die Marken „Aroy-D“ und „Chaokoh“ beliefere. Beide Marken verkaufen unter anderem Kokosmilch und Kokoswasser – auch in Deutschland. Ein Insider der Industrie habe Peta gesagt, es gebe kaum ein thailändisches Kokosnussprodukt, für das kein Affe die Nuss habe pflücken müssen.

Peta empfiehlt daher, keine Kokosprodukte aus Thailand zu kaufen. In anderen Anbaugebieten wie Brasilien, Kolumbien und Hawaii werden der Organisation zufolge keine Affen als Erntehelfer eingesetzt. Aber auch bei ihnen bleibt ein weiterer entscheidender Nachteil von Kokosprodukten: die extrem langen Transportwege mit entsprechend hohem CO2-Ausstoß.

Utopia meint: Das Video von Peta ist bedrückend. Kokosprodukte sollte man ohnehin wie andere Tropenfrüchte selten und idealerweise aus fairem Bio-Anbau kaufen. Für viele Gerichte ist Kokos gar nicht nötig – es gibt genug heimische Alternativen: Raps- oder Sonnenblumenöl statt Kokosöl, Hafer-Sahne statt Kokosmilch oder Honig statt Kokosblütenzucker. Mehr dazu:

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(1) Kommentar

  1. Prinzipiell sehe ich kein Problem in der Zusammenarbeit mit Tieren, eher mit der Zusammenarbeit mit Maschinen 😉
    Aber um so größer der Markt, so scheint es, desto schlimmer werden auch die Methoden der Ausbeutung für die Tiere.
    Es kommt mir jedenfalls so vor, als ob Tiere früher generell mehr geschätzt wurden und heute nur noch als Arbeitsmaschinen angesehen werden, so wie wir. – Alles muss mit dem Takt der Maschinen mithalten. Alles nur für eine maximale „Effizienz“ und ein exquisites Luxusleben weniger Privilegierter…