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Für Kokosmilch und Co: Wie Affen als Erntehelfer missbraucht werden

Foto: Screenshot Peta Deutschland

Die Tierschutzorganisation Peta hat 2020 ein Video veröffentlicht, das erschreckende Szenen zeigt: Zu sehen ist, wie angekettete Affen Kokosnüsse von Palmen holen. Aus den Nüssen werden Kokosmilch, Kokoswasser und andere Kokosprodukte hergestellt, die auch heute noch in Deutschland verkauft werden.

Kokosmilch ist eine beliebte vegane Alternative zu Sahne. Allerdings ist auch sie nicht immer frei von Tierleid, wie Recherchen von Peta Asien zeigen. Der Tierschutzorganisation zufolge setzen Kokosfarmen in Thailand Affen als Erntehelfer ein. Die Affen werden dafür von ihren Artgenossen getrennt, misshandelt und ausgebeutet, schreibt Peta.

Tierschützer:innen haben in Thailand acht Kokosfarmen besucht, auf denen Affen Kokosnüsse von den Bäumen holen. Außerdem haben sie sich mehrere Trainingseinrichtungen für Affen sowie einen Kokosnuss-Pflückwettbewerb angesehen. Videoaufnahmen auf Youtube zeigen, wie es dem Affen in solchen Betrieben ergeht:

Die Affen sammeln bis zu 1.000 Kokosnüsse

Wie zu sehen ist, tragen die Affen ein Halsband, an dem sie angeleint sind,– so können sie nicht entkommen. Die Affen klettern Palmen hoch und versuchen, Kokosnüsse zu lösen, bis sie herunterfallen. Offenbar wurde ihnen genau beigebracht, was sie zu tun haben. Peta zufolge sammeln die Tiere täglich bis zu 1.000 Kokosnüsse.

Wenn sie gerade keine Kokosnüsse ernten, werden die Tiere an Pfeilen oder anderen Gegenständen angebunden. Die Leine ist dann so kurz, dass sie nur ein paar Schritte gehen können. Das Video zeigt Affen, die wie wild hin und her laufen. „Viele [Affen] werden schier verrückt“, kommentiert Peta. Manche von ihnen beißen sich aus Verzweiflung in die eigenen Gliedmaßen.

Affen brauchen sozialen Kontakt

Affen sind soziale Tiere, sie leben normalerweise in Gruppen und interagieren mit ihren Artgenossen. Auf den Kokosfarmen können sie das offenbar nicht. Wie im Video zu sehen ist, werden die Tiere auf Abstand zueinander gehalten. Um die Tiere für ihre „Arbeit“ zu trainieren, werden sie Peta zufolge bereits als Babys von ihren Familien getrennt. Affen, die sich wehren, werden die Reißzähne gezogen. Um mit den Tieren noch mehr Geld zu verdienen, lassen einige Trainer:innen ihre Affen zusätzlich in zirkusähnlichen Vorstellungen auftreten.

Affen als Erntehelfer: Diese Marken verkaufen auch in Deutschland

Es gibt gute Alternativen zu Kokosöl und Co. (Foto: CC0 / Pixabay / DanaTentis)

Auf einer Farm erfuhr ein Augenzeuge von Peta Asien, dass der Betrieb die Marken „Aroy-D“ und „Chaokoh“ beliefere. Beide Marken verkaufen unter anderem Kokosmilch und Kokoswasser – auch in Deutschland. Ein Insider der Industrie habe Peta gesagt, es gebe kaum ein thailändisches Kokosnussprodukt, für das kein Affe die Nuss habe pflücken müssen.

Im deutschen Einzelhandel gibt es laut Peta auch im Jahr 2022 Unternehmen, die Produkte von Chaokoh und weiteren affenausbeuterischen Marken anbieten, darunter:

  • Edeka
  • Globus
  • Metro
  • Coop

Auch HelloFresh führe Kokosprodukte mit Affenarbeit im Sortiment, wie Peta proklamiert. Die Tierrechtsorganisation fordert das Unternehmen deshalb öffentlich dazu auf, keine thailändische Kokosmilch mehr zu nutzen.

Die Lebensmittelketten Lidl und Familia haben Peta zufolge versichert, dass für die Kokosmilch der Eigenmarke keine Affen zum Einsatz kommen. Bei Rewe und Tegut sei nach Gesprächen mit Peta die Entscheidung gefallen, die fragliche Marke aus dem Sortiment zu nehmen, so die Tierschutzorganisation.

Peta empfiehlt generell Konsument:innen, keine Kokosprodukte aus Thailand zu kaufen. In anderen Anbaugebieten wie Brasilien, Kolumbien und Hawaii werden der Organisation zufolge keine Affen als Erntehelfer eingesetzt. Aber auch bei ihnen bleibt ein weiterer entscheidender Nachteil von Kokosprodukten: die extrem langen Transportwege mit entsprechend hohem CO2-Ausstoß.

Utopia meint: Das Video von Peta ist bedrückend. Kokosprodukte sollte man ohnehin wie andere Tropenfrüchte selten und idealerweise aus fairem Bio-Anbau kaufen, wobei laut Peta auch eine Bio-Zertifizierung keine Garantie darstelle. Für viele Gerichte ist Kokos gar nicht nötig, denn es gibt genug heimische Alternativen: Raps- oder Sonnenblumenöl statt Kokosöl, Hafersahne statt Kokosmilch. Mehr dazu:

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