Erdbeeren mit Pestiziden als „bio“ verkauft

Foto: CC0/Pixabay/maxmann

Wo bio draufsteht, ist auch bio drin? Bei 40 Tonnen importierten Erdbeeren aus der Türkei war das offenbar nicht der Fall. Laboranalysen zeigen, dass die Früchte Pestizid-Wirkstoffe enthielten.

Damit ein Nahrungsmittel das Bio-Siegel tragen darf, muss es ökologisch produziert worden sein. Das heißt: keine künstlichen Pestizide, keine Gentechnik, keine chemischen Dünger. Immer wieder fallen jedoch vor allem bei importierten Bio-Produkten Unregelmäßigkeiten auf – genauer gesagt: werden Zweifel laut, ob bio-zertifizierte Lebensmittel wirklich den Bio-Kriterien entsprechen.

So auch ein aktueller Fall mit tiefgefrorenen Erdbeeren aus der Türkei, über den Taz online berichtet. Laut dem Nachrichtenportal hat ein türkisches Unternehmen konventionelle Erdbeeren als Bio-Früchte nach Deutschland exportiert. Bei Laboranalysen sei der mutmaßliche Betrug entdeckt worden.

Verdacht auf Lebensmittelbetrug

Erdbeeren und Wasserverbrauch
Erdbeeren im Treibhaus (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de - Juergen64)

Demnach fand das Labor in den Früchten rund 25 Pestizidwirkstoffe, die im Ökolandbau verboten sind. Allerdings hätten nur zwei Pestizid-Messwerte über den Richtwerten des Bundesverbands Naturkost Naturwaren gelegen. Die EU-Kommission spreche trotzdem vom Verdacht auf Lebensmittelbetrug.

Insgesamt gehe es um 40 Tonnen Erdbeeren, die im September geliefert worden seien. Die Erdbeeren sollten der Taz zufolge nicht einzeln an Endkunden verkauft werden, sondern waren für Müslis, Früchtetees oder Snacks vorgesehen.

Kontrolle von Bio-Lebensmitteln

Ob die Richtlinien für Bio-Landwirtschaft eingehalten werden, prüfen private Ökokontrollstellen. Im Fall der Erdbeeren aus der Türkei war das laut Taz die Kontrollstelle Kiwa BCS aus Nürnberg. Das Problem: Die Kontrollunternehmen werden selbst nur selten kontrolliert – daserste.de berichtet von gerade mal sechs Überprüfungen pro Jahr.

Wenn eine Kontrollstelle nicht richtig arbeitet, fallen Defizite nicht so schnell auf. Die mit Pestiziden verunreinigten Erdbeeren aus der Türkei entdeckte laut Taz auch nicht die zuständige Kontrollstelle, sondern ein Importeur. Er war derjenige, der die Ware ins Labor schickte.

Regional kaufen und selber machen

Wer sicher sein möchte, dass bio auch wirklich bio ist, sollte lieber regionale Lebensmittel einkaufen. Da die langen Transportwege entfallen, sind solche Nahrungsmittel auch umweltfreundlicher. Bei Produkten wie Müsli oder Joghurt dagegen steht in aller Regel nicht auf der Verpackung, woher die Zutaten stammen. Wer hier auf der sicheren Seite sein möchte, macht so viel wie möglich selbst.

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(1) Kommentar

  1. „Wer sicher sein möchte, dass bio auch wirklich bio ist, sollte lieber regionale Lebensmittel einkaufen.“ Dem kann ich nur zustimmen, vor allem da man damit auch ein paar Treibhausgase sparen. Zudem sollte man sich langsam wieder daran gewöhnen saisonaler zu essen.

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