Neuer Trend: Tampons mit CBD-Öl gegen Menstruationsbeschwerden

Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay und Colourbox.de

Cannabidiol statt Schmerzmittel: Tampons mit CBD-Wirkstoff sollen Unterleibsschmerzen während der Periode auf natürliche Weise lindern. In den USA gibt es bereits entsprechende Tampons zu kaufen, hierzulande kann man sie mit CBD-Öl selbst herstellen. Aber ist das überhaupt eine gute Idee?

Bauchschmerzen, Krämpfe, Übelkeit: Während der Periode kommen bei vielen Frauen mehrere Symptome zusammen. Die einen nehmen Magnesium ein, die anderen greifen zur Wärmflasche oder schlucken Tabletten, um die Schmerzen zu bekämpfen. Ein hierzulande bisher weniger bekanntes natürliches Schmerzmittel sollen Cannabidiol-Tampons (CBD-Tampons) sein.

Cannabidiol soll eine krampflösende und schmerzstillende Wirkung haben – einige Frauen nehmen daher CBD-Öl ein, um Menstruationsbeschwerden zu stillen. Noch direkter soll die Wirkung sein, wenn das CBD über einen Tampon in den Körper gelangt.

CBD-Tampons sind in Deutschland nicht zugelassen

CBD-Tampons, Zäpfchen, Cannabidiol(Foto: © Foria)
Die CBD-Zäpfchen von Foria.

In den USA verkauft die amerikanische Firma „Foria“ CBD-Tampons, die neben Cannabidiol auch Kakaobutter und THC enthalten. THC ist die psychoaktive Substanz, die in Hanfpflanzen für die berauschende Wirkung sorgt. Die „Tampons“ saugen allerdings kein Blut auf, sondern funktionieren wie Vaginalzäpfchen. Sie werden vor dem regulären Tampon eingeführt. Nach der Anwendung soll man etwa 15 Minuten warten, bis das CBD seine Wirkung entfaltet.

Solche CBD-Zäpfchen können tatsächlich Schmerzen lindern, sagt Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Allerdings befürchtet er einen Nebeneffekt: „Es ist davon auszugehen, dass die schmerzstillende Wirkung dieser Zäpfchen – zumindest bei norm- oder untergewichtigen Frauen – mit einer Dosis erreicht wird, die auch psychotrop wirkt.“ Die Präparate können also die Psyche ähnlich wie Cannabis beeinflussen. In Deutschland sind solche Zäpfchen daher nicht zugelassen, eine Behandlung mit ihnen könnte laut Albring unter das Betäubungsmittelgesetz fallen – also als Drogenkonsum gelten.

CBD-Öl auf Tampons tröpfeln?

Hierzulande kann man CBD-Tampons selber herstellen, das empfehlen zumindest Frauenzeitungen wie „Elle“. Bei Regelschmerzen solle man zwei bis drei Tropfen CBD-Öl auf ein Tampon träufeln und dieses dann wie gewohnt verwenden. Der Effekt soll vier bis sechs Stunden halten, schreibt „Elle“.

Dr. Albring hält von dieser Vorgehensweise jedoch wenig. Die Dosis sei zu niedrig, um Schmerzen lindern zu können. „Wenn Öl auf einen normalen Tampon getropft wird, wird dieses Öl zusammen mit dem Blut in den Tampon aufgesogen. Abgesehen davon, dass Öl das Scheidenmilieu stört, ist eine medikamentöse Wirkung von CBD-Öl bei einem solchen Vorgehen eher unwahrscheinlich, und eine Schmerzlinderung vielleicht als Placebo-Effekt erklärbar.“

Utopia meint: CBD-Öl, -Getränke, -Kosmetik, –Kaugummi oder jetzt eben CBD-Tampons: Es kommen immer mehr Produkte mit Cannabidiol auf den Markt. Kein Wunder – CBD werden viele positive Eigenschaften nachgesagt. Es soll nicht nur schmerzstillend und entzündungshemmend wirken, sondern auch beruhigend und angstlösend. Allerdings sollte man nicht jeden neuen CBD-Trend mitmachen – CBD-Öl auf Tampons ist im besten Fall wirkungslos, im schlechtesten Fall verursacht es Infektionen.

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