Periodenunterwäsche: Wie empfehlenswert sind Period Panties?

Foto: https://ooshi-berlin.de/

Periodenunterwäsche verspricht, herkömmliche Menstruationsprodukte zu ersetzen, ohne dabei auf Komfort und Sicherheit zu verzichten – und soll dabei noch gut aussehen. Was dahinter steckt, berichten wir in diesem Artikel.

Wie Periodenunterwäsche funktioniert

Ungefähr ein Viertel der Weltbevölkerung menstruiert und eine Frau in Deutschland braucht im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 12.000 Tampons. Grund genug, alternative Monatshygiene unter die Lupe zu nehmen.

Bei Periodenunterwäsche handelt es sich um Unterhosen mit integrierter Slipeinlage, die aus mehreren Schichten besteht:

  • Die erste Lage sorgt dafür, dass du dich immer trocken fühlst und leitet die Flüssigkeit ins Innere der Unterhose.
  • Danach folgt eine antibakterielle und absorbierende Schicht. Biozide sollen verhindern, dass sich Bakterien vermehren und unangenehme Gerüche entstehen. Außerdem saugt die Schicht, je nach Hersteller und Modell, die Menge von ein bis drei Tampons deiner Blutung auf.
  • Die äußerste Lage besteht aus einer flüssigkeitsundurchlässigen Membran, damit deine Hose wirklich fleckenfrei bleibt. 

Alle Modelle bestehen im Schritt aus schwarzem Stoff, um unschönen Flecken vorzubeugen. Die Zusammensetzung der Schichten variiert je nach Modell, jedoch verwenden alle Hersteller neben Baumwolle auch Kunststofffasern. Das ist besonders problematisch beim Waschen, da diese Mikroplastik ins Wasser abgeben. Das macht das Produkt nur bedingt nachhaltiger. 

Tipp: Um das Mikroplastik aus deiner Wäsche zu reduzieren, könntest du Guppyfriend ausprobieren. Das ist ein Wäschebeutel, der Mirkroplastik auffangen soll.

Grundsätzlich kannst du Periodenunterwäsche bei 40 Grad zusammen mit deiner restlichen Kleidung waschen. Allerdings solltest du sie vorher kalt ausspülen und auf Weichspüler und Bleichmittel, sowie den Einsatz von Trockner und Bügeleisen verzichten.

Was es bei Period Panties zu bedenken gibt

Periodenunterwäsche als Backup für herkömmliche Menstruationsprodukte
Periodenunterwäsche als Backup für herkömmliche Menstruationsprodukte
(Foto: CC0 / Pixabay / PatriciaMoraleda)

An leichten Tagen oder bei einer schwachen Blutung kannst du laut Hersteller ganz auf Periodenunterwäsche umsteigen. Ist deine Periode stärker, solltest du auf jeden Fall zusätzlich auf andere Auffangmethoden zurückgreifen, etwa die Menstruationstasse oder Tampons.

Wenn du bei einer stärkeren Blutung ganz auf herkömmliche Menstruationsprodukte verzichten möchtest, empfehlen Hersteller, die Unterhose spätestens alle sechs Stunden zu wechseln. Wenn du unterwegs bist, solltest du am besten eine wiederverwendbare Tüte dabei haben, um die getragene Unterhose sicher zu verstauen.

Von außen sieht die Periodenunterhose wie normale Unterwäsche aus. Lediglich im Schritt sind die Unterhosen ein bis zwei Millimeter dicker. Die Hersteller bieten verschieden geschnittene Modelle an, die meisten davon bestehen überwiegend aus Baumwolle. So sind sie angenehm am Körper zu tragen. Die Kosten liegen, je nach Hersteller bei etwa 20 bis 40 Euro.

Wenn dir das in der Anschaffung zu teuer ist und du lieber etwas selber machen möchtest, kannst du auch deine eigenen Stoffbinden nähen. So kannst du auch Mikroplastik vermeiden, indem du auf die Art des Stoffs achtest.

Nach Herstellerangaben kann Periodenunterwäsche bis zu zwei Jahre lang getragen werden, ohne dass sie dabei ihre antibakterielle Wirkung verliert. Dadurch sind die Unterhosen im Vergleich zu Tampons und Binden deutlich nachhaltiger, ähnlich wie die Menstruationstasse. Beide Produkte helfen dir dabei, Müll zu reduzieren.

Wichtig zu wissen ist, aus welchen Bioziden die antibakterielle Schicht ist. Stoffe wie Zinkpyrithion oder Silberchlorid stehen schon länger in der Kritik, da sie in Verdacht stehen, die Fruchtbarkeit zu gefährden beziehungsweise Allergien hervorzurufen.

Wo du Periodenunterwäsche bekommst

Das Konzept der Periodenunterwäsche stammt aus den USA und wird dort schon seit mehreren Jahren erfolgreich vermarktet. Von dort kannst du sie auch online bestellen. Inzwischen gibt es jedoch auch in Europa Unternehmen, die Periodenunterwäsche produzieren und vertreiben.

Diese Unternehmen solltest du kennen:

Ooshi: Nachhaltige Periodenunterwäsche aus Berlin

Periodenunterwäsche aus Deutschland: ooshi
Periodenunterwäsche aus Deutschland: ooshi
(Foto: https://ooshi-berlin.de/)

Das deutsche Start-Up ooshi gibt es erst seit 2018. Es steht vor allem für natürliche Materialien und eine verantwortungsvolle Produktion.

  • Membranen aus Polyester/Polyurethan, sonst hauptsächlich Baumwolle, Merino-Wolle
  • antibakterielle Wirkung durch Silberchlorid und Zinkpyrithion, keine Nano-Partikel
  • hergestellt in Portugal
  • GOTS-zertifiziert
  • Preise: 30-45 Euro, ab drei Hosen gibt es Mengenrabatte
  • erhältlich auf der Website

Thinx: Periodenunterwäsche und soziales Engagement

Periodenunterwäsche von thinx
Periodenunterwäsche von thinx
(Foto: https://www.shethinx.com/)

Das Unternehmen aus New York setzt sich dafür ein, dass Frauen und Mädchen in aller Welt über die Menstruation aufgeklärt werden.

  • Membranen aus Polyester, sonst v.a. Baumwolle (z.T. bio) und Nylon
  • verschiedene Stärken (entsprechen 0,5-4 Tampons)
  • keine Angaben zur Verwendung von Bioziden
  • hergestellt in Sri Lanka, nach eigenen Angaben faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Produktion
  • Preise: 22-36 Euro, Funktionsunterwäsche teurer, zzgl. Zoll
  • erhältlich auf der Website

Femtis: Pionier für biozidfreie Periodenunterwäsche aus Deutschland

Biozidfreie Period Panty von femtis
Biozidfreie Period Panty von femtis
(Foto: https://femtis.de/)

Eigenen Angaben zufolge war femtis – PERIOD PANTIES der erste deutsche Onlineshop für Periodenunterwäsche, er ging im September 2018 online.

  • aus Baumwolle, Viskose, Nylon und Polyester, Membran aus Polyester und Polyurethan
  • verschiedene Stärken (1-3 Tamponladungen)
  • vegan, ohne Biozide wie Silberchlorid oder Zinkpyrithion, wirkt durch Schichtsystem
  • keine Angaben zur Herstellung
  • femtis unterstützt Aufklärungsarbeit von Jugendberatungsstellen im deutschsprachigen Raum
  • Preise: 27-32 Euro, Mengenrabatt ab drei Hosen
  • erhältlich auf der Website

Kora Mikino: Nachhaltige Periodenunterwäsche für starke Tage

Nachhaltige Periodenunterwäsche aus Berlin von Kora Mikino
Nachhaltige Periodenunterwäsche aus Berlin von Kora Mikino
(Foto: https://koramikino.de/)

Das Label Kora Mikino aus Berlin hat 770 Frauen zu ihrer Erfahrung mit Periodenunterwäsche befragt und anhand dessen zwei Modelle designt, die auch bei einer starken Blutung helfen sollen.

  • aus Modal (aus zertifiziertem Buchenholz) und Polyester
  • wirkt antibakteriell durch Silberchlorid
  • hergestellt in der Schwäbischen Alb und an anderen europäischen Standorten
  • Peta-Vegan-zertifiziert
  • Preis: 33 Euro
  • erhältlich auf der Website

Fazit zur alternativen Monatshygiene

Für die Monatshygiene gibt es kein Patentrezept. Ob die Periodenunterwäsche für dich funktioniert, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Stärke und der Dauer deiner Menstruation ab. Bei einer leichten Blutung kann sie deine bisherige Routine ersetzen und dir so ein neues Freiheitsgefühl geben, während sich die Unterwäsche bei stärker Blutung gut als Backup einsetzen lässt.

Aus ressourcensparender Sicht ist Periodenunterwäsche im Vergleich zu herkömmlichen Menstruationsartikeln wie Binden und Tampons empfehlenswert, da sie deutlich weniger Müll produziert. Allerdings geben Period Panties beim Waschen Mikroplastik und die Biozide der antibakteriellen Schicht ins Wasser ab. Das ist sowohl für den Menschen als auch für unser Grundwasser und die Meere bedenklich. Du solltest dich also genau über die Art der verwendeten Biozide informieren.

Dem gegenüber steht die Menstruationstasse: Sie produziert weder laufend Müll, noch gibt sie Mikroplastik ab, da sie aus medizinischem Silikon besteht.

Letztendlich ist Periodenunterwäsche eine Ergänzung am Markt für Monatshygiene und eine Möglichkeit, Müll zu vermeiden.

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(2) Kommentare

  1. Ich habe mir selbst Stoffbinden genäht. Da ich nur Baumwollunterwäsche besitze, halten die ein- oder zweifach gefalteten Binden ohne irgendwelche Verschlüsse mindestens so gut wie handelsübliche Damenbinden mit Klebesteifen – die Näharbeit beschränkt sich also auf das Zuschneiden und einmal Umketteln. Ich habe nicht einmal Stoff gekauft, sondern eine kaputte Jogginghose aus dicker Biobaumwolle dafür zerschnitten. Das funktioniert seit über einem Jahr bestens und unfallfrei – ganz ohne „absorbierende“ oder wasserdichte Schichten, Parfumzugabe oder sonstigen Schnickschnack.

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