Diese 6 Hygienefehler macht fast jeder

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Natürlich sollte man es bei der Hygiene nicht übertreiben, zu viel davon kann sogar Allergien verursachen. Allerdings gibt es ein paar Fehler, die die meisten von uns tagtäglich machen ohne es zu merken – und die ziemlich eklig sind.

1. Toilette spülen bei offenem Deckel

Der Klodeckel sollte geschlossen sein – vor allem während des Spülens. Beim Spülvorgang mit offenem Deckel gelangt nämlich ein feiner Nebel aus Toilettenwasser in die Luft – und damit auch Bakterien und Fäkalkeime. Diese können sich auf Oberflächen und Gegenständen um die Toilette herum absetzen: etwa auf Zahnbürsten, Handtüchern oder Kosmetik. Keine angenehme Vorstellung. Aus diesen Grund sollte man übrigens auch das Handy nicht mit auf die Toilette  nehmen!

2. Zahnbürste falsch aufbewahren

Zahnbürste Zahnpasta
Übrigens: Bio-Zahnpasta ist gesünder als konventionelle: https://utopia.de/bestenlisten/die-beste-bio-zahnpasta/ (Foto: CC0 Public Domain)

Die Zahnbürste nehmen wir täglich in den Mund – sie sollte also auf jeden Fall sauber sein. Bei der Zahnbürste machen viele allerdings mehrere Fehler:

  • Zahnputzbecher nicht (oder nicht oft genug) spülen: In dem Becher tummeln sich jede Menge Keime, die sich dort ungehindert ausbreiten können. Den Becher sollte man also regelmäßig gründlich durchspülen.
  • Zahnbürste in einem Schrank aufbewahren: Bakterien verbreiten sich besonders gut in einer feuchten Umgebung. Damit die Zahnbürste nicht zur Keimschleuder wird, sollte sie also möglichst schnell trocknen. In einem geschlossenen Schrank dauert das um einiges länger. Deshalb: Bürste lieber mit dem Kopf nach oben in einem Glas und ohne Abdeckung aufbewahren – und möglichst weit weg von der Toilette.
  • Zahnbürste zu selten wechseln: Alle zwei bis drei Monate ist es Zeit für eine neue Zahnbürste – viele von uns wechseln die Bürste viel zu selten. Wenn man regelmäßig eine neue Zahnbürste verwendet, kommt aber hochgerechnet allerdings auch jede Menge Plastik zusammen, das im Müll landet. Eine umweltschonendere Alternative sind Zahnbürsten aus Holz, zum Beispiel aus Bambus.

3. Schneidebretter aus Plastik statt aus Holz

Holz ist nicht nur umweltfreundlicher als Kunststoff, es kann auch hygienischer sein. Mehrere Studien belegen, dass bestimmte Holzarten antimikrobielle Eigenschaften haben – also Bakterien abtöten können. Bei Schneidebrettern für die Küche empfehlen Experten daher solche aus Holz, denn Plastik kann das nicht leisten.

Ein weiterer Nachteil von Brettern aus Kunststoff: Beim Schneiden können Rillen und Schnittspuren entstehen – dort nisten sich gerne Bakterien ein. Holz hingegen kann quellen und so zumindest kleine Schnitte ausgleichen.

4. Hände falsch waschen

Hände sollte man 20 Sekunden lang waschen – gerne auch mit kaltem Wasser.
Hände sollte man 20 Sekunden lang waschen – gerne auch mit kaltem Wasser. (Illustration: Miro Poferl; Foto: © Sandor Jackal - Fotolia.com)

Der wohl größte Hygienefehler überhaupt – vor allem in der Erkältungs- und Grippezeit: Hände nicht waschen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden rund 80 Prozent der ansteckenden Krankheiten über die Hände übertragen. Aber auch wer seine Hände regelmäßig wäscht, kann dabei einiges falsch machen. Der am weitesten verbreitete Fehler ist, die Hände zu kurz zu waschen. Der BZgA zufolge solle man die Hände mindestens 20 Sekunden lang einseifen. Wichtig ist außerdem, sich anschließend gründlich abzutrocknen, da Erreger feuchte Umgebungen bevorzugen.

Übrigens: Die Temperatur des Wassers spielt für die Beseitigung der Keime keine Rolle. Es ist also genauso wirksam, die Hände mit kaltem Wasser zu waschen – und das spart wertvolle Energie!

5. Lebensmittel zu schnell auftauen

Lebensmittel, die man nicht einfrieren sollte
Achtung beim Auftauen! (Foto: © lyulkamazurkev - Fotolia.com)

Übrig gebliebenes Essen, frisches Obst und Gemüse oder ein Vorrat an Pesto – Lebensmittel einzufrieren ist eine gute Möglichkeit, sie länger aufzubewahren und somit Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Aber Achtung: Wenn die Tiefkühlkost zu schnell auftaut, werden Keime und Bakterien aktiv – und vermehren sich durch die Wärme schneller als sonst. Lebensmittel also nicht bei Zimmertemperatur oder in der Nähe der Heizung auftauen! Auch wenn es länger dauert, gesünder ist es, die Tiefkühlkost in den Kühlschrank oder ein kaltes Wasserbad zu legen.

6. Hände am Geschirrtuch trocknen

Ein weiterer Fehler in der Küche: Mit dem gleichen Tuch sowohl Geschirr, andere Oberflächen und die eigenen Hände abzutrocknen. Auf den Händen tummeln sich jede Menge Keime und Erreger, die beim Abtrocknen auf das Geschirrtuch gelangen. Über das Tuch kommen sie aufs Geschirr und verteilen sich weiter.

Besonders problematisch ist es, sich nach dem Schneiden von Fisch oder Hähnchenfleisch die Hände an einem Tuch abzuwischen – so können sich potentiell gefährliche Bakterien oder Salmonellen verbreiten. Laut einer Untersuchung der amerikanischen Kansas State University gehören Geschirrtücher zu den größten Keimschleudern in der Küche.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Küchenrolle und Wegwerftücher aus Papier die bessere Wahl sind. Man sollte lediglich darauf achten, das Tuch zum Geschirrtrocknen auch wirklich nur dafür zu verwenden – und die Tücher regelmäßig zu waschen.

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(8) Kommentare

  1. Überschrift und Text passen nicht zusammen:

    3. Schneidebretter aus Plastik statt aus Holz

    Holz ist nicht nur umweltfreundlicher als Kunststoff, es kann auch hygienischer sein. Mehrere Studien belegen, dass bestimmte Holzarten antimikrobielle Eigenschaften haben – also Bakterien abtöten können. Bei Schneidebrettern für die Küche empfehlen Experten daher solche aus Holz, denn Plastik kann das nicht leisten.

    Ein weiterer Nachteil von Brettern aus Kunststoff: Beim Schneiden können Rillen und Schnittspuren entstehen – dort nisten sich gerne Bakterien ein. Holz hingegen kann quellen und so zumindest kleine Schnitte ausgleichen.

  2. Genau: Die Überschrift ist irreführend und überhaupt hört sich alles so an, als wären die zwei Worte Holz/Plastik vertauscht worden.
    Obwohl Holz sicher einen besseren Nährboden für Keime bietet, benutze ich persönlich trotzdem lieber Holzbrettchen, weil ich es eklig finde die in Minigröße abgenutzten/-schnittenen Plastikteilchen im Essen zu haben (Holz ist wenigstens ein natürliches Material). Es gibt ja bei längerem Gebrauch im Schneidbereich (meist in der Mitte) immer so eine ‚Delle‘, und das im Brett fehlende Material muss ja irgendwo sein…. Meist in unserem Essen, egal ob Plastik oder Holz! Und da ist mir Holz schon lieber!

  3. Zu Punkt 1, Toilette spülen bei offenem Deckel: Wie soll denn das gehen, wenn man beim „großen Geschäft“ die Bürste benutzen muss ? Steht man nach dem Abputzen auf, schließt den Deckel, spült, macht ihn dann wieder auf, benutzt dann die Bürste, schließt ihn wieder, spült, macht ihn wieder auf und kuckt nach, ob noch was zu sehen ist, wenn ja, schließt ihn wieder , spült, macht ihn wieder auf, und kuckt ob alles weg ist.Und das bei einem langsam selbst schließenden Deckel. Da muss ich dann früher aufstehen, um diese Prozedur durchzuziehen. Oder man schafft sich wieder einen „normalen“ Deckel an…

  4. In der Bildunterschrift schreibt ihr „mindestens 20 Minuten lang Hände waschen“. Das wäre eine enorme Wassermenge! Ich vermute, es sind Sekunden gemeint?

  5. Hallo Utopia-Team,

    zu 3. Schneidebretter aus Plastik statt aus Holz:
    „Mehrere Studien belegen, dass bestimmte Holzarten antimikrobielle Eigenschaften haben – also Bakterien abtöten können.“

    Könnt Ihr bitte nennen, welche Studien das sind?
    Ich möchte mich gerne in dieser Richtung weiter informieren.

    Vielen Dank!
    VG Thor Sten

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