SPD will verbindliche Elektroauto-Quote

Wie grün ist Martin Schulz?
Foto: "43. Bundesparteitag der SPÖ" SPÖ Presse und Kommunkation unter CC BY-SA 2.0

Kommt bald eine Quote für Elektroautos? Wenn es nach Martin Schulz geht: ja! Der SPD-Kanzlerkandidat fordert eine verbindliche Quote für Elektroautos – sie soll der Elektromobilität endlich zum Durchbruch verhelfen.

Elektroautos werden immer beliebter, trotzdem haben sie sich in Deutschland bislang noch nicht so recht durchgesetzt. Von den 62,6 Millionen angemeldeten Kraftfahrzeugen sind nur etwas über 34.000 Fahrzeuge E-Autos (Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamt).

Damit sich das ändert, fordert SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz eine verbindliche Elektroauto-Quote für ganz Europa. Die Quote ist Teil seines „Fünf-Punkte-Plans“ zu Verbesserung des Automobilstandorts Deutschland.

Wie soll die Elektroauto-Quote aussehen?

Wie hoch die Elektroauto-Quote sein soll, hat Schulz dabei noch nicht konkretisiert. Unklar ist außerdem, ab wann sie eingeführt werden könnte und ob sie sich je nach Land unterscheiden würde.

Schulz geht es mit der Quote darum, den Durchbruch für die Elektromobilität zu beschleunigen. „Die deutsche Autoindustrie muss beim Thema Elektroautos deutlich besser werden“, zitiert Süddeutsche Zeitung (SZ) online den Kanzlerkandidaten der SPD.

Schulz kritisierte laut SZ online außerdem die deutschen Autohersteller: Der US-Hersteller Tesla sei hierzulande „viel zu lange belächelt“ worden, diese „Hochnäsigkeit“ könne sich die deutsche Autoindustrie nicht mehr leisten.

Kritik an der Quote

Ob eine verbindliche Quote für Elektroautos wirklich der richtige Weg ist, ist umstritten. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries unterstützt die Idee, auch sie ist für eine „E-Mobilitätsquote“, um den Druck auf die Hersteller zu erhöhen.

Elektroauto-Ladestationen in Oslo
Der Anteil an Elektroautos in Deutschland ist bislang noch vergleichsweise gering. (Foto: BMW i3 electric car von Kārlis Dambrāns unter CC-BY-2.0)

Aus der Union und der FDP kommt hingegen Kritik. „Eine Quote für Elektroautos wäre nichts anderes als Planwirtschaft“, sagte etwa FDP-Generalsekretärin Nicola Beer gegenüber dem Tagesspiegel.

Prämien für Elektroautos

Eines ist jedoch klar: Die Elektromobilität in Deutschland soll wachsen. Das ist auch ein erklärtes Ziel des Diesel-Gipfels von Anfang August.

Um mehr Menschen zum Kauf eines Elektroautos zu bewegen gibt es schon länger eine staatliche Kaufprämie für Elektroautos. Die großen Autobauer bieten außerdem Abwrackprämien für alte Diesel-Autos an. Die Prämien fallen dabei bei den meisten Autobauern am höchsten aus, wenn man den alten Diesel mit einem Elektroauto ersetzt. Das Ziel der Regierung, bis 2020 eine Millionen Elektroautos in Deutschland zu haben, liegt jedoch trotz aller Maßnahmen noch in weiter Ferne.

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(9) Kommentare

  1. In der Tat, nicht nur Diesel, sondern auch Beziner sind endlich zu ersetzten

    n.b: Erdgas / Methan vielleicht noch länger akzeptabler Verbrennungsantrieb, auch weil Methan z.B auch aus “ Windgas “ sein kann (etwa mit Power to Gas Technologie aus Solar- Wind- Wellen- Gezeiten-kraft, Geothermie und anderen EE generierbar – beispielsweise mit offshore Windwellenkraftbojen in extrem wind&wellenreichen Gewässern wie etwa rund um die Faröer Inseln oder mit Solarbojen in der Adria usw – und per Schiff (Schiffe können ebenfalls mit EE fahren) und Bahn dann dezentral verteilbar … auch übrigens für Gaskraftwerke, die dann leicht alle Schwankungen von Wind- Solar- etc Strom ausgleichen können

  2. Jedenfalls :

    Tausende Verkehrsabgas-Tote jährlich allein z.B in Deutschland,
    dazu Klimawandelfolgen und Milliardensummen für Erdöl/Diesel/Benzin-Importe …:

    Längst ist eine ‚Verkehrs-Wende‘ überfällig, (unter anderem) mit Lkw-Maut, attraktiverem ÖPNV und massivem Druck auf die Industrie, endlich preisgünstige, leichte, energiesparende Elektroautos und PlugInHybrid-Autos (Elektro+Methan) oder Wasserstoffantrieb anzubieten.
    .
    Unter anderem wäre ich auch für eine Umbauprämie (nicht mit Abwrackprämie zu verwechseln) – die Kfz mit Verbrennungsmotor transformiert in PlugInHybrid (Elektro+Methan oder Elektro+Wasserstoff) oder reine Wasserstoff- oder Elektro-Fahrzeuge.

    Das Reichweitenproblem von E-Antrieben wäre übrigens längst gelöst, wenn die Politik das schon vor Jahren von einem israelischen Ingenieur (Shai Agassy) entwickelte Konzept schnell austauschbarer Akkus aufgegriffen hätte –
    (zudem gibt es auch Wasserstoff…)

    Zum Argument, bei einer ‚Verkehrswende‘ würden Arbeitsplätze verloren gehen (va bei Zulieferbetrieben für Verbrennungsmotoren) …:
    Nun, ABC Waffen werden heute in vielen Ländern weniger produziert als noch etwa in manchen Dekaden des 20 Jh.s – Abertausende Arbeitsplätze gingen dadurch verloren – Also die Produktion von ABC-Waffen wieder hochfahren??? [klar, ein drastischer Vergleich, aber manchmal hilft das bei Diskussionen]

    Für die dringende nötige Verkehrswende wäre darüber hinaus – mit großzügiger öffenlicher Förderung – (nicht zuletzt in ländl. Regionen mit meist relativ schlechtem ÖPNV Netz) ein Netz an Verleihstationen für Pedelecs, Twikes, E-Bikes (Elektromotorräder) … aufzubauen

    Nicht zuletzt: Würden wir den hohen Verbrauch von Wurst/Fleisch etc in D auf einen Bruchteil (z.B. 10 oder 5 % der heutigen Menge) reduzieren, bräuchten wir nicht nur nicht mehr zusätzlich rieisige Flächen in Übersee für Futtermittelzusätze (Soja etc) sondern hätten sogar noch überschüssige Flächen, auf denen mit PV- Anlagen Strom für Elektro- oder Wasserstoff- oder Methan- Antriebe erzeugt werden könnte (Wasserstoff oder Methan mit bereits erwähnter Power-to-Gas Technologie)

  3. Eigentlich wollte ich auf etliche deiner Argumente näher eingehen. Aber als ich dann deine Ausführungen zu ABC-Waffen las, war es vorbei. Damit hast du dich in meinen Augen selbst für weitere Diskussionen zu diesem Thema disqualifiziert. Ein schönes Wochenende noch.

  4. Es nutzt wenig von Verbrennungsmotoren auf E-autos umzusteigen.
    Für die Produktion des Akkus, z.B. für Tesla, wird soviel CO2 freigesetzt, dass ein Auto mit Verbrennungsmotor 8 Jahre lang fahren kann.
    http://taz.de/Mobilitaetsforscher-ueber-Schulz-Vorstoss/!5433607/

    Zu dem Umstieg gehört auch, und dies ist besonders wichtig, dass nicht jeder ein eigenes Auto fährt. Es braucht „Leihmodelle“, die funktionieren und einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr.

  5. Da kann ich Dir nur zustimmen, smarla!
    Mein Schwiegersohn fährt ein E-auto von Renault.
    Für eine Strecke von 900 km haben sie 17 Stunden benötigt, da die Stecker manchmal nicht passten, die Tankstellen zugeparkt waren von Benzinern, es auf dem Land wenige Schnellladestationen gibt.
    Das hört sich nicht wirklich gut an.

  6. „Das hört sich nicht wirklich gut an.“
    Sollte aber auch nicht wirklich überraschen oder?
    E-Autos sind heute halt noch eher was für Pendler, die keine Möglichkeit haben, öffentlich zu fahren. Aber doch nicht für weitere Strecken.

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