Ribéry-Skandal: Warum Gold essen eine dumme Idee ist

Franck Ribéry goldenes Steak
Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay und Twitter Franck Ribéry

Franck Ribéry hat zurzeit Ärger wegen eines vergoldeten Steaks: Der Fußball-Profi hatte ein Video von dem Steak in seinen sozialen Netzwerken gepostet. Viele User haben die extravagante Mahlzeit kritisiert – Ribéry beleidigte sie daraufhin aufs Übelste. Dabei ist Gold zu essen alles andere als sinnvoll.

Ganze 1.200 Euro soll das mit Blattgold umhüllte Steak aus Ribérys Video gekostet haben. Viel Geld dafür, dass das Gold nur einige Minuten auf dem Fleisch klebt, bevor es gegessen wird. Entsprechend groß war der Shitstorm auf Ribérys Instagram- und Twitter-Account.

Ribéry wiederum beschimpfte seine Kritiker mit üblen Worten: „Lass uns beginnen mit den Neidern, den Hassern, die sicher durch ein löchriges Kondom entstanden sind. F… Eure Mütter, eure Großmütter und sogar euren ganzen Stammbaum.“

Wie Ribéry in seiner Erklärung schrieb, ärgerte es ihn, dass Medien und Kritiker kaum über seine Erfolge oder sein wohltätiges Engagement sprechen, sondern sich mehr für sein Privatleben interessieren – etwa den Preis seiner Mahlzeiten. Aber eigentlich geht es um mehr als das, nämlich um die Frage: Darf man Gold essen, nur weil man es sich leisten kann?

Hier das Video auf Twitter: 

Riesiges Steak von Franck Ribéry

Unabhängig von den moralischen Aspekten dieser Frage ist es nicht unbedingt sinnvoll, vergoldete Speisen zu essen. Gold in Lebensmitteln gilt als Zusatzstoff und wird mit der Bezeichnung „E 175“ deklariert. Das Steak von Ribéry ist jedoch außergewöhnlich, in der Regel werden beispielsweise Pralinen mit Blattgold verziert.

Für den Geschmack bringt das dünne Gold nichts, es hat keinen Eigengeschmack. Reines Blattgold soll unbedenklich für die Gesundheit sein. Ein Risiko besteht jedoch, wenn das Gold mit anderen Metallen verunreinigt ist. Verunreinigtes Gold könnte beispielsweise Aluminium mitführen – und das sollten wir lieber nicht essen.

Viel Aufwand für nichts

Auch wenn reines Gold nicht gesundheitsschädlich ist – es hat auch keinen Nutzen für denjenigen, der es isst. Das Gold wird im Körper nicht verwertet, sondern unverdaut wieder ausgeschieden.

Der einzige Vorteil von vergoldeten Lebensmitteln ist also, dass sie schön anzusehen sind. Sie haben keinen geschmacklichen oder gesundheitlichen Nutzen und können mit anderen Metallen verunreinigt sein. Das Gold wandert einmal durch das Verdauungssystem, bevor es letztendlich im Abwasser landet.

Gold zu essen bedeutet also vor allem: Viel Energie- und Ressourcenaufwand für nichts. Die Goldgewinnung ist aufwändig, häufig kommen dabei umweltschädliche Stoffe zum Einsatz. Unter Lebensgefahr fördern Kleinschürfer das wertvolle Metall aus der Erde. Wir finden, auch wenn man es sich leisten kann: Vergoldete Gerichte für tausende Euro zu essen lässt sich nicht rechtfertigen.

Ähnlich sinnlos: „Shit the Glitter-Pillen“

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(7) Kommentare

  1. Man könnte es freilich auch so interpretieren : Fleisch ist zu kostbar, um es direkt zu konsumieren. Besser, die Eiweiße als Pflanzen zu essen als an Tiere zu verfüttern! – aber das war wohl nicht seine Absicht.

  2. Dass der Mann teure Mahlzeiten genießt, ist in Ordnung und allein seine Sache. Ich gönne jedem gutes Essen. Und eine entsprechend aufwändige Speise aus guten Zutaten ist eben auch entsprechend teuer. Besonders wenn man das gediegene Restaurant drum herum, in dem man als Promi seine Ruhe hat, mitbezahlen muss. Um den Preis geht’s also nicht.
    (Und irgendwie müssen die Millionen, die er verdient, ja auch wieder zurück unter’s Volk).

    Aber so ein vergoldetes Steak ist pure Prahlerei.
    Nichts anderes. Zu keinem anderen Zweck dient es.

    Wie erwähnt, tut es nichts zum Geschmack oder Genuss, sondern dient einfach nur einer simpel gestrickten Gossen-Seele dazu, zu zeigen, dass sie es geschafft hat. Im Prinzip ist auch dass nichts Schlechtes, wenn es mit gebotener Bescheidenheit (eine Eigenschaft von Leuten, die es wirklich geschafft haben) und den richtigen Mitteln geschieht.
    Dies hier ist aber grob, ungeschlacht, und primitiv.

    Außerdem soll der Kerl sich nicht scheinheilig beschweren, dass sich die Medien nur für sein Privatleben interessieren: Er selber hat doch diesen Gold-Unsinn in den Medien verbreitet, anstatt es ungesehen im Privaten passieren zu lassen.

    Es bewahrheitet sich mal wieder der Spruch: „Man kann den Mann aus der Straße heraus bekommen, aber nicht die Straße aus dem Mann“.

  3. Zu bedenken ist allerdings, dass die Menge Blattgold, die auf ein solches Fleischstück paßt 0,5 Gramm nicht überschreiten dürfte, (ca. 3 Blatt Gold 8×8 cm je 0,15 Gramm). Ein Blatt kostet höchstens 2 Euro, da frage ich mich warum jemand so dumm ist, soviel Geld dafür zu bezahlen und die Menge des verzehrten Fleisches mit all seinen Folgen ist wirklich mindestens genauso fragwürdig wie die Blattgoldauflage.

  4. ok, nur mal so: was genau ist daran „schön anzusehen“?

    sieht aus, wie die iso-decken, die wir bei sitzblockaden benutzt haben. die eine seite war gold, die andere silber …

  5. Was für ein Angeber! (hier fehlt ein Kotzsmiley!)
    Hat er die Kopfball Übungen nicht vertragen?
    Hat er den Knochen wenigstens mitgegessen oder was ist mit dem vergoldeten Knochen passiert?

    Konnte er für das Geld nicht einem Kinderprojekt Bälle schenken oder sonst was Richtiges damit anstellen?
    Die Menschen verblöden einfach immer mehr und sowas Dummes wie ein vergoldetes Steak gehört auf der Verblödungsliste sicher unter die ersten 10 Plätze.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.