Hack, Burger, Frikadellen: Wie gut sind die neuen Fleischalternativen von Greenforce?

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Ein Start-Up aus München produziert nachhaltiges Pflanzenfleisch für Burger, Frikadellen und Hack: „Greenforce – Easy to mix“. Wir haben uns die vegane Fleischalternative auf Erbsenbasis näher angeschaut.

Fleischalternativen erobern derzeit die Supermärkte. Der Gedanke hinter all diesen Produkten: Sie wollen Fleisch in Aussehen und Geschmack möglichst ähnlich sein, werden jedoch deutlich umweltfreundlicher und ohne Tierleid produziert.

Von der Marke „Greenforce – Easy to mix“ gibt es mittlerweile fünf Produkte: Die Mischung auf Erbsenbasis zum Anrühren ist für vegane Burger Patties, Frikadellen, Cevapcici, Hack – und ganz neu für Schnitzel erhältlich.

Bei Lidl sind derzeit drei Greenforce-Produkte erhältlich.
Bei Lidl gab es drei Greenforce-Produkte als Aktionsware. (Foto: Utopia.de)

Fertigmischung für Burger & Co.

Thomas Isermann, Gründer des Münchener Start-ups Greenforce, sieht Greenforce als die „europäische Antwort“ auf Beyond Meet, Lidl, der die Produkte als Aktionsware im Sortiment hatte, spricht von der „Food-Revolution“ des Jahres. Grund für uns, uns die Fertigmischung für Burger & Co. genauer anzuschauen:

Wie wird der vegane Fleischersatz zubereitet? Die Fertigmischung wird zu Hause einfach mit Wasser und Öl angerührt, kühl gestellt, geformt und dann in der Pfanne gebacken. Wer mag, kann nach eigenem Gusto zusätzlich Zwiebeln oder weitere Gewürze hinzufügen, im Prinzip sind die Produkte jedoch fertig gewürzt.

Was ist drin? Der Mix auf Erbsenbasis ist vegan, frei von Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern und Soja.

Im Unterschied zu manch anderem Fleischersatzprodukt ist die Zutatenliste beim Burger-Mix relativ kurz (texturiertes Erbsenprotein, Maisgranulat, Reisgranulat, Verdickungsmittel Methylcellulose, Sonnenblumenkerne (teilentölt), Rapsöl, Gewürze, Aromen, Karamellpulver, enzymatisch hydrolysiertes Erbsenprotein, Speisesalz, Rote Bete, Zucker, Raucharoma).

Die Zutatenliste ist relativ kurz. Ohne Aromen kommt das Produkt leider nicht aus.
Die Zutatenliste ist relativ kurz. Ohne Aromen kommt das Produkt leider nicht aus. (Foto: Utopia.de)

Die Zutatenliste ist frei von problematischen Inhaltsstoffen – bis auf die zugesetzten Aromen, ohne die kaum ein Fleischersatzprodukt auszukommen scheint.

Vegan, ohne Soja – und made in Germany

Wo kommt „Greenforce – Easy to mix” her? Die veganen Hack-Produkte sind „made in Germany“, die Rohstoffe kommen allesamt aus Europa. Das spart Transportwege und schont dadurch die Umwelt. Das junge Unternehmen hat seinen Sitz in München.

Das Pulver kommt ohne Kühlung aus, auch das wirkt sich positiv auf die Energiebilanz bei Transport und Lagerung aus.

Was kostet das Pulver? Jedes Tütchen entspricht einer Fleischmenge von etwa 500 Gramm und kostet 4,99 Euro. Damit ist der Fleischersatz deutlich teurer als konventionelles Hackfleisch. Hier ist aber nicht der Fleischersatz zu teuer, sondern das Fleisch zu billig – eine Tatsache, an der sich endlich etwas ändern muss.

Vegane Fleischalternative in Pulverform

Wie schmeckt der Hackfleisch-Ersatz? Hier können wir dir nur das subjektive Urteil unserer Testfamilie bieten: Drei von vier Familienmitgliedern sind begeistert und würden die Frikadellen sofort wieder kaufen. Nummer vier mochte den Geruch nicht. Das Ergebnis erinnert optisch und von der Konsistenz beim Verarbeiten zwar an Fleisch, schmeckt aber anders, leicht rauchig und in jedem Fall weniger fettig.

Greenforce - Easy to mix für Frikadellen im Praxistest
Greenforce – Easy to mix für Frikadellen im Praxistest (Foto: Utopia.de)

Wo gibt es „Greenforce – Easy to mix” zu kaufen? Außer bei Lidl, der die Produkte kürzlich als Aktionsware im Sortiment hatte und derzeit noch Restmengen verkauft, kann man das Pulver auch in einigen Edeka- und Globusmärkten (hier eine Liste) oder direkt im Online-Shop von Greenforce kaufen. Die Produkte werden klimaneutral mit DHL Go Green verschickt.

Wo ist der Haken? Fleischersatz ist eine gute Sache! Hier muss kein Tier für unseren Genuss sterben, für die Produktion werden weniger Ressourcen benötigt – und die Ersatzprodukte erleichtern häufig den Übergang zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung. Nichtsdestotrotz ist Fleischersatz ein verarbeitetes Fertigprodukt, das nur dank vieler Aromen nach dem schmeckt, was wir eigentlich gar nicht essen wollen, nämlich nach Fleisch. Die bessere Alternative wären selbst gemachte Bratlinge aus Gemüse oder Linsen, reiner Tofu oder Produkte aus Seitan. Die schmecken zwar nicht wie Fleisch – lassen sich aber mindestens so lecker und vielseitig zubereiten.

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(2) Kommentare

  1. Sehr schade, dass kein Soja drin ist, oder dass es keine Variante mit Soja gibt. Denn so fallen die vielen gesundheitlich sehr positiven Eigenschaften von Soja weg. Trotzdem sehr interessant.

  2. Ich verstehe es nicht, wieso brauche ich Fleischersatz, wenn ich vegan essen möchte? Soll aussehen wie ein richtiger Burger, soll schmecken wie ein richtiger Burger?
    Ich bin froh, dass es noch “ Allesfresser“ gibt, ein bisschen von allem, aber mit guter Qualität und nicht gespritzt, dafür zahle ich dann gerne angemessen.