Fair Fashion: 7 empfehlenswerte Labels für den Herbst

Herbstmode der Fair Fashion Labels
Fotos: KnowledgeCotton Apparel, Lanius, People Tree, LangerChen

Wahrscheinlich fällt dir jetzt, wo die Tage kälter werden, plötzlich auf, dass du dringend eine Übergangsjacke, warme Pullis oder Schals brauchst. Dann schau dich doch als erstes mal bei diesen trendigen Modelabels um. Hier findest du Kleidung, die nachhaltig und fair gefertigt wurde und die dabei mindestens so gut aussieht wie jede herkömmliche Marke.

Herbstmode von Armedangels – schlichte Pullis, Hoodies und Basics

Einer der Pioniere der nachhaltigen Mode und mittlerweile auch in der „normalen“ Fashion-Szene bekannt: Armedangels. Das Label ist bekannt für seine Basics in bester Qualität– Fairtrade und GOTS zertifiziert. So ist der Rollkragenpullover beispielsweise aus 100% Bio-Baumwolle und in Portugal produziert, der türkisfarbene Strickpulli je zur Hälfte aus kontrolliert biologischer Wolle und Bio-Baumwolle, hergestellt in der Türkei. Unaufgeregte, schlichte Klassiker – Pullis, Hoodies, Jacken, Shirts, Hosen für Frauen und Männer – zu erschwinglichen Preisen findest du bei Armedangels jede Menge.

Die Produkte gibt’s** in vielen Fair Fashion-Läden, im Onlineshop oder zum Beispiel bei Avocado Store.

Faire Herbstmode von Armedangels
Faire Herbstmode von Armedangels. (Foto: Armedangels)

People Tree – einzigartige Kleider, Röcke, Strickpullis

Schon seit zwanzig Jahren ist People Tree in der Fair Fashion Szene für seine bunt gemusterten und grafischen Designs bekannt. In der neuen Kollektion geht’s eher schlicht zu: Im Herbst setzt People Tree auf Karos und Streifen – Muster, die nie aus der Mode kommen. Zum Einsatz kommt vor allem Bio-Baumwolle und Wolle. Alle Teile des GOTS-zertifizierten englischen Labels entstehen übrigens in Handarbeit in ressourcenschonenden Arbeitsprozessen und nach dem Fair Trade Standard. So ist das karierte Kleid handbestickt, der Strickpullover in Handarbeit entstanden und der Bio-Baumwollrock ebenfalls handgewebt.

Die Kleidung von People Tree ist dabei nicht teuer als beliebte Markenkleidung; du bekommst** sie in vielen Öko-Mode-Läden, im eigenen Onlineshop, bei Avocado Store, bei Greenality oder Amazon.

Faire Herbstmode von Peopletree
Faire Herbstmode von People Tree. (Foto: People Tree)

LangerChen – trendige Jacken und Mäntel

LangerChen ist auf die Produktion von fairen Jacken und Mänteln spezialisiert – schon seit 2009 zeigt das Label, dass Produktionsbedingungen in China auch gut und vorbildlich sein können. Das chinesisch-deutsche Unternehmen möchte den Kunden maximale Transparenz bieten und hochwertige Mode herstellen. So entwickelte LangerChen zum Beispiel eine spezielle Softshell, die vor allem aus Naturfasern besteht ohne umweltschädliche Chemikalien (PFC) auskommt, wie sie sonst für konventionelle Funktionskleidung nötig sind. Für seine Jacken und Mäntel verwendet das Label unter anderem Bio-Baumwolle, Bio-Wolle und Lyocell.

Die Herbstkollektion bekommt man online** entweder im Avocado Store, direkt im Shop von LangerChen oder bei Glore.

Faire Herbstmode von LangerChen
Faire Herbstmode von LangerChen. (Foto: LangerChen)

Jan’n June – jung, elegant, ausgefallen

Jan ’n June wurde 2013 von zwei jungen Designerinnen aus Hamburg gegründet und gehört damit ebenfalls noch zu Neulingen. Die Kleidung ist aus recyceltem Polyester oder Bio-Baumwolle (wie zum Beispiel Shirt und Hose unten). In Zukunft möchten die beiden Frauen allerdings mehr recycelte Materialien verwenden als neue Baumwolle – wie bei dem grauen Schal, der zu 80% aus recycelter Baumwolle besteht. Die Materialien kommen aus der Türkei und Indien, sind GOTS oder IVN Best zertifiziert. Produziert wird im polnischen Breslau – dort arbeiten vier Schneiderinnen für das Label, die fair bezahlt werden.

Die Kollektionen von Jan ’n June gibt es im Onlineshop und bei** Avocado StoreLe Shop Vegan.

Faire Herbstmode von Jan 'n June
Faire Herbstmode von Jan ’n June. (Foto: Jan 'n June)

Knowledge Cotton Apparel – lässige Männermode

Das dänische Label Knowledge Cotton Apparel produziert seit 2008 lässige Männerkleidung aus Bio-Baumwolle und anderen nachhaltigen Materialien wie Recycling-Polyester und Wolle. Das Familienunternehmen ist GOTS-zertifiziert. Die Kollektionen werden unter fairen Bedingungen in der Türkei und in Indien produziert. Knowledge Cotton Apparel hat unter anderem schöne, schlichte Hemden und Sweater im Sortiment, besonders gut gefallen uns auch die Jacken aus Bio-Baumwolle und Polyester aus recycelten PET-Flaschen.

Du bekommst die Teile in Eco Fashion-Läden oder online im eigenen Onlineshop, bei** Avocado Store oder Greenality.

Faire Herbstmode von Knowledge Cotton Apparel
Faire Herbstmode von KnowledgeCotton Apparel. (Foto: Knowledge Cotton Apparel)

Zeitlose Herbstmode von Lanius

Lanius ist Fair Fashion aus Köln, das Label um Designerin und CEO Claudia Lanius ist GOTS-zertifiziert und produziert in Europa und Asien unter fairen Bedingungen. Zweimal im Jahr bringt Lanius eine neue Kollektion heraus: Herbst/Winter und Frühlinng/Sommer. Die Stückzahl der Kollektionen sind klein, die Designs zeitlos und die Materialien langlebig.

Die Pullover, Röcke und Kleider der aktuellen Herbst/Winter Kollektion bestehen aus Bio-Baumwolle, Tencel und Schurwolle – die veganen Teile der Kollektion sind mit dem „PETA-Approved Vegan“ Logo zertifiziert und gekennzeichnet.

Die aktuelle Kollektion von Lanius bekommst du in Fair Fashion-Läden oder online** im eigenen Onlineshop, bei Avocado Store, Glore oder Greenality.

Faire Herbstmode von Lanius
Faire Herbstmode von Lanius. (Foto: Lanius)

Lovjoi – fair, sozial und regional

Seit 2014 produziert das schwäbische Label Lovjoi faire Mode, die auch noch regional ist. Das beginnt schon bei den Stoffen, die das Label verwendet. Viele davon werden direkt auf der Schwäbischen Alb hergestellt, Lovjoi achtet auf Transparenz und kurze Transportwege.

Und auch die Klamotten selbst entstehen vom Design bis zum fertigen Kleidungsstück in der Region: In der eigenen Näherei, einer ehemaligen VW-Werkstatt in Riedlingen an der Donau in Baden-Württemberg werden die Teile mit Hilfe syrischer Flüchtlinge genäht und zugeschnitten. Davor werden die Teile hier designed und danach von hier aus versendet.

Die faire Mode von Lovjoi bekommst du bei Onlineshop, bei Avocado Store** oder Greenality**.

Faire Herbstmode von Lovejoi
Faire und regionale Herbstmode von Lovjoi. (Foto: Lovejoi)

Noch mehr nachhaltige Modelabels findest du in der Utopia-Bestenliste:

Bestenliste: Die besten nachhaltigen Modelabels

Auch richtig schöne Schuhe gibt es in nachhaltig – bei Veja zum Beispiel:

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(4) Kommentare

  1. Alles wunderbar, aber was mich ärgert, das nur wieder mal nur für Leute mit Stromlinienförmiger Figur dort kaufen können. Frauen wie ich mit einer Konfektionsgröße von 46/48 würden das gerne unterstützen, nur wird max. Größe L (was bei vielen Herstellern mittlerweile eine 40/42 ist und keine 44/46) angeboten.

    Was sagte mein Deutschlehrer immer „Der Ansatz war gut, Thema verfehlt, Setzen, 6“

  2. Mir als Mann fehlen die trendigen Hamburger „Recolution“ und die Stuttgarter „Greenality“. Gibt es an denen was auszusetzen oder sind die nur zu klein?

  3. Was mich etwas enttäuscht ist die Kurzlebigkeit. Ich möchte keine Namen nennen, aber ich bin mit dem Anspruch auf nachhaltige, zeitlose Mode, die zwar einmal etwas mehr kostet aber dafür lange Freude bereitet, schon so oft auf die Nase gefallen: die Nähte gehen auf, die Shirts verlieren die Form und das leider nicht nur in Ausnahmefällen (und ja, ich kann die Waschanleitung lesen 😉 )
    Steinigt mich, aber im Gegensatz dazu finden sich ein paar H&M Shirts schon seit einigen Jahren in meinem Schrank und sind gut genutzt.
    Das soll jetzt kein Aufruf für billige Kleidung sein aber ich werde das Gefühl nicht los, dass es wie überall darum geht den Konsum anzukurbeln, dass Bio-Qualität nicht unbedingt gute Verarbeitung bedeutet und dass unter dem Deckmäntelchen von fairer Produktion nochmals 200 % auf den Preis draufkommen. Ist das nötig?
    Was es braucht ist Kleidung (im besten Falle gut und fair produziert) die lange tragbar und haltbar ist – das ist nachhaltig.

  4. @Mala: Da gebe ich dir vollkommen recht! Am Ende will jedes Unternehmen Geld machen – was ich auch verstehen kann. Und die schwarzen Schafe werden immer mehr, die Idealisten, die vor vielen Jahren vielleicht wirklich aus dem nachhaltigen Hintergrund begonnen haben, werden weniger. So läuft das eben. Am Ende muss es eben jeder selbst entscheiden.

    Weiß zufällig jemand, wie es bei den Brillen von Jérôme Boateng aussieht (http://www.edel-optics.de/JB-by-Jerome-Boateng-Sonnenbrillen.html)? Ich habe mal gelesen (und finde es leider nicht mehr), dass er sich für die nachhaltige oder zumindest faire Produktion einsetzt.

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