Wegen Zusammenarbeit mit Nestlé: Dieses Sportstudio verbannt Krombacher

Fotos: Facebook (DieHalle Aachen) und "Untitled" von steve p2008 unter CC-BY-2.0

Krombacher hat sich mit Nestlé zusammengetan und vertreibt seit kurzem die Eistee-Marke des Konzerns. Für diesen Schritt hat Krombacher viel Kritik bekommen – ein Sportstudio in Aachen geht noch einen Schritt weiter und nimmt alle Krombacher-Getränke aus dem Sortiment.

In der Sportanlage „DieHalle“ in Aachen kann man klettern, bouldern, Volleyball spielen oder Trampolin springen – aber Getränke von Krombacher trinken ist nicht mehr möglich. Vor knapp zwei Wochen kündigte das Sportstudio auf Facebook an, kein Krombacher mehr zu verkaufen – wegen der Zusammenarbeit mit Nestlé. Dazu postete das Studio ein Bild von einem leeren Krombacher-Kühlschrank.

Krombacher ist seit Anfang des Jahres für den Vertrieb von Nestlés Eistee-Marke „Nestea“ zuständig. Viele Kunden und Fans von Krombacher sind enttäuscht über die neue Partnerschaft. Sie sehen vor allem einen großen Widerspruch zwischen Krombachers „Rettet den Regenwald“-Kampagne und den Geschäften von Nestlé. Für die neue Kooperation musste Krombacher bereits einen Shitstorm über sich ergehen lassen.

Das Problem mit Nestlé

Hier der Facebookpost

„Auch wenn das Wasser aus Deutschland ist und Krombacher ‚nur‘ den Nestea für Nestle produziert, möchten wir Geschäfte mit Nestle, egal welcher Art, nicht unterstützen“, schreibt „DieHalle“ auf Facebook. Das Sportstudio spielt damit auf ein Statement an, das Krombacher als Reaktion auf den Shitstorm veröffentlichte. Krombacher betone darin, dass das Wasser für den Nestlé-Eistee aus der Region und die Tees aus nachhaltigem Anbau stammen.

Das eigentliche Problem ist für viele Kunden wie auch für „DieHalle“ die grundlegende Zusammenarbeit mit Nestlé. Der Konzern ist unter anderem wegen seiner Wassergeschäfte und Lebensmittelskandale in der Kritik. Außerdem werden ihm immer wieder ein fragwürdiger Umgang mit Palmöl und sogar Kinderarbeit zum Beispiel auf Kakaoplantagen vorgeworfen.

Krombacher-Boykott kommt gut an

Der Facebook-Post von „DieHalle“ wurde inzwischen mehr als 11.000 Mal geliked und fast 18.000 Mal geteilt (Stand 26.07.). Der Krombacher-Boykott kommt bei den Usern gut an: „Genau richtig! Wichtig ist, dass die Leute sensibilisiert werden und drauf aufmerksam gemacht werden. Sonst passiert nie was“, kommentierte beispielsweise ein Nutzer.

DieHalle ist nicht das erste Unternehmen, dass Produkte von Nestlé boykottiert: Anfang des Jahres hat bereits ein Getränkemarkt aus Baden-Württemberg alle Getränke des Konzerns aussortiert. Und ein Reiseführer lehnte Werbeanzeigen der Nestlé-Marke San Pellegrino ab – obwohl solche Anzeigen gut bezahlt werden.

Die Macht der Kunden

Bislang sind es eher kleine Unternehmen, die mit solchen Boykotten Widerstand gegen Nestlé leisten. Aber es ist bemerkbar, dass sich viele Konsumenten Gedanken darüber machen, was sie einkaufen und welche Marken oder Produkte sie nicht unterstützen wollen. Das bekommen wiederum die verkaufenden Unternehmen zu spüren, die daraus ihre Konsequenzen ziehen – im Falle des Getränkemarktes war die Konsequenz, Nestlé aus dem Sortiment zu nehmen. Für solche Aktionen gibt es dann in der Regel viel Lob von Kunden und Nestlé-Kritikern – und damit positive Werbung.

Die Marktmacht von den globalen Lebensmittelkonzernen wie Nestlé, Unilever, Mars und Co. ist natürlich weiterhin ungebrochen. Aber die viele Kritik und der öffentliche Druck zeigen zumindest, dass die großen Firmen Missstände nicht einfach verbergen können.

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