Schadstoffe in Lebensmitteln: Jenke lässt mit neuem Experiment seine Zuschauer:innen verzweifeln

Jenke. Das Food-Experiment
Foto: dpa/ProSieben

Vermeintlich gesund, aber stark mit Pestiziden belastet – das trifft leider auf viele konventionelle Lebensmittel zu. Für seinen Selbstversuch ernährte sich Jenke von Wilmsdorf zwei Wochen lang nur von diesen – und sorgte im Netz für eine Debatte über Bio-Lebensmittel.

Obst und Gemüse halten die meisten Menschen grundsätzlich für gesund. Dem wäre auch so, wenn in der konventionellen Landwirtschaft nicht massenhaft mit Pestiziden gearbeitet würde. Aber wie ungesund ist es eigentlich, wenn man herkömmliche Bananen isst, die bekanntlich besonders intensiv gespritzt werden? Oder wie reagiert der Körper auf Fisch, der mit Quecksilber belastet ist? Und gehen Weichmacher aus Verpackungen in den Körper über? Der TV-Journalist Jenke von Wilmsdorf will diese Fragen mit einem Experiment beantworten, für das er sich 14 Tage lang ausschließlich von konventionellen Lebensmitteln ernährt hat.

Zum Thema: Das dreckige Dutzend – 12 Obst- und Gemüsesorten, die unbedingt du Bio kaufen solltest

Twitter-User:innen geschockt

Sein Resultat nach wenigen Tagen: Übelkeit und Kopfschmerzen, Pestizide, Schwermetalle und Weichmacher im Blut. Das macht Eindruck auf die Zuschauer:innen der Sendung. Bei Twitter schreiben User:innen: „Ich höre ab heute einfach auf zu essen und zu trinken“, „Schockierend. Auch wenn man vieles bereits wusste oder zumindest schon mal gehört hat.“ und „Schaue gerade das Jenke-Experiment und bin sehr schockiert 😳 Ich sollte mich wirklich mal mehr mit dem Thema Ernährung auseinandersetzen …“.

Kritik an Jenkes Lösung: Bio-Lebensmittel ohne Schadstoffbelastung zu teuer

Um sich selbst nicht mehr mit Schadstoffen zu belasten, hat Jenke eine Lösung parat: Lebensmittel in Bio-Qualität kaufen. Ein Resultat: Die Glyphosat-Belastung in seinem Blut sinkt bereits nach fünf Tagen um ein Vierfaches. Bei Bio-Lebensmitteln gibt es jedoch meistens einen Haken: Sie sind teurer als konventionelle. „Ist gesundes, unbelastetes Essen wirklich ein Privileg der Besserverdiener? Nein. Denn auch in den großen Discounterketten bekommen Sie Bio-Grünzeug in bester Qualität“, so Jenke.

Und doch sind einige User:innen bei Twitter anderer Meinung: „Jenke meint ernsthaft, jeder könnte sich Bioprodukte leisten, weil es sie im Discounter gibt. Komplett an der Realität vorbei für jeden Geringverdiener, Grundrentner oder Arbeitslosen.“

Für alle, die das auch so sehen, hat Utopia ein paar Tipps, denn ein geringes Einkommen muss nicht zwangsläufig ein Grund sein, weiterhin konventionelle Lebensmittel zu kaufen. Denn es gibt Wege, mit wenig Geld Bio-Produkte zu kaufen. Einer davon: Auf die Saison achten.

Eine Bio-Gurke kostet im Sommer ca. 99 Cent und im Winter ca. 2,50 Euro. Anstatt Gurken zu kaufen ist es sinnvoll, im Winter beispielsweise auf preiswerte Kohlarten auszuweichen. Im Utopia-Saisonkalender kannst du nachschauen, wann welches Obst und Gemüse Saison hat.

Ein anderer Tipp ist, gezielt einzukaufen und dadurch weniger wegzuwerfen. Nicht Jede:r verbraucht einen Zwei-Kilo-Sack mit Äpfeln, bevor diese schlecht werden. Daher ist es ratsam, kleinere Mengen zu kaufen, die dann auch wirklich verbraucht werden. Das ist auf Dauer günstiger.

Lies dazu gerne hier weiter: 12 Tipps für nachhaltigen Konsum mit wenig Geld

Jenke: (K)ein echter Journalismus?

Neben der Kritik an Jenkes Lösung, Bio-Lebensmittel zu konsumieren, wird auch allgemeine Kritik an der Sendung laut. „10 min #Jenke und ich könnte nur noch kotzen! Pseudojournalismus und Angstpopulismus vom Feinsten!“, schreibt beispielsweise ein User bei Twitter.

Utopia meint: Jenke macht mit solchen Experimenten in erster Linie mit großer Reichweite auf ein Thema aufmerksam. Eine repräsentative Studie ersetzt das natürlich nicht. In der Vergangenheit wurden solche jedoch veröffentlicht – sie zeigen, dass Bio-Lebensmittel gesünder sind als konventionelle.

Über die Art und Weise der Aufmachung lässt sich streiten. Dennoch können solche reißerischen Sendungen Menschen einen Anstoß geben, sich selbst zu hinterfragen. Wenn Menschen durch das Jenke-Experiment ihre Essgewohnheiten umstellen, ist das eine gute Sache. Wir geben dir hier noch weitere Informationen zu Bio-Lebensmitteln:

Anschauen: „Jenke. Das Food-Experiment: Was essen wir wirklich?“ wird am Mittwoch, den 3. November 2021 um 23:25 Uhr auf ProSieben wiederholt und kann bei Joyn Plus gestreamt werden.

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