Zero-Waste-Baby: 6 einfache Tipps

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Ein Kind verändert das Leben der Eltern komplett. Kaum ist das Baby da, stehen sie vor unzähligen neuen Entscheidungen, die alle ihren ökologischen Impact haben. Wir haben Tipps, wie Zero Waste auch mit Baby geht.

Sind Stoffwindeln besser als normale? Was muss man bei der Babykleidung beachten? Und wie vermeidet man Verpackungsmüll unterwegs? Wir haben Tipps für die Zero-Waste-Familie gesammelt.

1. Die Babyhaut: Bitte nicht überpflegen

Weniger ist mehr bei der Babyhautpflege – da sind sich die meisten Expert:innen einig. Insbesondere Produkte mit bedenklichen Inhaltsstoffen wie zum Beispiel Duftstoffen, Parabenen oder UV-Filtern sollte man besser meiden.

Auch Tabea Börner, eine zweifache Mutter aus Berlin, rät uns im Gespräch, die Körperpflegeprodukte der Kinder aufs Geringste zu reduzieren. Die 30-Jährige ist nicht erst seit der Geburt ihrer zwei Kinder auf eine nachhaltige und umweltbewusste Lebensweise bedacht. Ihr Tipp: Olivenöl oder Kokosöl reichen aus, um die zarte Babyhaut zu versorgen. Auch Mandel– oder Jojobaöl sind gut für die Pflege geeignet. „Dazu braucht man keine in Plastik abgefüllten Lotions mit Duftstoffen“, so Tabea.

Allerdings sollte man beim Kauf von Pflanzenölen immer auf eine hohe Qualität und Bio-Siegel achten. Zero Waste wird es, wenn man sich die Öle im Unverpackt-Laden abfüllt und so auch noch die Glasflaschen- und -gläser einspart.

Es ist nicht grundsätzlich nötig, die Haut von Babys und kleinen Kindern einzuölen oder einzucremen, sondern vor allem bei trockener Haut. Um trockener Haut vorzubeugen, sollte man Babys nicht zu häufig baden – ein- bis zweimal in der Woche reicht.

Tabea hat noch ein Zero-Waste-Tipp fürs Baby: Feuchttücher stellt sie aus Stoffresten selbst her. Eingetunkt in (Bio-)Kokosöl oder andere Öle reinigen sie den Babypo – und werden gleichzeitig upgecycelt. Ein weiteres Plus: Die selbst gemachten Feuchttücher sind waschbar und somit wiederverwendbar. In einer Vorrats- oder Brotdose kann man die selbstgemachten Feuchttücher auch unterwegs mitnehmen.

Lies auch unsere Anleitung: Feuchttücher selber machen.

Tipp: Nicht nur Feuchttücher kann man kostengünstig und umweltfreundlich selbst herstellen. Aus Seife und Waschsoda lässt sich beispielsweise Waschmittel selber machen – für Babys am besten ohne ätherische Öle oder sonstige Duftstoffe.

2. Stoffwindeln statt Müllberg

Kinder verbrauchen im Schnitt 5.000 Windeln, bis sie aufs Töpfchen gehen. Dabei entsteht eine enorme Menge Müll – waschbare Stoffwindeln sind eine Möglichkeit dem entgegenzuwirken. Diese machen zwar deutlich mehr Arbeit, inzwischen gibt es aber verschiedene Stoffwindel-Systeme, die es Zero-Waste-Familien vereinfachen, das Baby „ökologisch“ zu wickeln.

Zero Waste Baby: Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln
Zero Waste mit Baby: Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Laura Ohlman)

Tabea hat sehr gute Erfahrungen mit All-In-One-Windeln mit Bambus-Saugkern gemacht. Ein eingelegtes dünnes Windelvlies nimmt den groben Dreck auf, alles andere wandert komplett in die Waschmaschine. An der Außenhülle der Windel sind Druckknöpfe angebracht – wächst das Kind, kann man auch die Größe der Windel anpassen. Die Windeln sind somit von Geburt bis Ende der Wickelzeit nutzbar. „Außerdem sehen sie cool aus, wir wurden oft darauf von anderen Eltern angesprochen“, berichtet die zweifache Mama.

Die meisten Hersteller empfehlen einen Vorrat von ungefähr 20 bis 25 Stoffwindeln. Bei einem Verbrauch von fünf bis sechs Windeln am Tag reiche diese Menge aus, um nicht die ganze Zeit waschen zu müssen, sagt uns auch Tabea.

Mehr lesen: Stoffwindeln waschen: So geht’s Schritt für Schritt

3. Zero-Waste-Babynahrung: Kürbis im Herbst, Erbsen im Sommer

„Stillen ist natürlich Zero Waste pur“, sagt Tabea. Aber irgendwann braucht ein Baby „richtige“ Nahrung – und dann füttern viele Eltern ihre Kinder mit Babybrei aus dem Supermarktregal. Das muss zwar nicht schlecht sein (genau hinsehen sollte man allerdings schon). Aber Brei als Babynahrung kann man auch ganz einfach und kostengünstig aus ungewürztem Gemüse selbst herstellen. Auch selbstgemachten Babybrei einzufrieren und ihn so haltbar zu machen ist kein Problem.

Am besten verwendet man auch bei Babybrei möglichst saisonales (Bio-)Gemüse aus der Region – das bekommt man oft komplett Zero Waste auf dem Wochenmarkt. Im Herbst und Winter gibt es zum Beispiel Karotten, Pastinaken oder grob gestampften Kürbis. Im Sommer bieten sich zum Beispiel auch Brokkoli, Spinat, Erbsen oder Mais an.

Hier findest du unseren Utopia Saisonkalender.

Babygläschen, Stiftung Warentest
Babybrei kann man ganz einfach selber machen – komplett Zero Waste. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Beim zweiten Kind setzten Tabea und ihr Mann auf das sogenannte Baby-Led-Weaning, die Baby-geführte Entwöhnung von der Muttermilch. Bei dieser Methode fängt das Kind an zu essen, wann und was es selbst will. Statt das Baby mit Brei zu füttern, bieten die Eltern dem Kind feste Nahrung wie kleine Gemüsestückchen an. Das Kind greift selbstständig zu und entdeckt und erforscht auf diese Weise sein Essen.

4. Kinderspielzeug: Weniger ist mehr

Babys erkunden ihre Welt mit allen Sinnen. Jeden Tag lernen sie neue Formen, Farben, Gerüche und Geräusche kennen. Ein mit buntem Plastikspielzeug vollgestopftes Kinderzimmer überfordert eher, als dass es die Sinne anregt. Für Zero-Waste-Familien ist billiges Plastikspielzeug eh nichts, denn es geht geht oft schnell kaputt und verursacht Müll.

In Maßen ist möglichst naturbelassenes Kinderspielzeug auf jeden Fall die richtige Wahl. Das können zum Beispiel Bauklötze oder kleine Fahrzeuge aus Holz oder Kuscheltiere aus Bio-Baumwolle oder Wolle sein. Auf jeden Fall gilt: Kinderspielzeug, das nach Chemie riecht, gehört nicht in die Nähe oder an den Körper eines Kindes.

Mehr lesen: Faires & gesundes Kinderspielzeug: Darauf kannst du achten

Wirklich Zero Waste ist es, Kinder draußen spielen zu lassen und sich dabei ihr eigenes „Spielzeug“ suchen zu lassen: „Aus Stöcken und Steinen, welche die Kinder unterwegs finden, bauen die Kleinen ihre eigene Welt“, erzählt Tabea.

5. Zero Waste Babykleidung: Second Hand ist oft die bessere Wahl

Textilien aus Naturfasern wie (Bio-)Baumwolle, Hanf, Holzfasern (Tencel) oder Wolle schützen die zarte Babyhaut am besten. Auf Kunstfasern sollte man sowohl aus Gesundheits- als auch aus Umweltgründen besser verzichten: Beim Waschen können daraus winzige Fasern ins Abwasser gelangen – Mikroplastik.

Babykleidung waschen
Babykleidung gibt es oft in tadellosem Zustand aus zweiter Hand. (Foto: CC0 / Pixabay / TerriC)

Wie viele andere Eltern ist auch Tabea begeistert von den natürlichen Eigenschaften der Schurwolle: Sie trocknet schnell, ist atmungsaktiv und Flecken kann man leicht entfernen. Und: „Im Sommer kühlt sie die Kinder und im Winter wärmt sie.“ Mittlerweile sammelt Tabea Schurwolle-Kleidung aus zweiter Hand und näht sie um. In kleiner Auflage verkauft sie die Sachen auch.

Upcycling und Second Hand lohnt sich in jedem Fall bei Kinderkleidung, denn die Ausgaben dafür können sonst ganz schön ins Geld gehen. Gleichzeitig wachsen gerade kleine Kinder so schnell aus ihren Kleidern raus, dass sie oft noch sehr gut erhalten und ohne Probleme aus zweiter Hand zu bekommen sind. Noch ein Vorteil von gebrauchter Kinderkleidung: Mögliche Schadstoffe sind bereits ausgewaschen. Wer mehrere Kinder hat, kann die getragene Kleidung an die jeweils jüngeren weitergeben oder im Freundeskreis herumreichen.

6. Unterwegs mit Kindern: Bloß keine Quetschies

Damit Babys und Kleinkinder unterwegs gut versorgt sind, gehören eine Trinkflasche mit Wasser und gesunde Snacks mit in die Tasche. Die Flasche sollte natürlich frei von BPA und sonstigen Schadstoffen sein und am besten einigermaßen robust.

In puncto Snacks fallen Obstbreis in Tüten, die sogenannten Quetschies, negativ auf. Quetschies enthalten nicht nur zu viel Zucker, sondern machen auch eine Menge Müll. Klein geschnittenes Obst wie Äpfel, Birnen, Bananen oder Beeren sind eine gesündere Alternative – und müllfrei. Statt der typischen oft überzuckerten Fruchtriegel oder Kinderkekse in Plastikverpackungen können nicht nur Zero-Waste-Familien gesunde Snacks und gesunde Süßigkeiten wie zum Beispiel Knäckebrot oder Müsliriegel ganz einfach selber machen.

Wenn es unbedingt sowas wie Quetschies sein muß: Hier ist unsere Anleitung zum Quetschies selber machen

Pin it! (Foto: Getty Images Pro / Kieferpix)

Weiterlesen auf Utopia.de: 

English version available: 5 Easy Tips for a Zero-Waste Baby

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(17) Kommentare

  1. Wenn man sich mal klar macht, dass das sogenannte „Spielzeug“ eigentlich Arbeitsmaterial für die Entwicklung der kindlichen Sinne ist, dann wird man ganz schnell kreativ und gibt den Kleinen einfach „alles“ in die Hand (und in den Mund).

    Ich kann mich erinnern, dass ich meinem Sohn einfach eine Küchenschublade auf den Boden gestellt habe und er war mit dem Untersuchen der darin enthaltenen Dinge „ewig“ beschäftigt. Dass man gefährliche und verletzungsträchtige Sachen vorher entfernt, versteht sich wohl von selbst.

  2. Liebe Eltern,
    wir können nur dringend von dem im Artikel genannten Babylotta-Shop (www.babylotta-shop.de) abraten. Was dort passiert ist klarer Betrug an unzähligen Kunden. Zwar kann man die Ware normal kaufen, aber Rücksendungen werden nicht bearbeitet. Das heißt, ihr bekommt für eure Waren-Rücksendungen kein Geld zurück. Auch bleiben jegliche E-Mails unbeantwortet und Anrufe werden grundsätzlich nicht angenommen. Aus anderen Kunden-Bewertungen weiß ich, dass dies sehr häufig so geschieht – möglicherweise sogar grundsätzlich. Eine sehr dubiose Firma. Das ist nicht nur unglaublich schlechter Service, sondern einfach Abzocke der Kunden.
    Beste Grüße