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Onlineshopping oder Ladenkauf: Was hat die bessere Klimabilanz?

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de – Photo Mix

Vorweihnachtszeit und Corona-Lockdown: Man darf davon ausgehen, dass Online-Shops gerade viel Kundschaft haben. Mit ziemlich gutem Timing also hat das Umweltbundesamt (UBA) jetzt ermittelt, wie die Klimabilanz von Onlineshopping im Vergleich zum Einkauf im Laden aussieht.

Das Ergebnis beim Vergleich Onlineshopping oder Einkauf im Geschäft: Vor allem, was wir kaufen entscheidet über die Klimabilanz – und weniger, wo wir es kaufen. Bis zu drei Viertel der Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus eines Produkts entstehen nämlich bereits bei der Herstellung. Der Anteil von Handel und Transport an den Gesamtemissionen macht dagegen nur etwa zwischen einem und zehn Prozent aus.

„Die größte Stellschraube für den ökologischen Einkauf sind langlebige Produkte“

Das zeigt die UBA-Studie („Die Ökologisierung des Online-Handels“), die sich mit den Treibhausgas-Emissionen des Online-Handels beschäftigt.

UBA-Präsident Dirk Messner:

„Ob wir online oder im Geschäft einkaufen, ist nicht so entscheidend für unsere Klimabilanz. Die größte Stellschraube für den ökologischen Einkauf sind langlebige Produkte, die umweltfreundlich hergestellt sind. Bestenfalls bekomme ich diese auch im Geschäft um die Ecke, das ich mit dem Fahrrad oder zu Fuß gut erreichen kann.“

Treibhausgase im Lebenszyklus von Produkten
(Quelle: Umweltbundesamt)

Die UBA-Studie vergleicht die Klimaauswirkungen des stationären und Online-Handels. Ein Beispiel: Eine Einkaufsfahrt von fünf Kilometern mit dem Auto verursacht 600 bis 1100 Gramm CO2. Die selbe Fahrt mit dem Fahrrad erzeugt gar keine CO2-Emissionen. Für eine Lieferung aus dem Onlineshop fallen durchschnittlich zwischen 200 und 400 Gramm CO2 an.

Das UBA erklärt, dass der niedrigere CO2-Ausstoß der Lieferdienste unter anderem an der besseren Auslastung der Fahrzeuge, der effizienten Gestaltung der Lieferrouten und dem zunehmenden Einsatz von Elektrofahrzeugen liegt.

Das könnten stationärer und Online-Handel besser machen

Läden können ihre Klimabilanz vor allem verbessern, indem sie ihren Energieverbrauch reduzieren; Kund:innen indem sie umweltfreundliche(re) Verkehrsmittel für den Einkauf nutzen.

Der Online-Handel dagegen müsste, um umweltfreundlicher zu werden, weniger Verpackungsmüll produzieren – etwa durch weniger unnötige Umverpackungen und das Nutzen von Mehrwegverpackungen. So könnten der Studie zufolge jährlich bis zu 370.000 Tonnen Verpackungsabfall (45 Prozent) eingespart werden.

Das UBA nennt außerdem den Lieferabschnitt bis zur Haustür („letzte Meile“) als „umweltbelastenden Faktor“. Hier würde die Umweltbilanz verbessert, wenn statt Lieferwagen mit Verbrennungsmotor noch mehr Elektrofahrzeuge oder Fahrräder zum Einsatz kämen. Statt direkt an die Haustür an Packstationen zu liefern, könnte ebenfalls für weniger Emissionen sorgen.

In einer weiteren Studie kritisiert das UBA außerdem, dass Produktinformationen zu Umweltsiegeln, Herstellergarantie, Produkt-Lebensdauer, Reparierbarkeit und Update-Verfügbarkeit in Onlineshops nicht ausreichen, um informierte Kaufentscheidungen zu ermöglichen.

Fazit: Was Verbraucher:innen tun können

Vor allem können wir unsere Umweltbilanz verbessern, wenn wir umweltverträgliche, möglichst langlebige Produkte kaufen. Dass das Produkt selbst laut UBA den größten Klima-Impact hat, dürfte für viele Online-Shopper:innen eine Erleichterung sein. Aber:

Erstens spielt das Verkehrsmittel, das man zum Einkauf verwendet, eine große Rolle. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen kann, spart in jedem Fall Emissionen.

Zweitens sollten wir beim Online-Kauf immer unnötige Retouren vermeiden und wenn möglich verpackungsarmen Versand bevorzugen – oder danach fragen.

Drittens: Wo wir einkaufen, hat auch eine gesellschaftlich-soziale Dimension. Tote Innenstädte will (nach Corona) niemand.

Viertens: „Es muss nicht immer der Neukauf sein. Oft sind gute gebrauchte Geräte oder eine Leihe oder Miete eine gute Alternative – vor allem bei Produkten, die man ohnehin selten nutzt wie Bohrmaschine, Rasenmäher oder Heckenschere. Auch die Reparatur scheinbar defekter Haushaltsgeräte kann den Neukauf oft vermeiden“, so UBA-Präsident Messner.

Fünftens: Online und Offline sollte man als verantwortungsvolle:r Verbraucher:in darauf achten, wen man mit seinem Geld unterstützt – und im Zweifel ökologisch und/oder sozial ausgerichtete, regionale Shops gegenüber internationalen Konzernen mit unübersichtlichen Lieferketten bevorzugen.

Diese grünen Onlineshops haben besonders gute Bewertungen von der Utopia-Community erhalten:

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(3) Kommentare

  1. Ich bestelle trotzdem viele Sachen im Internet, ganz einfach ich habe keine Lust auf Corona und die Gesundheit geht vor. Man kann auch in Zukunft immer noch in der Stadt einkaufen gehen.

  2. Der Onlinehandel wird in Zukunft die Fachgeschäfte und Einzelhändler vernichten. Corona ist hier eine Ausrede für Bequemlichkeit und beschleunigt leider diese Entwicklung. Einen Einkauf mit Auswahl und Vielfalt im Geschäft kann ein Foto nicht ersetzen. Stell dir nur einen Stadtbummel ohne Schaufenster vor !!!!

  3. Ich zähle zu der „alten Generation“ und bin mit Schaufenstern, Bargeld und haltbaren Konsumgütern aufgewachsen; also die 70er bis 90er Jahre waren die EDV-freien Zeiträume.
    Heute gibt es vorteilhaft das Internet, wo man nach meinem Erlebnis, intensiver und schneller nicht nur Preise für identische Artikel vergleichen kann, sondern dergleichen auch Produkteigenschaften /-tests, tatsächliche Hersteller, Produktionsstätten, Sozialitäten und Umwelteigenschaften ausgehend vom Artikel, Varianten, etc. . In vorherigen Zeiten waren diese Möglichkeiten für Käufer überwiegend nicht zu erhalten.
    Bis zu 80% für ident. Artikel habe ich weniger bezahlt im Internet.
    Die ggw. Menschen wachsen mit den jetzigen Gegebenheiten auf, vermissen nix, weil sie es nicht gewohnt sind und konsumieren undenkbar für unser Verständnis. Die Banken werden stetig personalfreier, haben kein Bargeld in ihren Filialen, erheben sogar Strafsummen für ihr Basis-Arbeitsmittel „Geld“, empfehlen sogar Online-Banking (was den Arbeitsplatz reduziert) und haben neben anderen Einrichtungen die Macht im Lande und in der Welt. Wir haben durch Kauf der Billigprodukte diese Grundlage geschaffen und ohne Intenet hätte das Geschäftesterben, die preisige (Marken-)Produkte anbieten, länger gedauert, doch es wäre gleichmaßen gekommen. E-Autos werden hier sauber gefahren, doch bis zur Fertigstellung ist das (global) dreckiger als der Nutzen ist und die Individuen vorort verdursten, aber irgendwer hat richtig Asche gemacht. Die Läden sind vom Preis zu hoch, auch wenn die Produkte „besser“ sind, denn wir gucken vorrangig auf die Billigsumme. Fazit : da haben wir selber Schuld, weil selbst verursacht und nicht durch die anderen … .
    [ Es ist auch hier unschön, wenn man agressive oder zur Lächerlichkeit machende Antworten lesen kann. Ist doch toll von UTOPIA, das hier Gedankengänge zu lesen sind, die einem selbst manches überdenken lassen ]
    /Pepito
    17.12.2020