Allicin: Warum der Inhaltsstoff von Knoblauch so gesund ist

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Allicin verleiht dem Knoblauch seinen charakteristischen Geruch. Doch der Stoff ist auch für viele der gesundheitlich positiven Wirkungen von Knoblauch verantwortlich.

Beim Knoblauchgeruch scheiden sich die Geister. Die einen lieben ihn, die anderen können ihn nicht ausstehen. Verantwortlich für den strengen Geruch von Knoblauch ist Allicin. Allicin ist ein Spaltungsprodukt von Alliin, einer Aminosäure, die im Knoblauch vorkommt. Wird die Knoblauchzehe verletzt, so beginnen Enzyme damit, Alliin zu Allicin und weiteren Aromastoffen abzubauen.

Doch Allicin gibt dem Knoblauch nicht nur seinen charakteristischen Geruch. Der Stoff gilt auch als sehr gesund, weshalb die Lebensmittel- und Pharmaindustrie oft mit ihm arbeitet. Eine Vielzahl an Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln auf Knoblauchbasis befinden sich mittlerweile auf dem deutschen Markt. Die vorgeschriebene Höchstmenge für Allicin als Arzneimittel beträgt der Verbraucherzentrale zufolge fünf Milligramm pro Tag. 

Die gesundheitlichen Wirkungen von Allicin

Wissenschaftler beschäftigen sich schon lange mit der Frage, warum Knoblauch so gesund ist. Bis heute ist unbekannt, wie die Knolle genau wirkt. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die gesundheitsfördernden Wirkungen von Knoblauch durch das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe zustande kommen. Allicin spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Studien deuten darauf hin, dass Allicin:

  • Krebs vorbeugen kann, da es als Radikalfänger die Bildung von Tumoren verhindert.
  • Infektionen mit Krankheitserregern vorbeugt, da es antimikrobiell wirkt.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt, da es den Anteil an schlechtem LDL-Cholesterin senken kann.

Beachten solltest du hierbei immer, dass viele der Studien zu Allicin an Tieren durchgeführt wurden. Inwieweit diese Ergebnisse sich auch auf den Menschen übertragen lassen, ist wissenschaftlich umstritten. Außerdem sind die Studienergebnisse nicht immer eindeutig: Beispielsweise wurde in nur 44 Prozent aller Studien von 1993 bis 2006 eine cholesterinsenkende Wirkung von Knoblauch beobachtet.

Die antimikrobielle Wirkung von Allicin kann ein Grund dafür sein, warum Knoblauch vor allem in den Landesküchen tropischer Länder besonders beliebt ist. Die antimikrobielle Wirkung von Knoblauch, Chillies, Pfeffer, und Ingwer schützte die Menschen vor der Erfindung des Kühlschranks vor bakteriellen Krankheitserregern. Keime im Essen konnten durch Knoblauch und chilihaltige Marinaden abgetötet werden.

Darauf solltest du beim Einkauf von Knoblauch achten

Knoblauch, Ingwer, und Chili sind vor allem in tropischen Ländern beliebt, da sie antimikrobiell wirken.
Knoblauch, Ingwer, und Chili sind vor allem in tropischen Ländern beliebt, da sie antimikrobiell wirken.
(Foto: CC0 / Pixabay / PDPics)

Wenn du von den gesunden Eigenschaften von Allicin profitieren willst, brauchst du nicht auf Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel zurückgreifen. Laut der Verbraucherzentrale sollte man nicht davon ausgehen, dass Knoblauch auch in Pulverform oder Extrakten die selben gesunden Wirkungen auf die menschliche Gesundheit besitzt. Verzichte daher am besten auf künstliche Produkte und koche lieber öfters zu Hause mit Knoblauch. Der ist nicht nur gesund, sondern auch lecker.

Kaufe nach Möglichkeit Knoblauch aus Europa, da er weniger weite Transportwege zurücklegt als beispielsweise asiatischer Knoblauch. Knoblauch aus China ist zudem häufig stark mit Pestiziden belastet. Dort werden oft auch illegal Bleichungsmittel verwendet, die in der EU verboten sind. Um schneeweißen Knoblauch solltest du daher besser einen großen Bogen machen. Mit dem Kauf von lokalen Bio-Produkten unterstützt du zudem eine ökologische Landwirtschaft.

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